Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Poppy
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blaufink
08.11.2022, 00:18
Nun ist es wieder geschehen. Da sich im Frühsommer eine gemeinsame US-Tournee von The Smashing Pumpkins, Jane's Addiction und Poppy anbahnte, die im Oktober stattfand, wurde bereits vor einigen Monaten Poppys Europa-Tour ein drittes Mal, aber nur um etwa einen Monat nach hinten verschoben. Die November-Termine landeten im Dezember.
Und nun sind alle Termine nach dem 2. Dezember ganz abgesagt. Poppy begründet ihre Entscheidung mit dem „current climate of the world“ und dass es „nearly impossible“ für sie und ihre Musiker sei „to get over to most of Europe“. So richtig nachvollziehbar ist diese Begründung nicht. Auch bleibt unklar, was genau sie meint: Corona oder etwa Kriegsgefahr.
Poppy macht Hoffnung auf 2023. Das wären dann bereits die fünften Termine, nachdem viermal verschoben oder abgesagt wurde.
Poppy macht Hoffnung auf 2023. Das wären dann bereits die fünften Termine, nachdem viermal verschoben oder abgesagt wurde.
Vielleicht wurden in Wirklichkeit zu wenig Tickets verkauft, so dass es unwirtschaftlich wurde. Wer weiß. Offen sprechen darüber nur wenige Künstler.
blaufink
08.11.2022, 16:40
Vielleicht wurden in Wirklichkeit zu wenig Tickets verkauft, so dass es unwirtschaftlich wurde. Wer weiß. Offen sprechen darüber nur wenige Künstler.
Durchaus möglich. Wenn Zampano hier Poppy nicht vorgestellt hätte, wüsste auch ich nichts von ihrer Existenz.
Durchaus möglich. Wenn Zampano hier Poppy nicht vorgestellt hätte, wüsste auch ich nichts von ihrer Existenz.
Wobei viele Künstler, von deren Existenz ich nichts weiß, trotzdem genug Tickets verkaufen, daran zweifel ich nicht. ;)
Apropos @Zampano: Wo steckt der Kerl bloß?
Apropos @Zampano: Wo steckt der Kerl bloß?
:hi: Keine Bange, hier bin ich...!
Ich schäme mich meiner Schreibfaulheit, aber zur Wiedergutmachung hab ich euch das neue Poppy-Video mitgebracht... :D
Poppy - Stagger
https://www.youtube.com/watch?v=yp5A8awHfas
Poppy ist tatsächlich im Moment auf Tour, und zwar als Vorband zweier meiner 90's-Lieblinge, nämlich Jane's Addiction und Smashing Pumpkins...
Was gäbe ich dafür, dieses Spektakel zu sehen, nachdem das Konzert in Berlin 2020 wegen Corona ausgefallen ist... schmerzt mich noch heute... :schnueff:
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Vielen Dank an @blaufink für das Aufrechterhalten des Threads...! Hab's echt schleifen lassen... :schaem:
:hi: Keine Bange, hier bin ich...!
Wusst ich's doch :D. :hi:
Danke für das Mitbringsel, das ich mir gerade angehört und angesehen und ausgesprochen goutiert habe. :)
2075manuel
11.11.2022, 20:13
Poppy ist tatsächlich im Moment auf Tour, und zwar als Vorband zweier meiner 90's-Lieblinge, nämlich Jane's Addiction und Smashing Pumpkins...
Die besten Plätze für Smashing Pumpkins gibt es für 950$. Ein Schnäppchen.
Danke für das Mitbringsel, das ich mir gerade angehört und angesehen und ausgesprochen goutiert habe. :)
Ja, ein wahrer Schmaus für Aug' und Ohr... :wub3:
Die besten Plätze für Smashing Pumpkins gibt es für 950$. Ein Schnäppchen.
Na dann bin ich mal lieber dankbar, daß ich gar nicht in die Versuchung komme... trotzdem: seufz... :heul:
blaufink
19.12.2022, 02:37
Poppy hat alle ihre Instagram-Posts gelöscht und einen geheimnisvollen, ein wenig gruseligen Clip hochgeladen: „this is the dress I want to be buried in“.
Poppys Aktivitäten erinnern mich zunehmend an diejenigen der Künstlerin Cindy Sherman, die in meiner Studienzeit auf der Documenta und anderen großen Kunstausstellungen gezeigt wurden. Sherman präsentierte sich in Selbstportraits, oft in provokanter Weise und in schrillen Farben. Ähnlich gegen den Strich gebürstet empfinde ich das Auftreten von Poppy.
https://www.instagram.com/p/CmE5vTppJxc/
blaufink
27.09.2026, 12:58
Ups, seit dem letzte Post sind fast vier Jahre vergangen. Hier ein Bericht zum Konzert der Gothic-Metal-Band Evanescence in der Barclays Arena, bei dem Poppy als Opening-Act auftrat.
Vorab der Link zu meinen Fotos: https://photos.app.goo.gl/nUzPPoWytzbw3ARr5
Vor Jahren steckte Zampano auch mich mit seiner Poppy-Begeisterung an. Es war aber nicht primär ihre Musik, sondern ihr skurriles Auftreten und die merkwürdige Geschichte um die Kunstfigur Poppy, die von Moriah dargestellt wird. Es blieb unklar, wen wir eigentlich mögen: Ist es Poppy oder Moriah? Wieviel Moriah steckt in Poppy oder umgekehrt? Poppy schien mir mehr ein Konzept zu sein, als ein realer Mensch. Als dann tatsächlich Konzerte mit Poppy angekündigt wurden, war ich neugierig, dieses verstofflichte Internet-Phänomen live zu erleben. Das stellte sich allerdings als schwierig heraus. Im Herbst 2020 kaufte ich mir ein Ticket. Irgendwo muss es noch liegen, denn die Tour verschwand aufgrund der Pandemie klammheimlich, ohne dass ich über eine Rückgabeoption für das Tickets informiert wurde. Anderthalb Jahre später gab es Daten für eine neue Tour. Aber da die Pandemie war noch nicht zu Ende war, wurde auch diese mehrfach um jeweils einige Monate verschoben und schließlich ganz abgesagt. Zumindest wurde diesmal das Ticket erstattet.
Im Frühjahr dieses Jahres trat Poppy endlich in Hamburg auf, in der Großen Freiheit 36. Ich glaube, das war ihr erster Besuch in dieser Stadt. Und was soll ich sagen: Ich hab’s verpennt. Der Ticketalarm von Eventim, auf den ich mich früher verlassen konnte, funktioniert nicht mehr. Als ich von der Konzert erfuhr, war es bereits ausverkauft. Ich hatte mich sehr geärgert und war enttäuscht. Dann bekam ich mit, dass sie bereits ein halbes Jahr später ein weiteres Mal in Hamburg zu sehen sein wird, allerdings als Support-Act für die Metal-Band Evanescence in der Barclays Arena. Ok, dachte ich, so sehe ich zumindest ein wenig Poppy. Aber auch hier war der Stehplatzbereich mit der Chance auf einen bühnennahen Platz bereits ausverkauft. Es gab nur noch Tickets in großer Entfernung und für zwei Streifen Sitzplätze rechts und links seitlich der Bühne. Die scheinen nachträglich freigegeben worden zu sein, denn sie waren kaum verkauft. Also nahm ich einen dieser Plätzen mit der ungewöhnlichen Perspektive auf die Bühne.
Es gab zwei Support-Acts. Vielleicht wurde aus diesem Grund der Konzertbeginn von 20:00 Uhr auf 19:00 Uhr vorverlegt. Zunächst spielten die Nova Twins eine halbe Stunde – Amy Love (Gitarre) und Georgia South (Bass). Dann Umbaupause und dann kam Poppy. Ihre Band bestand vermutlich aus Alexa Lynn (Gitarre), Jake Massanar (Bass), Johnuel Hasney (Gitarre) und Ralph Alexander (Schlagzeug). Mit Sicherheit kann ich es allerdings nicht sagen, denn die vier trugen Masken, die eine Identifizierung verhinderten. Poppy war mehr als ein reiner Support-Act, denn sie durfte 50 Minuten spielen und trat auch später noch einmal in Erscheinung, um mit Amy Lee, der Frontfrau von Evanescence, einen Song zu gestalten.
Poppy, die in ihrer Anfangsphase mit verschiedenen Stilen jonglierte, hat sich zunehmend ins reine Metal-Genre begeben. Ich muss allerdings sagen, dass ich sie in den vergangenen Jahren aus den Augen verloren hatte und ihre Entwicklung nicht verfolgte. Mit Äußerungen zu ihrer Musik und zu derjenigen von Evanescence halte ich mich zurück, denn im Metal-Genre fühle ich mich nicht heimisch. Ich wünschte mir, Ohrstöpsel eingesteckt zu haben, denn mein Platz, unter den großen basslastigen Lautsprecher-Arrays war für Musikgenuss im Allgemeinen und für Metal im Besonderen nicht optimal, um es gelinde auszudrücken. Poppy ist eine stattliche, groß gewachsene Erscheinung. So überragte sie Amy Lee um einen halben Kopf. Genauso kraftvoll wie ihre Statur ist ihre Stimme. Allerdings – vielleicht lag es an meinem ungünstigen Sitzplatz – ich fragte mich des Öfteren, was sie gerade macht: Ist das Singen, Growling, Schreien oder Brüllen? Jedenfalls lockte sie ungewöhnliche Geräusche hervor.
Gegen 21:15 Uhr begann Evanescence: Amy Lee (Gesang und Klavier), Emma Anzai (Bass), Will Hunt (Schlagzeug), Tim McCord (Gitarre) und Troy McLawhorn (Gitarre). Nach der Umbaupause offenbarte sich die Bühne in unerwarteter Größe. Im Hintergrund eine riesige Videowand, die bis unter die hohe Hallendecke der Barclays Arena reichte. Davor eine schräge Rampe, an deren oberen Ende der Schlagzeuger thronte. Zunächst waren auf der Videowand gotische Architekturelemente zu sehen: riesige vertikal gestreckte Fenster und anderes. Später spielten beim visuellen Drumherum Kabel und Rohre eine große Rolle: An der Videowand flog die CGI-Kamera durch endlos lange stollenartige Gänge mit Rohren und Kabelsträngen an den Seitenwänden. Links und rechts der Bühne führten reale mächtige Kabelbündel nach oben unter die Decke, bei denen man nicht wusste, ob sie technische notwendig oder einfach nur Dekoration waren. Unter der Hallendecke bewegten sich die Kabelbündel sogar. Im ersten Moment glaubte ich einer optischen Täuschung aufzusitzen. Aber nein – die in Bögen herunterhängenden Kabel bewegten sich des öfteren wirklich langsam auf und ab.
Dreimal wurden Songs von Pyrotechnik unterstützt. Das Feuer kam nicht nur aus den üblichen Töpfen, sondern auch aus Ritzen im Bühnenboden. Ich fragte mich, wie die Musiker im Kopf behalten, wann sie wo nicht stehen dürfen, um nicht von unten gebraten zu werden. Es gab überraschende Pyro-Effekte, die ich noch nicht gesehen hatte: Im Randbereich der Bühne führten einige, wie zufällig geformte krumme Stäbe mit einzelnen Verzweigungen aus dem Boden. Auch sie brannten lichterloh. Selbst nach dem Ende des allgemeinen Feuerspektakels waren sie immer noch von kleinen Flammen umhüllt, so wie die Zweige von Büschen, an denen nach dem Waldbrand noch Glutreste zu finden sind. Man konnte meinen, da sei was schief gelaufen und die Dekoration hätte Feuer gefangen. Aber natürlich war alles unter Kontrolle. Beim Verlöschen der kleinen Flammen war ein regelmäßiges Muster zu erkennen. Die Stäbe waren dünne Röhrchen mit regelmäßigen Bohrungen, durch die brennbares Gas austrat.
Das Resümee: Der Konzertabend hat mich beeindruckt, aber nicht begeistert. Dieser Ausdruck wäre unpassend, denn ich musste feststellen, dass die Metal-Szene nicht die meine ist und auch in Zukunft nicht zu mir gehören wird. Also war dieses Konzert nicht nur das erste, sondern wohl auch das letzte, das ich aus diesem Genre besucht habe. Wenn allerdings Poppy wieder mit einem Solokonzert auf Tour geht, würde ich es mir noch mal überlegen.
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