gauloises
11.09.2010, 10:20
die ersten beiden scheiben mit di'anno: dirty ins mark, ich sag nur "prowler" oder "phantom of the opera"
... das sind tatsächlich die einzigen beiden, die noch heute, wenn auch äußerst selten, meine Wege kreuzen: wegen dieser ziemlich einmaligen Punk/Metal-Kreuzung, die ja mit Beginn der Dickinson-Ära komplett verloren gegangen ist.
da ist was dran. ich kann mich noch an eindrucksvolle schilderungen erinnern, wie noch vor erscheinen des ersten albums in londoner clubs „prowler“ gespielt wurde, und der mob wohl abging wie hulle. dieses punkige ist mit dickinson verschwunden, wobei eher mastermind steve harris für den stilwechsel verantwortlich war. ich möchte dennoch die klassiker-phase (TNOTB, POM, P) etwas in schutz nehmen. zwar gibt es darunter songs wie „run to the hills“, die auch nicht mehr hören kann. aber so mancher track aus der zweiten reihe („children of the damned“, „22 acacia avenue“, auch „powerslave“, was als song nicht allzu prominent wurde) ist m.e. mit überhaupt nichts in der szene zu vergleichen. diese fantastischen arrangements funktionieren bei mir immer – obwohl ich, ähnlich wie du, vom regelmäßigen metal-hören längst abstand genommen habe.
Den Glaubenskrieg um SIT und 7thSon habe ich dann natürlich auch miterlebt - damit begegnete ich erstmals der "Die alten Sachen waren besser"-Ideologie -, habe mich dann aber schnell auf die Seite derjenigen geschlagen, die die beiden Platten für Meisterwerke hielten (und von mangelnder "Härte" kann, wenn es denn wichtig wäre, bei Stücken wie "Moonchild" oder "Loneliness of the long distance runner" auch nicht ernsthaft die Rede sein).
vollste zustimmung. das sind brachiale stücke. bei „moonchild“ genügt im richtigen rahmen bereits das intro, um dezent durchzudrehen. (ps zum glaubenskrieg: keyboards wurden bereits auf POM eingesetzt, wenn auch zurückhaltender.)
Man musste lange warten, dann kam die Bestrafung: No Prayer for the Dying. Aber wir haben es in unserer Verzweiflung tatsächlich ein paar Wochen geschafft, uns diese Platte schönzureden
das war ein schock. ich erinnere mich an die leserbrief-flut aufgrund des zerrisses im „metal hammer“. 99,99% der briefe, auch meine zwei, waren pro-maiden. da war aber mehr verzweiflung als überzeugung im spiel. das ist das mit abstand schlechteste album mit dickinson.
Anders als an die oben erwähnten Metallica kann ich an (Dickinson-)Maiden heute nicht mehr ran - hauptsächlich wegen dieses klassischen Metal-Gesangs, der heute einfach nicht mehr an mich will. Ein ähnlicher Fall ist Priest; was bin ich mal auf Rob Halfords Sirenengesang abgefahren, heute kann ich das nicht mehr hören.
bei songs, bei denen er etwas tiefer liegt („leather rebel“), geht’s eigentlich. aber mit halford könnte ich mir heute auch keine ganze scheibe mehr reinziehen. auch bei maiden (siehe oben) genieße ich nur noch einzelne songs. (selbst das neue album höre ich mir nur eklektizistisch an.)
ps: im bereich der lead-gitarren-kirche waren sie selbst in ihren schwächsten phasen stets die besten. was sich dave murray und adrian smith (und auch janick gers) gegenseitig zuspielen - übrigens auch live in vollendeter perfektion -, ist ohnegleichen.
Und was ist mit Tipton/Downing? (Kerry King hat die bevorzugt ).
LOL. das erinnert mich daran, dass ich für unsere schülerzeitung „eszet“ (haha) einen artikel in der metal-rubrik verfasste, der murray/smith mit tipton/downing vergleicht und natürlich die ersteren zu den gewinnern erklärt. schade, dass das teil verschollen ist, sonst hätte ich es hier eingescannt. zum topic: ich widerspreche king, auch wenn er einer der besten rhythmus-gitarristen der welt ist. tipton/downing sind zweifellos elite, jedoch kaum voneinander zu unterscheiden, was aber auch mit den kompositionen zu tun hat. murray/smith sind viel abwechslungsreicher, entwickeln geradezu lead-dialoge, und das auf höchstem spielerischen niveau. als referenz führe ich mal den track 7thSon an. (dann hättest du auch einen anlass, nach langen jahren dieses stück noch einmal anzuhören ;).)
edit: für etwaige mitlesende mit interesse: watch?v=2W_wJzyucYs&NR=1, ab 07:24.
... das sind tatsächlich die einzigen beiden, die noch heute, wenn auch äußerst selten, meine Wege kreuzen: wegen dieser ziemlich einmaligen Punk/Metal-Kreuzung, die ja mit Beginn der Dickinson-Ära komplett verloren gegangen ist.
da ist was dran. ich kann mich noch an eindrucksvolle schilderungen erinnern, wie noch vor erscheinen des ersten albums in londoner clubs „prowler“ gespielt wurde, und der mob wohl abging wie hulle. dieses punkige ist mit dickinson verschwunden, wobei eher mastermind steve harris für den stilwechsel verantwortlich war. ich möchte dennoch die klassiker-phase (TNOTB, POM, P) etwas in schutz nehmen. zwar gibt es darunter songs wie „run to the hills“, die auch nicht mehr hören kann. aber so mancher track aus der zweiten reihe („children of the damned“, „22 acacia avenue“, auch „powerslave“, was als song nicht allzu prominent wurde) ist m.e. mit überhaupt nichts in der szene zu vergleichen. diese fantastischen arrangements funktionieren bei mir immer – obwohl ich, ähnlich wie du, vom regelmäßigen metal-hören längst abstand genommen habe.
Den Glaubenskrieg um SIT und 7thSon habe ich dann natürlich auch miterlebt - damit begegnete ich erstmals der "Die alten Sachen waren besser"-Ideologie -, habe mich dann aber schnell auf die Seite derjenigen geschlagen, die die beiden Platten für Meisterwerke hielten (und von mangelnder "Härte" kann, wenn es denn wichtig wäre, bei Stücken wie "Moonchild" oder "Loneliness of the long distance runner" auch nicht ernsthaft die Rede sein).
vollste zustimmung. das sind brachiale stücke. bei „moonchild“ genügt im richtigen rahmen bereits das intro, um dezent durchzudrehen. (ps zum glaubenskrieg: keyboards wurden bereits auf POM eingesetzt, wenn auch zurückhaltender.)
Man musste lange warten, dann kam die Bestrafung: No Prayer for the Dying. Aber wir haben es in unserer Verzweiflung tatsächlich ein paar Wochen geschafft, uns diese Platte schönzureden
das war ein schock. ich erinnere mich an die leserbrief-flut aufgrund des zerrisses im „metal hammer“. 99,99% der briefe, auch meine zwei, waren pro-maiden. da war aber mehr verzweiflung als überzeugung im spiel. das ist das mit abstand schlechteste album mit dickinson.
Anders als an die oben erwähnten Metallica kann ich an (Dickinson-)Maiden heute nicht mehr ran - hauptsächlich wegen dieses klassischen Metal-Gesangs, der heute einfach nicht mehr an mich will. Ein ähnlicher Fall ist Priest; was bin ich mal auf Rob Halfords Sirenengesang abgefahren, heute kann ich das nicht mehr hören.
bei songs, bei denen er etwas tiefer liegt („leather rebel“), geht’s eigentlich. aber mit halford könnte ich mir heute auch keine ganze scheibe mehr reinziehen. auch bei maiden (siehe oben) genieße ich nur noch einzelne songs. (selbst das neue album höre ich mir nur eklektizistisch an.)
ps: im bereich der lead-gitarren-kirche waren sie selbst in ihren schwächsten phasen stets die besten. was sich dave murray und adrian smith (und auch janick gers) gegenseitig zuspielen - übrigens auch live in vollendeter perfektion -, ist ohnegleichen.
Und was ist mit Tipton/Downing? (Kerry King hat die bevorzugt ).
LOL. das erinnert mich daran, dass ich für unsere schülerzeitung „eszet“ (haha) einen artikel in der metal-rubrik verfasste, der murray/smith mit tipton/downing vergleicht und natürlich die ersteren zu den gewinnern erklärt. schade, dass das teil verschollen ist, sonst hätte ich es hier eingescannt. zum topic: ich widerspreche king, auch wenn er einer der besten rhythmus-gitarristen der welt ist. tipton/downing sind zweifellos elite, jedoch kaum voneinander zu unterscheiden, was aber auch mit den kompositionen zu tun hat. murray/smith sind viel abwechslungsreicher, entwickeln geradezu lead-dialoge, und das auf höchstem spielerischen niveau. als referenz führe ich mal den track 7thSon an. (dann hättest du auch einen anlass, nach langen jahren dieses stück noch einmal anzuhören ;).)
edit: für etwaige mitlesende mit interesse: watch?v=2W_wJzyucYs&NR=1, ab 07:24.