Economist
25.09.2010, 03:55
...ich hab eigentlich schon ein bischen Schiß davor, daß sie tatsächlich meine hier niedergeschriebenen, teilweise doch recht wirren Gedanken mitliest. Andererseits ist es aber auch völlig egal, denn außer Simon weiß niemand hier, wer sich tatsächlich hinter pLENArium verbirgt - es ist halt etwas völlig anderes, wenn ich mich mit meinem wirklichen Namen, plus Foto meiner dummen Fresse zum Horst machen würde :D
...also Lena, wenn Du dich über meine Beiträge aufregen solltest (boah, wat´n Vollidiot) - IRL würde ich mir vor lauter Respekt und Bewunderung bezüglich deiner einzigartigen Person in die Hose scheißen ;)
Ich halte mal fest, daß Lena und Du in punkto Selbstbewußtsein Euch so, sagen wir mal, ein klitzekleines bißchen unterscheidet. Für sie kam es überhaupt nicht in Frage, dem Rat eines erfahrenen Bandleaders zu folgen, doch für die erste USFO-Show ein besser bekanntes Lied als "My Same" zu singen, und wenige Monate später tritt sie vor bis zu 20.000 Leuten auf und verliert auch beim 150. Interview nie die Fassung und hat immer wieder etwas Gescheites zu sagen. Dahingegen sprichst Du von den eigenen Gedanken als "wirr", bist heilfroh über die Maske des Benutzernamens, und kannst Dir gar nicht vorstellen, Deine Gedanken auch im "richtigen Leben" ihr gegenüber direkt zu äußern. :zahn:
Ich hab' das mal so kraß gegenübergestellt, um deutlich zu machen, was für eine Leistung Lena auch in Sachen Umgang mit der Öffentlichkeit vollbringt. Das spricht aber für ihre ungeheure innere Stärke, und das wiederum - um aufs eigentliche Thema zurückzuführen - sagt mir, daß sie die Kommentare in diesem Forum sehr gut wird "einordnen" können und Übertreibungen natürlich nicht für bare Münze nimmt - so sie denn diese Website wirklich mal besucht hat (was wir vermutlich alle - Simon? - nicht wissen).
Felix hat hier inzwischen geschrieben, daß Lena sich fragen dürfte, wie man denn überhaupt so viel über sie schreiben kann, ohne sie wirklich zu kennen. Na ja, da will ich doch widersprechen. Lena hat mal (war's in einem Clixoom-Interview?) sauber unterschieden zwischen der Vielzahl an "persönlichen" Informationen, die sie zu ihrer eigenen Person preisgibt, und ihrem "privaten" Umfeld - sprich Familie und Freunde - die sie so gut es nur irgend geht vor negativen Begleiteffekten ihrer Prominenz zu schützen versucht. Sicherlich könnte man als Außenstehender Lena noch etwas besser "kennen", wenn man auch noch viel über die Menschen in ihrem privaten Umfeld wüßte, was die so machen und denken. Aber sooo wahnsinnig viel an zusätzlichen Rückschlüssen auf Lenas Persönlichkeit wäre daraus sowieso nicht gewonnen, denn es gibt durch Dutzende oder sogar schon Hunderte von Interviews mit ihr (ob nun Printmedien, Radio, TV, Internet) so viele Informationen zu dem, was sie über verschiedenste Themen denkt, wie sie denkt und reagiert, was sie bewegt und was sie kaltläßt, usw., daß man wirklich nicht davon sprechen kann, daß richtige Fans sie nicht "kennen" würden.
Damit keine Mißverständnisse aufkommen: den Begriff "kennen" benutze ich in der gerade beschriebenen Art, und so dürfte ihn aus meiner Sicht Lena auch verstehen. Es ist nicht notwendig für einen Fan, alle möglichen biographischen oder gar intimen Details in Erfahrung zu bringen, um den Star zu "kennen". Das wäre ein Abgleiten in den Voyeurismus und mit Respekt ihr als Mensch gegenüber unvereinbar. Jeder Mensch hat das Recht auf eine Privatsphäre, in der man unbeobachtet von Dritten agieren kann. Dessen ungeachtet kann ein aufmerksamer Fan, wie wir in diesem Forum, durch das Sammeln von Informationen über die Medien bei jemand wie Lena sie durchaus sehr gut "kennenlernen". Ich bezweifle, daß es allzu viele andere Prominente gibt, die wie Lena ihre Gedankenwelt, ihre Überzeugungen, ihre Gefühle so weitreichend und vor allem so überzeugend ehrlich (also ohne daß einen das Gefühl beschleicht, hier solle für einen bestimmten Zweck ein künstliches Bild erzeugt werden) in den Medien dargestellt haben.
Sollte nun Lena doch (in Vergangenheit oder Zukunft) in diesem Forum über sich (ge-)lesen (haben), dann wird sie sich weniger wundern über den hohen Grad an "Kenntnis" der Fans über sich - denn sie ist ja der durchaus richtigen Überzeugung, daß sie da sehr viele Informationen geliefert hat - als über das Ausmaß der Zuneigung, das sie hier erfährt. pLENArium: Du hast es selbst in einem weiteren Post hier gerade thematisiert. Auch wenn ich selber keine wirkliche Vergleichsmöglichkeit habe (ich war in meinem Leben vorher noch nie wirklicher Fan eines Künstlers oder Sportlers), so glaube ich doch abschätzen zu können, daß eine so reflektierte Zuneigung, die nicht bloß aus dem Bauch heraus geschieht und die Lena als ganzen Menschen und nicht nur ihre künstlerischen Fähigkeiten betrifft, ein sehr außergewöhnliches Ereignis ist. Und das dürfte Lena weniger klar sein, daß es nicht nur die 8-14-jährigen Teenies da draußen gibt, die sie anhimmeln, sondern eben auch z.B. die gestandenen Männer mittleren Alters mit oftmals recht hohem intellektuellem Anspruch. Diese so breitgestreute Außenwirkung ihrer Person ist ihr vermutlich nicht bewußt, und selbst die nur flüchtige Lektüre dieses Forums würde ihr Bild von ihrer Fangemeinde sicherlich nennenswert korrigieren (ohne daß dies sie "verstören" müßte). Mich persönlich würde es freuen, wenn ich einmal aus ihrem Mund erfahren könnte, daß dies geschehen ist.
Zum Schluß (auch wenn hier etwas off-topic): pLENArium, Du hast in Deinem jüngsten Post von der Vergeblichkeit eines (inhaltlichen) Erklärungsversuchs gesprochen, unsere Faszination mit Lena zu begründen. Es muß einerseits mal wieder an juppmartinellis wegweisende Analyse vom 28.5. erinnert werden ("LML ist nicht die Ikone der Bürgerlichkeit"), speziell an die Sätze "Sie ist die (sehn-)süchtig machende Erinnerung an das Glücksversprechen des Pop" (nämlich "das Versprechen vom Triumph der Leichtigkeit und der Mühelosigkeit"), "Wenn das Bürgertum LML liebt, dann nicht deswegen, weil sie genauso ist, wie es selbst, sondern weil es sich heimlich danach sehnt, ganz anders zu sein, als es ist", sowie " Deshalb träumen so viele laut oder leise davon, so zu sein wie sie – und schon allein diesen Traum träumen zu können, indem man sie beobachtet, führt ein Stück des Glücks mit sich".
Ich würde dieser soziologischen Erklärung noch einen entscheidenden persönlichen Aspekt hinzufügen: Während juppmartinelli meinte, Lena könne eben als "Liebling der Götter" verschwenderisch mit ihren Talenten umgehen, und quasi ein Hohelied auf die Unangepaßtheit der Größen der Popwelt gesungen hat, besitzt Lena als Persönlichkeit zusätzlich die in diesen "Kreisen" eher untypische Eigenschaft der Selbstdisziplin sowie ein äußerst hohes Maß an Integrität, also der fortwährend aufrechterhaltenen Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln (auch als Treue zu sich selbst beschreibbar). Die meisten Menschen streben an, integer zu sein, aber viele scheitern an den Zwängen des Alltags, die oftmals einen Keil zwischen Werteideal und tatsächlichem Handeln treibt. Deshalb bewundern wir Lena für ihre demonstrierte Fähigkeit, integer zu sein, anders ausgedrückt Haltung zu zeigen.
Das ist es, was ich jetzt als den Kerngrund für Lenas Faszination sehe: Sie verhält sich einerseits unangepaßt, entgegen bürgerlicher Konventionen, die mit "protestantischem Arbeitsethos" (juppmartinelli) verbunden sind, und andererseits zielstrebig und persönlich höchst integer. Zu dieser Integrität gehört der an vielen Beispielen schon festgemachte Respekt für andere Menschen, deren Tun oder Meinung sich sehr von Lena unterscheidet (z.B. Lenas freundliche Worte über ihre ESC Konkurrentin Safura in der NDR-Talkshow). Eine solche ungewöhnliche Kombination von idealen Eigenschaften wie bei Lena ist höchst selten anzutreffen, aber sie entspricht dem, was die meisten von uns bewußt oder unbewußt anstreben. Daher stammt im Kern die Bewunderung so breiter Fankreise aus allen Alterschichten. Und diese Kombination begründet gleichzeitig ihr hohes Maß an Selbstbewußtsein in noch jungen Jahren, weswegen ich auch überhaupt keine Bedenken habe, daß Lena beim Lesen in diesem Forum irgendwie "verstört" werden könnte. Wer in seiner Persönlichkeit so gut verankert ist wie sie, wird damit sehr gut umgehen können.
...also Lena, wenn Du dich über meine Beiträge aufregen solltest (boah, wat´n Vollidiot) - IRL würde ich mir vor lauter Respekt und Bewunderung bezüglich deiner einzigartigen Person in die Hose scheißen ;)
Ich halte mal fest, daß Lena und Du in punkto Selbstbewußtsein Euch so, sagen wir mal, ein klitzekleines bißchen unterscheidet. Für sie kam es überhaupt nicht in Frage, dem Rat eines erfahrenen Bandleaders zu folgen, doch für die erste USFO-Show ein besser bekanntes Lied als "My Same" zu singen, und wenige Monate später tritt sie vor bis zu 20.000 Leuten auf und verliert auch beim 150. Interview nie die Fassung und hat immer wieder etwas Gescheites zu sagen. Dahingegen sprichst Du von den eigenen Gedanken als "wirr", bist heilfroh über die Maske des Benutzernamens, und kannst Dir gar nicht vorstellen, Deine Gedanken auch im "richtigen Leben" ihr gegenüber direkt zu äußern. :zahn:
Ich hab' das mal so kraß gegenübergestellt, um deutlich zu machen, was für eine Leistung Lena auch in Sachen Umgang mit der Öffentlichkeit vollbringt. Das spricht aber für ihre ungeheure innere Stärke, und das wiederum - um aufs eigentliche Thema zurückzuführen - sagt mir, daß sie die Kommentare in diesem Forum sehr gut wird "einordnen" können und Übertreibungen natürlich nicht für bare Münze nimmt - so sie denn diese Website wirklich mal besucht hat (was wir vermutlich alle - Simon? - nicht wissen).
Felix hat hier inzwischen geschrieben, daß Lena sich fragen dürfte, wie man denn überhaupt so viel über sie schreiben kann, ohne sie wirklich zu kennen. Na ja, da will ich doch widersprechen. Lena hat mal (war's in einem Clixoom-Interview?) sauber unterschieden zwischen der Vielzahl an "persönlichen" Informationen, die sie zu ihrer eigenen Person preisgibt, und ihrem "privaten" Umfeld - sprich Familie und Freunde - die sie so gut es nur irgend geht vor negativen Begleiteffekten ihrer Prominenz zu schützen versucht. Sicherlich könnte man als Außenstehender Lena noch etwas besser "kennen", wenn man auch noch viel über die Menschen in ihrem privaten Umfeld wüßte, was die so machen und denken. Aber sooo wahnsinnig viel an zusätzlichen Rückschlüssen auf Lenas Persönlichkeit wäre daraus sowieso nicht gewonnen, denn es gibt durch Dutzende oder sogar schon Hunderte von Interviews mit ihr (ob nun Printmedien, Radio, TV, Internet) so viele Informationen zu dem, was sie über verschiedenste Themen denkt, wie sie denkt und reagiert, was sie bewegt und was sie kaltläßt, usw., daß man wirklich nicht davon sprechen kann, daß richtige Fans sie nicht "kennen" würden.
Damit keine Mißverständnisse aufkommen: den Begriff "kennen" benutze ich in der gerade beschriebenen Art, und so dürfte ihn aus meiner Sicht Lena auch verstehen. Es ist nicht notwendig für einen Fan, alle möglichen biographischen oder gar intimen Details in Erfahrung zu bringen, um den Star zu "kennen". Das wäre ein Abgleiten in den Voyeurismus und mit Respekt ihr als Mensch gegenüber unvereinbar. Jeder Mensch hat das Recht auf eine Privatsphäre, in der man unbeobachtet von Dritten agieren kann. Dessen ungeachtet kann ein aufmerksamer Fan, wie wir in diesem Forum, durch das Sammeln von Informationen über die Medien bei jemand wie Lena sie durchaus sehr gut "kennenlernen". Ich bezweifle, daß es allzu viele andere Prominente gibt, die wie Lena ihre Gedankenwelt, ihre Überzeugungen, ihre Gefühle so weitreichend und vor allem so überzeugend ehrlich (also ohne daß einen das Gefühl beschleicht, hier solle für einen bestimmten Zweck ein künstliches Bild erzeugt werden) in den Medien dargestellt haben.
Sollte nun Lena doch (in Vergangenheit oder Zukunft) in diesem Forum über sich (ge-)lesen (haben), dann wird sie sich weniger wundern über den hohen Grad an "Kenntnis" der Fans über sich - denn sie ist ja der durchaus richtigen Überzeugung, daß sie da sehr viele Informationen geliefert hat - als über das Ausmaß der Zuneigung, das sie hier erfährt. pLENArium: Du hast es selbst in einem weiteren Post hier gerade thematisiert. Auch wenn ich selber keine wirkliche Vergleichsmöglichkeit habe (ich war in meinem Leben vorher noch nie wirklicher Fan eines Künstlers oder Sportlers), so glaube ich doch abschätzen zu können, daß eine so reflektierte Zuneigung, die nicht bloß aus dem Bauch heraus geschieht und die Lena als ganzen Menschen und nicht nur ihre künstlerischen Fähigkeiten betrifft, ein sehr außergewöhnliches Ereignis ist. Und das dürfte Lena weniger klar sein, daß es nicht nur die 8-14-jährigen Teenies da draußen gibt, die sie anhimmeln, sondern eben auch z.B. die gestandenen Männer mittleren Alters mit oftmals recht hohem intellektuellem Anspruch. Diese so breitgestreute Außenwirkung ihrer Person ist ihr vermutlich nicht bewußt, und selbst die nur flüchtige Lektüre dieses Forums würde ihr Bild von ihrer Fangemeinde sicherlich nennenswert korrigieren (ohne daß dies sie "verstören" müßte). Mich persönlich würde es freuen, wenn ich einmal aus ihrem Mund erfahren könnte, daß dies geschehen ist.
Zum Schluß (auch wenn hier etwas off-topic): pLENArium, Du hast in Deinem jüngsten Post von der Vergeblichkeit eines (inhaltlichen) Erklärungsversuchs gesprochen, unsere Faszination mit Lena zu begründen. Es muß einerseits mal wieder an juppmartinellis wegweisende Analyse vom 28.5. erinnert werden ("LML ist nicht die Ikone der Bürgerlichkeit"), speziell an die Sätze "Sie ist die (sehn-)süchtig machende Erinnerung an das Glücksversprechen des Pop" (nämlich "das Versprechen vom Triumph der Leichtigkeit und der Mühelosigkeit"), "Wenn das Bürgertum LML liebt, dann nicht deswegen, weil sie genauso ist, wie es selbst, sondern weil es sich heimlich danach sehnt, ganz anders zu sein, als es ist", sowie " Deshalb träumen so viele laut oder leise davon, so zu sein wie sie – und schon allein diesen Traum träumen zu können, indem man sie beobachtet, führt ein Stück des Glücks mit sich".
Ich würde dieser soziologischen Erklärung noch einen entscheidenden persönlichen Aspekt hinzufügen: Während juppmartinelli meinte, Lena könne eben als "Liebling der Götter" verschwenderisch mit ihren Talenten umgehen, und quasi ein Hohelied auf die Unangepaßtheit der Größen der Popwelt gesungen hat, besitzt Lena als Persönlichkeit zusätzlich die in diesen "Kreisen" eher untypische Eigenschaft der Selbstdisziplin sowie ein äußerst hohes Maß an Integrität, also der fortwährend aufrechterhaltenen Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln (auch als Treue zu sich selbst beschreibbar). Die meisten Menschen streben an, integer zu sein, aber viele scheitern an den Zwängen des Alltags, die oftmals einen Keil zwischen Werteideal und tatsächlichem Handeln treibt. Deshalb bewundern wir Lena für ihre demonstrierte Fähigkeit, integer zu sein, anders ausgedrückt Haltung zu zeigen.
Das ist es, was ich jetzt als den Kerngrund für Lenas Faszination sehe: Sie verhält sich einerseits unangepaßt, entgegen bürgerlicher Konventionen, die mit "protestantischem Arbeitsethos" (juppmartinelli) verbunden sind, und andererseits zielstrebig und persönlich höchst integer. Zu dieser Integrität gehört der an vielen Beispielen schon festgemachte Respekt für andere Menschen, deren Tun oder Meinung sich sehr von Lena unterscheidet (z.B. Lenas freundliche Worte über ihre ESC Konkurrentin Safura in der NDR-Talkshow). Eine solche ungewöhnliche Kombination von idealen Eigenschaften wie bei Lena ist höchst selten anzutreffen, aber sie entspricht dem, was die meisten von uns bewußt oder unbewußt anstreben. Daher stammt im Kern die Bewunderung so breiter Fankreise aus allen Alterschichten. Und diese Kombination begründet gleichzeitig ihr hohes Maß an Selbstbewußtsein in noch jungen Jahren, weswegen ich auch überhaupt keine Bedenken habe, daß Lena beim Lesen in diesem Forum irgendwie "verstört" werden könnte. Wer in seiner Persönlichkeit so gut verankert ist wie sie, wird damit sehr gut umgehen können.