j_easy
25.01.2012, 23:08
Danke an die tollen Handwerker fürs Hochladen! Hab 's gleich nochmal gesehen.
@bates: Lieblings- Satellite? Ist es bei mir schon - ich hatte ja immer Probleme mit dem Lied. Aber was Ihr so schreibt, passt gut: "bewegungstechnisch" (was für ein furchtbares Wort, Len aist aus Fleisch und Blut und kein Roboter!) elegant und dennoch an den Ursprung erinnernd, absolut präsent ohne irgendeinen Firlefanz um sie herum, (Dass die Backings fehlten, ist mir auch sofort aufgefallen, vor allem, weil Alexander Ryback das volle Programm im Hintergrund fuhr), und mit einer Interpretation, die mir stimmlich wie gestaltend wirklich reif vorkam - einschließlich des "babe, babe" Einwurfs. Und selbst dieses Publikum kann ihr nichts anhaben - sie strahlt trotzdem. Die Ironie sehe ich am Ende, beim Abgang, aber auch. "I believe in you!", wenn ich richtig hingehört habe, mit einem grinsenden Lächeln (oder lächelndem Grinsen?) im Gesicht.
Das Publikum: Versucht ihr bitte mal, mit Messer und Gabel oder mit dem Weinglas in der Hand Beifall zu klatschen. Selbst wenn sie gewollt hätten (Was ich bei einem Teil aber bezweifle), hätten sie kaum die Begeisterungsstürme eines echten ESC- Publikums abliefern können. Eigentlich unmöglich, nach dem Promo- Film für das Land auch noch die Musiker zur "Tafelmusik", zum Bei-Tisch-Radio mit Bild zu degradieren. Mit Kellnern vor der Nase und Tellergeklapper.
ZurShow selbst: Die Menschen der Region lieben ihre Heimat und ihre Kultur völlig anders als wir und sind wahnsinnig stolz darauf. Es ist ihnen unglaublich wichtig, dies den Gästen auch zu zeigen. Deshalb dieses Programm. Für sich genommen, gab es da sehr schöne Dinge; der Pianist z.B. war phänomenal! Trotzdem kam keine Stimmung auf. Dass das auch anders geht, habe ich mal nebenan, in Tiflis (Georgien) erlebt, auch auf einer "offiziellen" Reise, an der ich teilnehmen durfte. Man präsentierte uns in der dortigen Oper ebenfalls ein Folklore- Programm, aber mit deutlich mehr Pfeffer und Elan, und der funke sprang über. Aber da saßen auch mehr Künstler (Schauspieler und Theater- Fußvolk) als Funktionäre im Publikum. Hier habe ich nur gedacht: Ja, der Elbers ist ja auch da, der lässt sich die Fotos und das Essen nicht entgehen. Aber von Musik anstecken? (Jedenefalls war ich froh, dass ich auf dem Rechner vorne arbeiten konnte und hinten nur gehört habe, wie weit sie sind - ab und zu mal ein Bildchen aufschnappen oder in die interessante Musik reinschauen ging ja immer.)
Die Akustik fand ich auch unglücklich, irgendwie stumpf, als hätte der Raum noch die 50er- Jahre real- sowjetische Innenausstattung. (Die Anordnung der Tische erinnerte mich auch ein bisschen daran.)
Nun gut, immerhin hat man die eher drögen Pflichttermine Schlüsselübergabe und Final- Auslosung nicht wie in Düsseldorf dröge abgehandelt, sondern "was Nettes" drumherum gebaut - nicht jedermanns Geschmack, aber das wird es ja nie geben. Warum auch, wäre ja langweilig. Wie der ESC selbst abläuft, unter brainpool- Einfluss - man darf gespannt sein, wie aserbaidschanisch- traditionell oder westlich- poppig er werden wird.
Guter Beitrag. Bin ja auch gut rumgekommen und habe paar andere Kulturen erlebt. Ist eigentlich gut, dass Sie Ihre Traditionen bewahren und noch nicht so amerikanisiert oder japanisiert sind. Nur das Publikum und der Saal waren sehr gewöhnungsbedürftig.
@bates: Lieblings- Satellite? Ist es bei mir schon - ich hatte ja immer Probleme mit dem Lied. Aber was Ihr so schreibt, passt gut: "bewegungstechnisch" (was für ein furchtbares Wort, Len aist aus Fleisch und Blut und kein Roboter!) elegant und dennoch an den Ursprung erinnernd, absolut präsent ohne irgendeinen Firlefanz um sie herum, (Dass die Backings fehlten, ist mir auch sofort aufgefallen, vor allem, weil Alexander Ryback das volle Programm im Hintergrund fuhr), und mit einer Interpretation, die mir stimmlich wie gestaltend wirklich reif vorkam - einschließlich des "babe, babe" Einwurfs. Und selbst dieses Publikum kann ihr nichts anhaben - sie strahlt trotzdem. Die Ironie sehe ich am Ende, beim Abgang, aber auch. "I believe in you!", wenn ich richtig hingehört habe, mit einem grinsenden Lächeln (oder lächelndem Grinsen?) im Gesicht.
Das Publikum: Versucht ihr bitte mal, mit Messer und Gabel oder mit dem Weinglas in der Hand Beifall zu klatschen. Selbst wenn sie gewollt hätten (Was ich bei einem Teil aber bezweifle), hätten sie kaum die Begeisterungsstürme eines echten ESC- Publikums abliefern können. Eigentlich unmöglich, nach dem Promo- Film für das Land auch noch die Musiker zur "Tafelmusik", zum Bei-Tisch-Radio mit Bild zu degradieren. Mit Kellnern vor der Nase und Tellergeklapper.
ZurShow selbst: Die Menschen der Region lieben ihre Heimat und ihre Kultur völlig anders als wir und sind wahnsinnig stolz darauf. Es ist ihnen unglaublich wichtig, dies den Gästen auch zu zeigen. Deshalb dieses Programm. Für sich genommen, gab es da sehr schöne Dinge; der Pianist z.B. war phänomenal! Trotzdem kam keine Stimmung auf. Dass das auch anders geht, habe ich mal nebenan, in Tiflis (Georgien) erlebt, auch auf einer "offiziellen" Reise, an der ich teilnehmen durfte. Man präsentierte uns in der dortigen Oper ebenfalls ein Folklore- Programm, aber mit deutlich mehr Pfeffer und Elan, und der funke sprang über. Aber da saßen auch mehr Künstler (Schauspieler und Theater- Fußvolk) als Funktionäre im Publikum. Hier habe ich nur gedacht: Ja, der Elbers ist ja auch da, der lässt sich die Fotos und das Essen nicht entgehen. Aber von Musik anstecken? (Jedenefalls war ich froh, dass ich auf dem Rechner vorne arbeiten konnte und hinten nur gehört habe, wie weit sie sind - ab und zu mal ein Bildchen aufschnappen oder in die interessante Musik reinschauen ging ja immer.)
Die Akustik fand ich auch unglücklich, irgendwie stumpf, als hätte der Raum noch die 50er- Jahre real- sowjetische Innenausstattung. (Die Anordnung der Tische erinnerte mich auch ein bisschen daran.)
Nun gut, immerhin hat man die eher drögen Pflichttermine Schlüsselübergabe und Final- Auslosung nicht wie in Düsseldorf dröge abgehandelt, sondern "was Nettes" drumherum gebaut - nicht jedermanns Geschmack, aber das wird es ja nie geben. Warum auch, wäre ja langweilig. Wie der ESC selbst abläuft, unter brainpool- Einfluss - man darf gespannt sein, wie aserbaidschanisch- traditionell oder westlich- poppig er werden wird.
Guter Beitrag. Bin ja auch gut rumgekommen und habe paar andere Kulturen erlebt. Ist eigentlich gut, dass Sie Ihre Traditionen bewahren und noch nicht so amerikanisiert oder japanisiert sind. Nur das Publikum und der Saal waren sehr gewöhnungsbedürftig.