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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Faszination Lena von 2010 bis heute: Vom Medienphänomen zur Musikerin?



esiststeffen
19.10.2012, 00:50
Diesen Beitrag hatte ich ursprünglich im Thread über Lenas Stimme (http://www.lenameyerlandrut-fanclub.de/forum/showthread.php?p=420394&viewfull=1#post420394) geschrieben und war auf Reaktionen gespannt, aber da zum einen dieser Thread (was für mich nicht gaaaanz nachvollziehbar war) schon kurz darauf vorübergehend geschlossen wurde und ich zum anderen diesen Punkt auch unabhängig von der Debatte um Lenas Stimme (die für mich nur einen kleinen Teilaspekt des Phänomens, um das es mir geht, darstellt) gern zur Diskussion stellen möchte und gern wüsste, ob andere Foristen ähnliche Gedanken hatten, poste ich meine Worte noch einmal hier:




Also ich persönlich merke an mir tatsächlich, dass ich an Lena heute andere Qualitäten schätzen lerne (und dadurch auch in anderen Gebieten bestimmte Erwartungshaltungen an sie hege) als im Jahr 2010: Damals war es so, dass ich Lena für eine von Natur aus begnadete Bühnenkünstlerin und Entertainerin gehalten habe, die eher durch ihre Performance (auf und außerhalb der Bühne) brilliert; und die Faszination, die sie auf die Menschen (mich inbegriffen) ausstrahlte, und den Erfolg, der sich bei ihr einstellte, führte ich eben auf genau diese Persönlichkeit und dieses Auftreten zurück, wohingegen man ihre aus objektiver Sicht vielleicht nicht soooo überragende Sangeskunst gern großzügig hinwegsehen konnte ;) ..... heute hingegen (und das ist wie gesagt eine Entwicklung, die ich so selber nie für möglich gehalten hätte!) muss ich feststellen, dass sie ein aus meiner Sicht musikalisch erstaunlich gelungenes Album abgeliefert hat, das einen beim Hören anspricht und das eine ganz eigene Faszination ganz unabhängig von der Interpretin (!) ausübt, wohingegen man mit der Persönlichkeit Lenas und mit der doch recht speziellen Art ihres Auftretens vielleicht gar nicht soooo viel anfangen kann :)


(Ich betone es hier lieber noch einmal: Mein musiktheoretisches Verständnis tendiert gegen null und meine Einteilung musikalischer Werke beruht hauptsächlich auf den Kategorien "gefällt mir" vs. "gefällt mir nicht". Dennoch merke ich, dass Lena 2010 bei mir aus anderen Gründen in die Kategorie "gefällt mir" gehört als Lena 2012. Und gerade dass sie es mit Stardust offenbar schafft, wirklich als Sängerin/Musikerin Geltung zu erlangen und nicht nur - so sympathisch man diese auch finden mag - als leicht durchgeknallte Bühnenfigur, sollte doch eigentlich für sie sprechen, nicht gegen sie)



Also, geht es hier jemandem ähnlich? Nehmt ihr Lena heute, nachdem wir ihr erstes "eigenes" Album kennen, anders wahr, entdeckt ihr andere Qualitäten und Vorzüge an ihr, seid ihr aus anderen Gründen von ihr fasziniert, als das 2010 (oder 2011) der Fall war? Ich bin auf einen spannenden, aufschlussreichen und selbstverständlich fairen und respektvollen Gedankenaustausch gespannt! :)


(PS: Das soll hier um Himmels willen nicht als böswillige Sperrumgehung missverstanden werden. Mir spukte dieser Gedanke schon länger im Kopf herum, und der Thread über Lenas Stimme kam mir da gerade recht, weil es da grad um ein einigermaßen vergleichbares Thema ging. Ich bin auch so gutgläubig anzunehmen, dass mein Beitrag nicht der Grund für die Threadschließung war :) und wäre ich nicht über diesen Thread gestolpert, hätte ich dieselben Gedanken sicher in den nächsten Tagen ohnehin woanders gepostet. Auch mit dem Threadtitel bin ich noch nicht gaaaanz zufrieden, aber vielleicht hat ja jemand einen besseren Vorschlag!? ;))

tobago
19.10.2012, 01:16
Ich nehme Lena heute nicht anders wahr als damals - sie ist für mich nach wie vor eine absolut herausragende Interpretin, wie es in Deutschland und weit darüber hinaus keine zweite gibt. Und auch ihre Persönlichkeit fasziniert mich heute genau so wie zu USFO/ESC-Zeiten, sowohl als schräg-humorvoller als auch als sehr selbstreflektierender Mensch.

Ich nehme aber - sehr gerne - zusätzlich wahr, dass sie auch eine überaus talentierte Songschreiberin ist. Da wird, so hoffe ich, noch einiges auf uns zukommen - von mir aus auch gerne aus dem Tonstudio im Kuhstall. :D

synapse
19.10.2012, 01:22
Ich nehme Lena heute nicht anders war als damals - sie ist für mich nach wie vor eine absolut herausragende Interpretin, wie es in Deutschland und weit darüber hinaus keine zweite gibt. Und auch ihre Persönlichkeit fasziniert mich heute genau so wie zu USFO/ESC-Zeiten, sowohl als schräg-humorvoller als auch als sehr selbstreflektierender Mensch.

Ich nehme aber - sehr gerne - zusätzlich wahr, dass sie auch eine überaus talentierte Songschreiberin ist. Da wird, so hoffe ich, noch einiges auf uns zukommen - von mir aus auch gerne aus dem Tonstudio im Kuhstall. :D

Volle Zustimmung :thumbsup:

tisch
19.10.2012, 01:48
Bei mir ist es ganz schlicht. Mein Anspruch an sie als Musikerin ist mit der Zeit deutlich gestiegen.

Ich habe Lena allerdings nie vorwiegend als Medienphänomen oder als Song-Interpretin wahrgenommen, sondern als Talent mit ausgeprägtem muskalischen Potential. So hatte ich mit äußerster Freunde zur Kenntnis genommen, dass sie bereits zum USFO-Finale am Text von "Love Me" mitgeschrieben hatte. Sie sagte damals sinngemäß, dass sie gar nicht anders könne, als sich selbst einzubringen. Bei "My Cassette Player" hatte sie ja bei diversen Songs schon "mitgewerkelt" und bei "Good News" mit "What Happened To Me" auch schon die Bestätigung, dass sie durchaus entscheidende Parts zum Songswriting beisteuern kann. Deshalb ist Lenas Songwriting für das Album "Stardust" einfach nur ihre zu erwartende Weiterentwicklung - allerdings eine überzeugende Weiterentwicklung. :) (Über die Borniertheit einiger Kritiker, die Unterstellen, dass Lena nur aus Marketingaspekten als Songwirterin genannt wird, kann man in diesem Zusammenhang auch nur mit dem Kopf schütteln.) Ich wäre allerdings durchaus enttäuscht gewesen, wenn sie sich ihr drittes Album überwiegend aus bereits fertigen Songs zusammengestellt hätte.

Und ebenso steigt eben auch mein Anspruch an sie als Live-Musikerin. Da ist ja derzeit noch ein wenig Luft nach oben. Ich finde es aber durchaus o.k., wenn man das als "Fan" oder "Sympathisant" auch einfordert. Umso mehr kann man sich dann darüber freuen, wenn es immer besser wird.

Economist
19.10.2012, 01:49
Also ich persönlich merke an mir tatsächlich, dass ich an Lena heute andere Qualitäten schätzen lerne (und dadurch auch in anderen Gebieten bestimmte Erwartungshaltungen an sie hege) als im Jahr 2010: Damals war es so, dass ich Lena für eine von Natur aus begnadete Bühnenkünstlerin und Entertainerin gehalten habe, die eher durch ihre Performance (auf und außerhalb der Bühne) brilliert; und die Faszination, die sie auf die Menschen (mich inbegriffen) ausstrahlte, und den Erfolg, der sich bei ihr einstellte, führte ich eben auf genau diese Persönlichkeit und dieses Auftreten zurück, wohingegen man ihre aus objektiver Sicht vielleicht nicht soooo überragende Sangeskunst gern großzügig hinwegsehen konnte ..... heute hingegen (und das ist wie gesagt eine Entwicklung, die ich so selber nie für möglich gehalten hätte!) muss ich feststellen, dass sie ein aus meiner Sicht musikalisch erstaunlich gelungenes Album abgeliefert hat, das einen beim Hören anspricht und das eine ganz eigene Faszination ganz unabhängig von der Interpretin (!) ausübt, wohingegen man mit der Persönlichkeit Lenas und mit der doch recht speziellen Art ihres Auftretens vielleicht gar nicht soooo viel anfangen kann.

(Ich betone es hier lieber noch einmal: Mein musiktheoretisches Verständnis tendiert gegen null und meine Einteilung musikalischer Werke beruht hauptsächlich auf den Kategorien "gefällt mir" vs. "gefällt mir nicht". Dennoch merke ich, dass Lena 2010 bei mir aus anderen Gründen in die Kategorie "gefällt mir" gehört als Lena 2012. Und gerade dass sie es mit Stardust offenbar schafft, wirklich als Sängerin/Musikerin Geltung zu erlangen und nicht nur - so sympathisch man diese auch finden mag - als leicht durchgeknallte Bühnenfigur, sollte doch eigentlich für sie sprechen, nicht gegen sie).

Nehmt ihr Lena heute, nachdem wir ihr erstes "eigenes" Album kennen, anders wahr, entdeckt ihr andere Qualitäten und Vorzüge an ihr, seid ihr aus anderen Gründen von ihr fasziniert, als das 2010 (oder 2011) der Fall war? Ich bin auf einen spannenden, aufschlussreichen und selbstverständlich fairen und respektvollen Gedankenaustausch gespannt! :)

Nein, das kann ich eigentlich nicht sagen, dass ich an Lena andere Qualitäten wahrnehme als zu USFO-Zeiten in 2010. Natürlich hat sie sich als Person weiterentwickelt, und dass ihr ein so gutes "eigenes" Album gelingt, war keineswegs selbstverständlich (auch Lena selber war sich dessen im Vorfeld ja nicht sicher).

Aber ihre Auftritte bei USFO waren quasi ein Versprechen, dass sie das Zeug zur professionellen Musikerin/Sängerin hat. Lena war NIE bloss ein "Medienphänomen" (das Wort würde ich definitiv aus dem Titel streichen, da es suggeriert, Lena sei einmal ein willenloses, unbedarftes Produkt der Medienindustrie gewesen - so wie es halt bei den meisten Castingstars der Fall ist). In 2010 standen Lenas Auftreten auf der Bühne (inklusive ihrer interpretatorischen Fähigkeiten) und ihre Persönlichkeit im Vordergrund, und diese Qualitäten sind heute im Oktober 2012 immer noch ganz wesentlich für meine Faszination mit ihr. Nur kommt jetzt hinzu, dass sie nun bewiesen hat, dass sie auch beim Erschaffen von Songmelodien und -texten große Fähigkeiten hat - mit Unterstützung Anderer (nicht zuletzt, weil Lena kein Instrument spielt), aber doch mehrheitlich "auf ihrem Mist gewachsen".

Es mag Menschen ausserhalb dieses Forums geben, die erst jetzt mit dem Stardust-Album richtig aufmerksam auf sie werden (bzw. sie schätzen lernen), und denen Lenas Persönlichkeit oder ihre Art von Bühnenpräsenz relativ egal ist. Für mich hat sich da nichts verschoben, es ist nur eine Dimension dazugekommen, die man sich für sie erhofft hat, die aber durchaus keine sichere Sache war.

Und meine Erwartungshaltung an Lena? Die besteht lediglich daraus, dass sie weiterhin so gut auf ihre innere Stimme achtet, die ihr die Richtung für ihre weitere Entwicklung vorgibt und die für die Erfüllung eines ihrer wichtigsten Lebensmottos sorgt: Je ne regrette rien. Alles andere wird sich weisen, und ich bin als Fan nur der gespannte Beobachter.

Economist
19.10.2012, 02:04
Und ebenso steigt eben auch mein Anspruch an sie als Live-Musikerin. Da ist ja derzeit noch ein wenig Luft nach oben. Ich finde es aber durchaus o.k., wenn man das als "Fan" oder "Sympathisant" auch einfordert. Umso mehr kann man sich dann darüber freuen, wenn es immer besser wird.

Ich sehe das Verhältnis zwischen Lena und ihren Fans etwas anders. Lena hat ihren eigenen Anspruch an sich selbst als Musikerin. Sie selber, sowie ihr "berufliches Umfeld", werden schon vorrangig dafür sorgen, dass irgendwelche Defizite oder einfach nur Entwicklungspotentiale angegangen werden. Allerdings ist die "letzte Instanz" dann doch das Publikum, das sich für Lenas Musik interessieren soll. Insofern können Fans durchaus auch Feedback geben - aber nicht verstanden als Anspruch des zahlenden Kunden, sondern als Unterstützung für Lenas Weiterentwicklung als Musikerin, damit sie selber sagen kann "ja, damit bin ich zufrieden, so soll es sein".

Frank 67
19.10.2012, 17:43
Die Gründe warum ich Fan wurde haben sich seit USFO nicht verändert. Lenas Witz, ihre Schlagfertigkeit, ihre besondere Ausstrahlung, diese merkwürdig fazinierende Mischung aus Naivität und Abgebrühtheit einer wahren Diva. Und natürlich ihre wohl einzigartige Interpretationsgabe auf der Bühne. Die neuen Qualitäten, welche sich mit dem neuen Album offenbaren, kommen nun noch hinzu. Aber sie sind für mich nicht das essentielle. Gute Songwriter und gute Stimmen in der Musik gibt es viele. Aber Lena war, ist und bleibt als "Gesamtkunstwerk" meiner Meinung nach einzigartig.

Zampano
19.10.2012, 17:44
Die Gründe warum ich Fan wurde haben sich seit USFO nicht verändert. Lenas Witz, ihre Schlagfertigkeit, ihre besondere Ausstrahlung, diese merkwürdig fazinierende Mischung aus Naivität und Abgebrühtheit einer wahren Diva...

Genau so...

esiststeffen
19.10.2012, 20:00
hmm, ich definiere besser noch mal zwei Begriffe, die ich verwendet habe, um klarzumachen, was ich darunter verstehe:


- Medienphänomen: Ich meine damit eben die Beobachtung, wonach Lena 2010 eben nur deshalb funktioniert hat, weil sie - nun ja, eben Lena war. Weil sie die Leute vor allem durch ihr Auftreten und ihre Art, Songs zu interpretieren, für sich eingenommen hat. Weil auch das für mich ein wesentlicher Grund für den Hype war, den sie ausgelöst hat. Und der eine oder andere konnte dann gerade weil es diesen Hype gab sich für Lena begeistern oder sie überhaupt erst für sich entdecken. Wäre es nur ums Singen gegangen, hätte Lena also nur ein Tape mit einem selbst aufgenommenen Song irgendwohin zur Beurteilung geschickt, wäre sie dann auch so erfolgreich geworden? Ich weiß es nicht ;)


Aber ihre Auftritte bei USFO waren quasi ein Versprechen, dass sie das Zeug zur professionellen Musikerin/Sängerin hat. Lena war NIE bloss ein "Medienphänomen" (das Wort würde ich definitiv aus dem Titel streichen, da es suggeriert, Lena sei einmal ein willenloses, unbedarftes Produkt der Medienindustrie gewesen - so wie es halt bei den meisten Castingstars der Fall ist). In 2010 standen Lenas Auftreten auf der Bühne (inklusive ihrer interpretatorischen Fähigkeiten) und ihre Persönlichkeit im Vordergrund, und diese Qualitäten sind heute im Oktober 2012 immer noch ganz wesentlich für meine Faszination mit ihr. Nur kommt jetzt hinzu, dass sie nun bewiesen hat, dass sie auch beim Erschaffen von Songmelodien und -texten große Fähigkeiten hat - mit Unterstützung Anderer (nicht zuletzt, weil Lena kein Instrument spielt), aber doch mehrheitlich "auf ihrem Mist gewachsen".
Die Gründe, die Economist beschreibt, warum er von Lena damals so eingenommen wurde, sind die gleichen, die auch für mich gelten. Dass ich Lena niemals als "ein willenloses, unbedarftes Produkt der Medienindustrie" beschreiben würde oder beschrieben hätte, sollte man eigentlich wissen, aber ich betone es hier noch mal ganz ausdrücklich ;)


- Erwartungshaltung: Darunter möchte ich ausdrücklich keinerlei Verweis auf die hier im Forum ja derzeit sehr akuten Debatten "sollte Lena das und das und das tun oder bleiben lassen, und darf man das überhaupt sagen" verstanden wissen. Vielmehr geht es mir darum, dass ja (so mein unmaßgeblicher Eindruck) mancher Fan Lena vielleicht für eine vollkommene Künstlerin in jeder Hinsicht hält, die in jeder Art der (Bühnen-)Kunst ein absolutes Naturtalent darstellt. Ich sehe das naturgemäß nicht ganz so. In diesem Sinne verstehe ich unter "Erwartungshaltung" die Frage, in welchen Bereichen der Hörer/Zuschauer von Lena erwartet, dass sie gut ist und sich überhaupt in einen Bewertungsmaßstab einfügt. Zum Beispiel würde wohl niemand von Lena erwarten, dass sie plötzlich eine Gesangs- und Intonationsgabe wie Anna Netrebko entwickelt, und daher sie auch sicher nicht nach dem Maßstab bewerten, der für eine Anna Netrebko gelten würde. Und in meinem Fall war es wie gesagt so, dass ich Lena für eine sehr begnadete Entertainerin gehalten habe, die auf der Bühne bzw vor der Kamera ihre Show abzieht und damit das Publikum ein- und mitnimmt, wodurch der Gesang letzlich (hmm, wie soll ich das definieren) quasi nur "Mittel zum Zweck" ist. Wichtig war vor diesem Hintergrund dabei nicht so sehr der Song an sich, sondern eben wie sie mit ihm umgeht, welches Flair und welche neue Deutung sie ihm verleiht, wie sie ihn eben interpretiert. Damit wir uns nicht falsch verstehen, diese Fähigkeit Lenas ist ein ungeheures Pfund, was vielleicht eine von Millionen mitbringt - aber es funktioniert eben gerade über die Person und das Charisma Lenas, nicht so sehr über die Songs an sich. Lena war für mich immer nur deshalb erfolgreich, weil sie eben Lena war. Dass sie aber nun plötzlich ein Album vorlegt, die mir ganz unabhängig von der Person Lena und dem Bild, das ich von ihr im Kopf habe, gefallen ..... das ist für mich eine Beobachtung, die mich wie gesagt selber absolut überrascht und verblüfft ;)

Zampano
19.10.2012, 20:27
Wäre es nur ums Singen gegangen, hätte Lena also nur ein Tape mit einem selbst aufgenommenen Song irgendwohin zur Beurteilung geschickt, wäre sie dann auch so erfolgreich geworden? Ich weiß es nicht ;)


Wahrscheinlich nicht, vielleicht doch, kann man schwer einschätzen... aber die Person Lena ist für mich unverzichtbar...


Vielmehr geht es mir darum, dass ja (so mein unmaßgeblicher Eindruck) mancher Fan Lena vielleicht für eine vollkommene Künstlerin in jeder Hinsicht hält, die in jeder Art der (Bühnen-)Kunst ein absolutes Naturtalent darstellt.

Is so... davon bin ich überzeugt... :hmm: freue mich auf ihre erste Schauspielrolle...


Zum Beispiel würde wohl niemand von Lena erwarten, dass sie plötzlich eine Gesangs- und Intonationsgabe wie Anna Netrebko entwickelt, und daher sie auch sicher nicht nach dem Maßstab bewerten, der für eine Anna Netrebko gelten würde.

Ich habe gestern nochmal den fantastischen Blogeintrag "L-Wort" von jupp gelesen, da ist das unsinnige "Vergleichen" und der "Maßstab" sehr schön auf den Punkt gebracht... Wahre Liebe vergleicht nicht... :wub:

http://www.lenaisten.de/2011/11/08/das-l-wort/


Dass sie aber nun plötzlich ein Album vorlegt, die mir ganz unabhängig von der Person Lena und dem Bild, das ich von ihr im Kopf habe, gefallen ..... das ist für mich eine Beobachtung, die mich wie gesagt selber absolut überrascht und verblüfft

Das freut mich sehr für dich (und alle anderen, die Lena jetzt über die Musik entdecken)...!
Für mich ist das nur das Tüpfelchen auf dem i, quasi die Kirschen auf dem Sahnehäubchen...

bates
20.10.2012, 10:00
Wäre es nur ums Singen gegangen, hätte Lena also nur ein Tape mit einem selbst aufgenommenen Song irgendwohin zur Beurteilung geschickt, wäre sie dann auch so erfolgreich geworden? Ich weiß es nicht ;)

Die Frage ist natürlich nicht zu beantworten. Aber ich verweise nochmal (vielleicht kennst Du es noch nicht) auf das legendäre Video, worin dem Slayer-Schlagzeuger Dave Lombardo "Satellite" und "My Cassette Player" vorgespielt werden:

http://www.youtube.com/watch?v=Nodac68nznU

Lombardo hat Lena nie gesehen und keine Ahnung von ihr, er kommt aus einer völlig anderen musikalischen Ecke, und er musste nur wenige Sekunden hören, um genau zu analysieren, was die Stärke von Lenas Stimme ausmacht. (Ihre Persönlichkeit steckt da schon drin - es geht nie "nur ums Singen", das Singen transportiert ja immer etwas.) Und dass Dir die neue Platte unabhängig von Lena gut gefällt, glaube ich gern, das liegt darin, dass die Musik mehr als vorher ganz für sich stehen kann - man kann sie toll finden, ohne irgendetwas über Lena zu wissen. Das liegt paradoxerweise aber gerade daran, dass Lena Lena ist, dass darin mehr Lena (genau die, die Lombardo so genau erkennt und beschreibt) steckt als auf den Alben zuvor.

Und: Der Grund, warum Lombardo von Lenas Stimme affiziert wird, ohne Lena zu kennen, und der Grund, warum Lena zum Medienphänomen wurde, sind genau derselbe, es ist hier wie dort ihre spezifische (Künstler-)Persönlichkeit, an der das liegt. (Und nein, die ist natürlich nicht vollkommen, aber auffällig und unvergleichlich.)

Rolwin
20.10.2012, 10:56
Wäre es nur ums Singen gegangen, hätte Lena also nur ein Tape mit einem selbst aufgenommenen Song irgendwohin zur Beurteilung geschickt, wäre sie dann auch so erfolgreich geworden? Ich weiß es nicht

Bei mir wäre sie damit angekommen.

1. Ich mag ihre Stimmfarbe.
2. Ich mag den teilweise gebrochenen Gesangsstiel. Das ist für mich nicht nur einfach Singen, sondern Kunst.

3. Klar, von Vorteil ist es natürlich, wenn man sie auch dabei sieht. Ausstrahlung, Interpretation, Spielfreude usw.

Das alles hat sich seit "My Same", bis hin zum letzten Albumsong "Don´t Panic", nicht geändert. Sie ist unverwechselbar. Von daher reiht sie sich in die Liga, der besten Sängerinnen ein.

Grombold
20.10.2012, 14:12
Bei mir wäre sie damit angekommen.

1. Ich mag ihre Stimmfarbe.
2. Ich mag den teilweise gebrochenen Gesangsstiel. Das ist für mich nicht 'einfach nur Singen', sondern Kunst.

3. Klar, von Vorteil ist es natürlich, wenn man sie auch dabei sieht. Ausstrahlung, Interpretation, Spielfreude usw.

Das alles hat sich seit "My Same", bis hin zum letzten Albumsong "Don´t Panic", nicht geändert. Sie ist unverwechselbar. Von daher reiht sie sich in die Liga, der besten Sängerinnen ein.
Das unterschreib ich mal so.

PS: mit kleiner gramatischen Korrektur.

maybear
20.10.2012, 22:37
Das alles hat sich seit "My Same", bis hin zum letzten Albumsong "Don´t Panic", nicht geändert.Ich würde Lille Katt noch mit einbeziehen als wirklich letzten Albumsong. Auch bei diesem Bonustrack zeigt sich wie schon bei USFO, daß Lena nicht nur Songs genial interpretiert, sondern auch aus dem riesigen Fundus an existierenden Songs sehr gezielt und stilsicher auswählt. Und damit war sie für mich von vornherein in erster Linie Musikerin und ich muß deshalb den Titel dieses Treads ablehnen.

Was mich ja interessieren würde, inwieweit Lena damals bei USFO auch schon Einfluß auf die Arrangements der Songs durch die Heavytones genommen hat, bei der LLT war ihr Anteil da wohl eher gering, aber auch darüber ist glaube ich nichts genaueres bekannt. Aber es reichen auch allein die Auswahl dieser Songs sowie ihre Interpretation derselben vollkommen aus. Daß sie sich als derartig geniale Komponistin und auch interessante Texterin erweisen würde, wie wir seit Stardust wissen, hätte wohl niemand hier geahnt. Ich habe heute noch einmal den neuen, von Adele gesungenen Bondsong gehört, meine Güte, um wieviel Klassen besser sind sämtliche Kompositionen (den Text vermag ich nicht zu beurteilen) auf dem Album Stardust (und insbesondere die, die zum einem großen Teil auf Lenas Konto gehen)! So viele Pop-Hits, die trotzdem musikalisch interessant sind, haben vielleicht zuletzt die Beatles komponiert ...

j_easy
20.10.2012, 23:45
Lena ist gewachsen, persönlich wie musikalisch.

Das einzige was ich etwas vermisse, ist Ihr Wortwitz aus 2010 / teilweise 2011 ;)

(Dafür hat Sie mich / uns mit Ihrer Interpretation von TBAS beschenkt und Ihre düstere Seite gezeigt.)

Meine Sicht auf Lena schwankt auch so von Zeit zu Zeit etwas ... Ich finde es aber immer wieder spannend, was Sie so an Überraschungen aus dem Hut zaubert, wie der Job in L.A., das Gala Fotoshooting, die Teilnahme am Kinderkanal Casting ...

Ach ja, als etwas Besonderes hatte ich Lena schon 2010 wahrgenommen und was ich 2012 als Gesamtpaket medial oder auch live erlebe bestärkt mich darin, das hier eine Ausnahmekünstlerin entdeckt wurde, die zudem weiterhin eine geerdete, sehr ehrliche und sympathisch Person zu sein scheint.

juppmartinelli
21.10.2012, 00:20
Schönes Thema, vielen Dank @esiststeffen. Ich verstehe Deine Überlegung sehr gut. (Ich habe mir vor einiger Zeit mal eine ähnliche Frage (http://www.lenameyerlandrut-fanclub.de/forum/showthread.php?5840-Lenas-Sein-und-die-Zeit)gestellt.) Ich denke, Lenas Faszination hatte von Anfang an damit zu tun, dass beides im Spiel war, Bewunderung für ihre Fähigkeiten als Song-Interpretin, mit der sie einfach aus allem herausstach, was es jemals im Casting-TV gegeben hatte, und zweitens Verknalltsein in ihre Persönlichkeit, für die dasselbe gilt, und die darüber hinaus im Rahmen von USFO wunderbar präsentiert werden konnte, so dass man wirklich das Gefühl hatte, diese Person immer besser kennen zu lernen. Es war diese Kombination und die Art und Weise, wie beides auf der Bühne zusammenkam, wie sich die Persönlichkeit im Gesang ausdrückte (bates hat es gesagt). Irgendwie glaube ich schon, dass jemand, der eine total langweilige Person ist, letztlich auch nur langweilige Musik machen kann. Und wer so interessant singen kann, wie Lena, der hat auch interessante Dinge erlebt und zu sagen. Beides, Musik und Persönlichkeit, war gleichermaßen essentiell. (Hier den üblichen Gag einfügen. :zahn:) Und daran hat sich im Prinzip nichts geändert.

Dennoch glaube ich, dass es eine gewisse Wahrnehmungsverschiebung gibt, auch bei mir, vor allem aber bei denen, die sich in der Vergangenheit nicht oder kaum für Lena interessiert haben. Die Musik tritt einfach langsam in den Vordergrund. Hier knüpfe ich an bates und Economist an, insbesondere an das Wort "Versprechen", das Economist benutzt hat. Klar ist: Hätte Lena nicht schon mit ihrem ersten Auftritt das Versprechen gegeben, einmal solche Alben wie Stardust vorlegen zu können, hätte sich (glaube ich) keiner langfristig für sie interessiert. Frank67 sagte, gute Stimmen und gute Songwriter gebe es viele. Das stimmt, aber hübsche 18-Jährige, die nicht auf den Mund gefallen sind, gibt es auch mehrfach. Aber: Die Wahrnehmung von LML als Musikerin musste am Anfang zwangsläufig etwas zurückstehen, einfach weil es zunächst einmal so wenig Musik von ihr gab. Statt dessen waren alle wie wild dabei, herauszufinden, wer dieses Mädchen ist und woher sie kommt. Inzwischen kennen wir Lena, soweit wir sie kennen können, ganz gut. Was es über ihre Biographie zu wissen gibt, weiß man halt inzwischen. Solche Diskussionen und Entdeckungen spielen z.B. in diesem Forum schon seit langem keine besondere Rolle mehr. (Was haben sich die Leute hier früher seitenlang die Köpfe eingehauen über die Meldung, dass Lena rauche oder geraucht habe!) Und auch ihre Art, sich öffentlich zu präsentieren, hat sich eben stark geändert seit dem Schlussjubel von My Same, ist professioneller geworden, wer wollte das bestreiten. Sie sticht heute in dieser Hinsicht nicht mehr so raus. Dafür haben wir aber eben nun erstmalig Musik, die den Stempel Made by LML vollständig verdient. Und deshalb konzentriert sich auch die Wahrnehmung darauf. Leute, die Lena heute neu entdecken (mögen es viele sein!) werden sich möglicherweise von Anfang an nur für die Vokalistin Lena interessieren, und das ist auch völlig okay. Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass jemand, der Lenas Album hört, ohne zu wissen, wer sie ist, am Ende den Gedanken hat, "Ich muss wissen, wer diese Frau ist!" Ich besitze einfach zu viele Alben anderer Interpreten, die ich total brillant finde, bei denen ich das eben nicht denke. Sollte aber jemand sie heutzutage in einer Talkshow sehen oder über eine alte USFO-Folge stolpern, könnte es sein, dass er oder sie quasi im Schnelldurchlauf alles wieder durchmacht, was wir hier in zweieinhalb Jahren hinter uns gebracht haben.

j_easy
21.10.2012, 01:32
Jennifer Braun war auch 18 ... und hat einige zu der Zeit fasziniert. Wie weit wäre Sie gekommen, hätte Sie statt Lena USFO gewonnen. Auch wenn das wieder so eine blöde, höher, schneller, weiter Frage ist.

Ich konnte mich auch nur in Lena verknallen ... Nur Sie hatte FÜR MICH das gewisse Etwas und der halben Republik wurde das ja später auch suggeriert ... Bevor es nicht mehr interessant war, Lena toll zu finden.

Axel1954
21.10.2012, 10:36
Jennifer fanzinierte aber nurdurch ihre Stimme, ihre Persönlichkeit war eher, ich sag jetzt mal ...... hausbacken, langweilig trifft es nicht, das wäre zu abwertend.

Das war jedenfalls mein Eindruck ..... im Gesang sehr talentiert aber brav und hausbacken.

mrlenchenfan
10.11.2012, 11:52
Jennifer fanzinierte aber nurdurch ihre Stimme, ihre Persönlichkeit war eher, ich sag jetzt mal ...... hausbacken, langweilig trifft es nicht, das wäre zu abwertend.

Das war jedenfalls mein Eindruck ..... im Gesang sehr talentiert aber brav und hausbacken.

Das sagt man auch Heute zu Roman Lob! Und der hatte USFB gewonnen!

Es wurde schon vieles zu Lena gesagt, was alles auch so mit meinen Sinnen, aufgenommen wurde. Zur USFO-Zeit wurde Lena auch von "Alten Hasen" der Musikbranche bescheinigt, dass Lena es spielend schafft, Songs die sie covert, zu ihren Eigenen zu machen! Das ist auch einer der Unterschiede zu Jennifer Braun gewesen, was zum Beispiel auch Adel Tawil richtig im Viertelfinale (?) von USFO zu Jennifer in einer Songkritik bemerkte! Oder wie Anke Engelke bemerkte, dass Lena die Songs "lebt". Oder Stefan Raab zu Lena (sinngemäß) sagte: "Deine Auftritte sind immer eine 'Wundertüte'"!

Wie können aber auch andere Vergleiche aus USFO zu Rate ziehen: Warum haben zum Beispiel Sharyhan Osmann oder Kerstin Freking, obwohl die beiden (vielleicht) besser als Lena gesungen (in Bezug der Intonation!) gesungen haben? Ich glaube da hatte Barbara Schöneberger schon den richtigen Kommentar zu Lena gefunden: Das "Gesamtpaket" stimmte bei Lena! Auch Stefan Raab äußerte sich ähnlich in einem Zuspieler eines der Songs zu USFO.

Deshalb glaube ich auch daran, dass wir Lena wohl demnächst in diversen Fersehproduktionen sehen werden, die für uns einen gemütlichen und entspannten und lustigen Abend bringen werden! Ich hätte da eine Idee: Ein 90 Minuten Special mit Ange Engelke bei Ladykracher!

Deshalb sehe ich auch (zumindestens für die nahe Zukunft) alles easy mit Lena für die nächste Zeit! Und es ist ja nicht so, dass sich Lena bei den Radiostationen anbiedern musste. Im Gegenteil: Wie ich jetzt irgendwo im Internet in den letzten Tagen gelesen habe, standen die Radiostationen bei Lena "Schlange" um einen Termin zu erhaschen!

Darum steht für mich fest: Das Produkt "Lena" ist noch lange kein Auslaufmodell Und wenn sich das Produkt "Lena" immer noch verbessert, wird es auch in 10, 15 Jahren noch auf dem Markt sein! Vielleicht mit einigen Unterbrechungen (Familienplanung usw.), aber ich hoffe und glaube, dass ich das Produkt "Lena" auch noch 2022 kaufen kann!

Günni2
10.11.2012, 12:15
Mon Leute.

Meiner Meinung nach wird Lena medial viel zu tun bekommen. Auch in der Modebranche kann sie das eine und das andere Mal sich zeigen und ich glaube recht nachhaltig. Sie wird Songs schreiben und ab und zu auch ein eigenes Album raus bringen. Viel mit Kindern zusammen arbeiten, auf musikalischer Basis. Sie wird vielseitig arbeiten, sich aber nie verzetteln. Und ich glaube, wir werden lange was von ihr haben. Was ich damit sagen wollte, Lena ist ein Multitalent. Und ich schätze, das wird ihr Erfolg sein.

Fritz

Bronto
14.05.2014, 10:53
Dieser Beitrag sollte nicht im Off-Topic-Bereich untergehen. Das passt wohl in diesen Thread am besten.




Im Zeitalter sozialer Netzwerke ist es geradezu ein Geschenk, nicht prominent zu sein.

Das habe ich auch schon sehr oft gedacht. Und wenn ich dann fasziniert Lena dabei zusehe, wie sie vor die Kameras tritt, weiß ich, dass es eine gibt, für die das eben nicht gilt. Bei ihr wirken gewiss sehr viele Umstände glücklich zusammen, dass sie diesen Irrsinn verkraftet; aber es ist wahrlich ehrfurchtgebietend, wie souverän sie das tut. Freilich wissen wir seit über vier Jahren, dass sie dort, wo sie heute ist, tatsächlich auch hin wollte, auch wenn sie anfänglich keinen konkreten Plan dafür hatte. Aber die Unbeirrbarkeit, mit der sie seit Frühjahr 2010 voranschreitet, bestätigt mir, dass sie haargenau weiß, was sie tut und warum. Schon zu Zeiten ihrer alten Homepage war ich verblüfft, mit welcher Nonchalance sie die total irrsinnigen Hasstiraden (teilweise mit offen nazistischer Ausrichtung), die dort hinterlassen wurden, einfach stehen ließ. Irgendwann verschwanden sie dann einfach, und Lena hat kaum jemals auch nur die leiseste Andeutung darüber gemacht. Nur ganz andeutungsweise konnte man dann und wann mal an ihrer Mimik ein Zeichen des Angefasstseins wahrnehmen, aber in ihren expliziten Äußerungen blieb sie immer maximal souverän (ich bringe keine Zitate, sondern vertraue darauf, dass jeder sofort zwei, drei, vier Beispiele vor Augen hat). Und das in dem Alter.

Langer Rede kurzer Sinn: Lenas Bestimmung ist es, ein Star zu sein. Und sie ist ein Star, der vollkommenste, den ich je beobachtet habe. Denn ihr gelingt das eigentlich unmögliche: gleichzeitig völlig skandalfrei zu bleiben und trotzdem über Jahre konstant in höchstem Grade zu polarisieren. Mir fällt niemand sonst ein, auf den das zutrifft. Und dass sie so sehr polarisiert (was ein großes Glück, ja geradezu eine conditio sine qua non für einen Star ist), gelingt ihr wiederum auf maximal subtile Weise, nämlich indem sie Projektionen ("zickig", "arrogant" u.ä.) auf sich zieht, ohne wirklich etwas dazu zu tun. Und obwohl sie ein vollkommener Star ist, gelingt es ihr, vollkommen entspannt zu bleiben und in der wirklichen Welt zu leben und lächerliche Absurditäten, die manch anderer Star sich einfallen lässt, nur um sein Star-Sein zu betonen, mit der größten Selbstverständlichkeit bleiben zu lassen. Durch all das ist Lena so einzigartig und unvergleichlich.

Rolwin
20.05.2014, 11:03
http://www.lenameyerlandrut-fanclub.de/forum/images/misc/quote_icon.png Zitat von Peter Paul Benz http://www.lenameyerlandrut-fanclub.de/forum/images/buttons/viewpost-right.png (http://www.lenameyerlandrut-fanclub.de/forum/showthread.php?p=554789#post554789)


http://www.lenameyerlandrut-fanclub.de/forum/images/misc/quote_icon.png Zitat von Doktor Landshut http://www.lenameyerlandrut-fanclub.de/forum/images/buttons/viewpost-right.png (http://www.lenameyerlandrut-fanclub.de/forum/showthread.php?p=554783#post554783)
Im Zeitalter sozialer Netzwerke ist es geradezu ein Geschenk, nicht prominent zu sein.



Das habe ich auch schon sehr oft gedacht. Und wenn ich dann fasziniert Lena dabei zusehe, wie sie vor die Kameras tritt, weiß ich, dass es eine gibt, für die das eben nicht gilt. Bei ihr wirken gewiss sehr viele Umstände glücklich zusammen, dass sie diesen Irrsinn verkraftet; aber es ist wahrlich ehrfurchtgebietend, wie souverän sie das tut. Freilich wissen wir seit über vier Jahren, dass sie dort, wo sie heute ist, tatsächlich auch hin wollte, auch wenn sie anfänglich keinen konkreten Plan dafür hatte. Aber die Unbeirrbarkeit, mit der sie seit Frühjahr 2010 voranschreitet, bestätigt mir, dass sie haargenau weiß, was sie tut und warum. Schon zu Zeiten ihrer alten Homepage war ich verblüfft, mit welcher Nonchalance sie die total irrsinnigen Hasstiraden (teilweise mit offen nazistischer Ausrichtung), die dort hinterlassen wurden, einfach stehen ließ. Irgendwann verschwanden sie dann einfach, und Lena hat kaum jemals auch nur die leiseste Andeutung darüber gemacht. Nur ganz andeutungsweise konnte man dann und wann mal an ihrer Mimik ein Zeichen des Angefasstseins wahrnehmen, aber in ihren expliziten Äußerungen blieb sie immer maximal souverän (ich bringe keine Zitate, sondern vertraue darauf, dass jeder sofort zwei, drei, vier Beispiele vor Augen hat). Und das in dem Alter.

Langer Rede kurzer Sinn: Lenas Bestimmung ist es, ein Star zu sein. Und sie ist ein Star, der vollkommenste, den ich je beobachtet habe. Denn ihr gelingt das eigentlich unmögliche: gleichzeitig völlig skandalfrei zu bleiben und trotzdem über Jahre konstant in höchstem Grade zu polarisieren. Mir fällt niemand sonst ein, auf den das zutrifft. Und dass sie so sehr polarisiert (was ein großes Glück, ja geradezu eine conditio sine qua non für einen Star ist), gelingt ihr wiederum auf maximal subtile Weise, nämlich indem sie Projektionen ("zickig", "arrogant" u.ä.) auf sich zieht, ohne wirklich etwas dazu zu tun. Und obwohl sie ein vollkommener Star ist, gelingt es ihr, vollkommen entspannt zu bleiben und in der wirklichen Welt zu leben und lächerliche Absurditäten, die manch anderer Star sich einfallen lässt, nur um sein Star-Sein zu betonen, mit der größten Selbstverständlichkeit bleiben zu lassen. Durch all das ist Lena so einzigartig und unvergleichlich.

Danke @Bronto für das Verlinken, kannte den Beitrag nicht.

Nach dem Lesen des Beitrages von @Peter Paul Benz war mir schlagartig klar, warum so viele Beiträge hier im Forum (auch meine), ihn auf die Palme bringen.
Alles was @PPB geschrieben hat, ist auch in meinem Inneren tief verankert und ich sollte beim Schreiben eines Beitrages, dieses Grundsätzliche immer mit vor Augen haben.
Ich hoffe, dass gelingt mir in Zukunft besser. :)

(Das ist jetzt keine Lobhuddelei. Es sind diese Beiträge, die die Faszination dieses Forums für mich ausmachen, bedingt auch, weil mir selber die Fähigkeit fehlt, meine Gefühle in schriftlicher Form, auch nur ansatzweise so toll zu formulieren. Ich bin eher der Mensch, der mündlich, bzw durch Gestik und Mimik, überzeugen kann, hoffe ich :) )

Tiny Tim
20.05.2014, 11:34
@Rolwin: :knuddel:

earplane
20.05.2014, 11:50
Nur ist das mit dem Star und schon gar nicht das mit der Musikerin wirklich den meisten Leuten bewusst geworden. Für viele war und bleibt Lena ein kurzfristiges Medienphänomen das spätestens Anfang 2011 endgültig den Zenit überschritten hat und seit dem nur noch nervt. Das dürfte leider noch eine Weile so bleiben bis irgendwann die Gewöhnung einsetzt und sie auch als fester Bestandteil des deutschen Star-Zirkus gesehen wird.

j_easy
20.05.2014, 12:12
Nur ist das mit dem Star und schon gar nicht das mit der Musikerin wirklich den meisten Leuten bewusst geworden. Für viele war und bleibt Lena ein kurzfristiges Medienphänomen das spätestens Anfang 2011 endgültig den Zenit überschritten hat und seit dem nur noch nervt. Das dürfte leider noch eine Weile so bleiben bis irgendwann die Gewöhnung einsetzt und sie auch als fester Bestandteil des deutschen Star-Zirkus gesehen wird.

Würde Lena alle nerven, hätte z.B. L'Oreal Abstand vom Vertrag genommen. Ihre Fans nervt Sie nicht und viele Neutrale wahrscheinlich auch nicht.
Interessant, jetzt übernehme ich den optimistischen Part. ;)

Tiny Tim
20.05.2014, 12:20
Nur ist das mit dem Star und schon gar nicht das mit der Musikerin wirklich den meisten Leuten bewusst geworden. Für viele war und bleibt Lena ein kurzfristiges Medienphänomen das spätestens Anfang 2011 endgültig den Zenit überschritten hat und seit dem nur noch nervt. Das dürfte leider noch eine Weile so bleiben bis irgendwann die Gewöhnung einsetzt und sie auch als fester Bestandteil des deutschen Star-Zirkus gesehen wird.

Du hast das Grundsätzlichste immer noch nicht begriffen. Was "viele" denken oder sagen, ist wurscht. Einen Star, der von "allen" bewundert bzw. respektiert wird, gibt es nicht und hat es nie gegeben und kann es auch nicht geben. Der größte Star des 20. Jahrhunderts, Elvis Presley, blieb für "viele" immer ein primitiver Rowdy, der Negermusik blökt. Gerade das aber war eine wichtige Voraussetzung für sein Startum: die Polarisierung, die die Jugend dazu drängte, für Elvis Presley Partei zu ergreifen.
Es gibt durchaus Beispiele für sehr erfolgreiche Leute, die von niemandem angefeindet werden; Sebastian Vettel z.B. oder Helene Fischer. Das sind aber keine Stars, und man wird sich in 20 Jahren auch nicht mehr an sie erinnern, weil es nichts geben wird, was zur Erinnerung drängt. Es ist und bleibt ein fundamentales Fehlverständnis zu glauben, die Tatsache, dass "viele" Lena als Star nicht anerkennen, sei ein Hindernis für sie. Eher das Gegenteil trifft zu.

earplane
20.05.2014, 13:04
Du hast das Grundsätzlichste immer noch nicht begriffen. Was "viele" denken oder sagen, ist wurscht. Einen Star, der von "allen" bewundert bzw. respektiert wird, gibt es nicht und hat es nie gegeben und kann es auch nicht geben. Der größte Star des 20. Jahrhunderts, Elvis Presley, blieb für "viele" immer ein primitiver Rowdy, der Negermusik blökt. Gerade das aber war eine wichtige Voraussetzung für sein Startum: die Polarisierung, die die Jugend dazu drängte, für Elvis Presley Partei zu ergreifen.
Es gibt durchaus Beispiele für sehr erfolgreiche Leute, die von niemandem angefeindet werden; Sebastian Vettel z.B. oder Helene Fischer. Das sind aber keine Stars, und man wird sich in 20 Jahren auch nicht mehr an sie erinnern, weil es nichts geben wird, was zur Erinnerung drängt. Es ist und bleibt ein fundamentales Fehlverständnis zu glauben, die Tatsache, dass "viele" Lena als Star nicht anerkennen, sei ein Hindernis für sie. Eher das Gegenteil trifft zu.

Super, der Beiß-Reflex ist noch da. Aber auf das was du da schilderst wollte ich gar nicht hinaus. Anfeindungen gegen Lena sind ja auch selten geworden. Es ist eher so dass Lena außerhalb des exklusiven Kreises von uns Hardcore Fans schlicht und einfach mittlerweile als uninteressant abgehakt worden ist. Man weiß zwar dass sie wie Nicole irgendwann mal den Grand Prix gewonnen hat. Aber außerhalb dieses minimalen Faktenwissens ist da so gut wie kein Interesse mehr. Auch bei Leuten die früher mal Fans waren. Lena ist zwar noch nicht ganz vergessen, aber Aufmerksamkeit erregen in letzter Zeit eben nur noch Dinge wie das Doosh Video und der Magersucht Skandal. Auch die Leute die Lena bei FB folgen interessieren sich ja gar nicht für sie, für ihre Musik oder wann das nächste Album kommt sondern liken nur süße Selfies und raten ihr in den Kommentaren mehr zu essen. :hmm: Und das ist nur die nationale Perspektive. Außerhalb der Landesgrenzen kennen die Leute ohnehin nur Satellite.

Rolwin
20.05.2014, 13:12
Du hast das Grundsätzlichste immer noch nicht begriffen. Was "viele" denken oder sagen, ist wurscht. Einen Star, der von "allen" bewundert bzw. respektiert wird, gibt es nicht und hat es nie gegeben und kann es auch nicht geben. Der größte Star des 20. Jahrhunderts, Elvis Presley, blieb für "viele" immer ein primitiver Rowdy, der Negermusik blökt. Gerade das aber war eine wichtige Voraussetzung für sein Startum: die Polarisierung, die die Jugend dazu drängte, für Elvis Presley Partei zu ergreifen.
Es gibt durchaus Beispiele für sehr erfolgreiche Leute, die von niemandem angefeindet werden; Sebastian Vettel z.B. oder Helene Fischer. Das sind aber keine Stars, und man wird sich in 20 Jahren auch nicht mehr an sie erinnern, weil es nichts geben wird, was zur Erinnerung drängt. Es ist und bleibt ein fundamentales Fehlverständnis zu glauben, die Tatsache, dass "viele" Lena als Star nicht anerkennen, sei ein Hindernis für sie. Eher das Gegenteil trifft zu.
Mhmm...bin mal wieder verblüfft.
Hatte mich bisher gedanklich noch nicht damit auseinander gesetzt, was einen "Star" zu einem Star macht. Die Überlegung kann ich mir jetzt schenken. Denn das was du geschrieben hast, trifft es zu Hundert Prozent. :)

gauloises
20.05.2014, 13:20
Außerhalb der Landesgrenzen kennen die Leute ohnehin nur Satellite.

Vor 10 Tagen hieß es noch:


Ich entdecke immer wieder Indizien dafür dass Lena auch außerhalb unseres kleinen Landes bekannter ist als hier gemeinhin angenommen wird. Auch wenn sich das aktuell nicht unbedingt in Verkaufszahlen messen lässt.

;)

tobago
20.05.2014, 13:22
Es ist eher so dass Lena außerhalb des exklusiven Kreises von uns Hardcore Fans schlicht und einfach mittlerweile als uninteressant abgehakt worden ist.

Das stimmt so auch nicht. Ich habe in den letzten Wochen 4 Leute getroffen (übrigens alles Frauen im Alter von ca. 25 - 50 Jahren ;)), die Lena zwar "gut" bzw. "nicht schlecht" fanden, aber vom Stardust-Album bis auf den Titelsong überhaupt nichts mitbekommen hatten.

Jetzt haben sie's alle und sind total begeistert. :kopfhoerer:

j_easy
20.05.2014, 13:22
Super, der Beiß-Reflex ist noch da. Aber auf das was du da schilderst wollte ich gar nicht hinaus. Anfeindungen gegen Lena sind ja auch selten geworden. Es ist eher so dass Lena außerhalb des exklusiven Kreises von uns Hardcore Fans schlicht und einfach mittlerweile als uninteressant abgehakt worden ist. Man weiß zwar dass sie wie Nicole irgendwann mal den Grand Prix gewonnen hat. Aber außerhalb dieses minimalen Faktenwissens ist da so gut wie kein Interesse mehr. Auch bei Leuten die früher mal Fans waren. Lena ist zwar noch nicht ganz vergessen, aber Aufmerksamkeit erregen in letzter Zeit eben nur noch Dinge wie das Doosh Video und der Magersucht Skandal. Auch die Leute die Lena bei FB folgen interessieren sich ja gar nicht für sie, für ihre Musik oder wann das nächste Album kommt sondern liken nur süße Selfies und raten ihr in den Kommentaren mehr zu essen. :hmm: Und das ist nur die nationale Perspektive. Außerhalb der Landesgrenzen kennen die Leute ohnehin nur Satellite.

Auch eine Sicht, die ich stellenweise teile. Aber ist das nicht das Los vieler Musiker? Einige sind ganz verschwunden, wenn Sie an einer neuen Scheibe arbeiten bzw. nur über soziale Netzwerke präsent. Es hat sich einfach normalisiert, auch durch Lenas Entwicklung als Mensch.

Wir werden mehr wissen, wenn Ihre neue Scheibe rauskommt und Tickets für die neue Tour verkauft werden.

Rolwin
20.05.2014, 13:59
Super, der Beiß-Reflex ist noch da. Aber auf das was du da schilderst wollte ich gar nicht hinaus. Anfeindungen gegen Lena sind ja auch selten geworden. Es ist eher so dass Lena außerhalb des exklusiven Kreises von uns Hardcore Fans schlicht und einfach mittlerweile als uninteressant abgehakt worden ist. Man weiß zwar dass sie wie Nicole irgendwann mal den Grand Prix gewonnen hat. Aber außerhalb dieses minimalen Faktenwissens ist da so gut wie kein Interesse mehr. Auch bei Leuten die früher mal Fans waren. Lena ist zwar noch nicht ganz vergessen, aber Aufmerksamkeit erregen in letzter Zeit eben nur noch Dinge wie das Doosh Video und der Magersucht Skandal. Auch die Leute die Lena bei FB folgen interessieren sich ja gar nicht für sie, für ihre Musik oder wann das nächste Album kommt sondern liken nur süße Selfies und raten ihr in den Kommentaren mehr zu essen. :hmm: Und das ist nur die nationale Perspektive. Außerhalb der Landesgrenzen kennen die Leute ohnehin nur Satellite.
Da möchte ich dir doch widersprechen aus eigener Erfahrung.
2011 hörte ich noch sehr viele krasse negative Sprüche von meinen 60 Kollegen, über Lena. War ja auch schick zu dieser Zeit.
Das hat sich bei zwei Drittel völlig verändert und das nicht in der Form, dass keiner mehr über Lena spricht. Im Gegenteil, Lena ist hier und da ein Gesprächsthema und es wird wesentlich respektvoller geführt, wobei ich noch erwähnen möchte, dass ich nie selber ein Gespräch über Lena anfange.

Bspw VK war ein Thema. Die Tendenz war, dass Lena etwas zu aufgedreht war, aber grundsätzlich gut in das Format passt.

Bspw Magersucht. War natürlich ein Thema. Nachdem ich darauf hingewiesen habe, dass jeder, der sich ein Urteil bilden möchte auf ihrem Twitter Account nachlesen kann, dass Lena in der Woche zuvor ernsthaft krank war und sie weiterhin eigentlich hätte im Bett bleiben müssen. Dass dann keiner Aussehen kann, wie das blühende Leben, war allen verständlich. Was mich an dieser "Debatte" aber am meisten gefreut hat war, dass ich in einigen Gesichtern die Erkenntnis lesen konnte, dass tatsächlich über Lena auch viel Müll geschrieben wird.........:)

esiststeffen
20.05.2014, 14:08
Du hast das Grundsätzlichste immer noch nicht begriffen. Was "viele" denken oder sagen, ist wurscht. Einen Star, der von "allen" bewundert bzw. respektiert wird, gibt es nicht und hat es nie gegeben und kann es auch nicht geben. Der größte Star des 20. Jahrhunderts, Elvis Presley, blieb für "viele" immer ein primitiver Rowdy, der Negermusik blökt. Gerade das aber war eine wichtige Voraussetzung für sein Startum: die Polarisierung, die die Jugend dazu drängte, für Elvis Presley Partei zu ergreifen.
Es gibt durchaus Beispiele für sehr erfolgreiche Leute, die von niemandem angefeindet werden; Sebastian Vettel z.B. oder Helene Fischer. Das sind aber keine Stars, und man wird sich in 20 Jahren auch nicht mehr an sie erinnern, weil es nichts geben wird, was zur Erinnerung drängt. Es ist und bleibt ein fundamentales Fehlverständnis zu glauben, die Tatsache, dass "viele" Lena als Star nicht anerkennen, sei ein Hindernis für sie. Eher das Gegenteil trifft zu.

Das sehe ich dann doch etwas anders. Die Leistungen eines Formel-1-Weltmeisters werden ja nicht dadurch größer oder kleiner, ob der außerhalb des Rennwagens ein Großkotz oder ein netter Typ ist. Und bei Musikern würde ich es ganz einfach mal davon abhängig machen, ob ihm/ihr es eben gelingt, Musik zu schaffen, die die Jahrzehnte überdauert. Insofern sehe ich dieses Potenzial bei Helene Fischer (mit ihrem bisherigen Oeuvre) übrigens tatsächlich noch nicht. Mit ihrer Persönlichkeit hat das aber für mich nur bedingt zu tun. Sollte Helene es morgen schaffen, musikalisch einen absoluten Evergreen herauszubringen, dann wäre das was ganz anderes. Um mal dein Beispiel Elvis Presley rauszugreifen (oder setzen wir ihm noch die Beatles an die Seite, die ich als Nachgeborener in Sachen Starruhm, der auch bis heute nachwirkt, Elvis als mindestens ebenbürtig ansehe): Heute behauptet sicher niemand mehr, dass Elvis oder die Beatles Negermusik machen. Wer heute 20 oder 30 oder 40 Jahre alt ist, kennt doch diese Musik von klein auf; selbst die Eltern (und zumindest im Fall der 20-jährigen vielleicht sogar schon die Großeltern) haben sie schon gehört. Im Verhältnis zu vielen heutigen Bands wirken Musik und Auftreten der Beatles (zumindest in den Anfangsjahren) sogar ungeheuer brav. Aber trotzdem gibt es noch heute massig Menschen, die sich für die Beatles interessieren, obwohl sie zum Teil Jahrzehnte nach deren Auflösung geboren sind. Und ich vermute eben, das liegt nicht daran, ob man diese Künstler nun besonders polarisierend empfindet, sondern daran, dass einem schlicht und ergreifend die Musik gefällt.


Die erste Persönlichkeit, die mir immer wieder einfällt, wenn ich über die postume Vergänglichkeit von Ruhm nachdenke, ist Rudolph Moshammer. Zu Lebzeiten kannte den jedes Kind, und wohl fast jeder hätte sofort ein Bild mit allerlei Klischees vor sich gehabt; aber frag mal heute (neun Jahre nach seinem Tod) einen beliebigen Teenager, was er noch mit diesem Namen verbindet. Vermutlich nicht mehr allzuviel – und das obwohl er zu Lebzeiten eine schillernde und umstrittene und sicher auch von vielen angefeindete Person war. Und zwar aus dem Grund, weil er seinen Ruhm eben nicht der Fähigkeit verdankte, unfassbar tolle und unvergessliche Mode zu machen, sondern vor allem seiner Tätigkeit als Selbstdarsteller.
Und auch wenn wir uns auf Musiker beschränken wollen, so waren diejenigen Künstler, die in Deutschland im Jahrzehnt vor Lena für die meisten Schlagzeilen gesorgt haben, aber auch den meisten Anfeindungen ausgesetzt waren, Daniel Küblböck und Tokio Hotel. Da frag ich dich doch mal ganz direkt: Was wird von diesen beiden in zwanzig Jahren geblieben sein? Wer wird sich an sie noch schwärmerisch erinnern, wie man sich heute an Elvis oder an die Beatles erinnert?


Und genau das ist doch der Punkt, der für mich persönlich zu einem guten Teil die Faszination Lena ausmacht – jene Faszination, die ich damals im Jahr 2012 durch diesen Thread versucht hab in Worte zu kleiden: Dass es bei ihr eben auch noch eine Ebene gibt, die nichts mit möglichst großer Medienaufmerksamkeit und Schlagzeilenträchtigkeit und Polarisationsfähigkeit zu tun hat (mögen diese nun bewusst oder unbewusst herbeigeführt worden sein). Sondern schlicht und ergreifend mit ihrer Fähigkeit, gute, zeitlose Musik zu erzeugen. Erst diese Fähigkeit ermöglicht es ihr doch, auch von jenen respektiert zu werden, die sie als Person vielleicht nicht unbedingt mögen. Und genau das ist es doch, was die Grundkonstituente meines persönlichen Verhältnisses zu Lena darstellt: Ich respektiere sie, und zwar ganz gehörig, auch wenn ich sie nicht anhimmle. Und das ist eben nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass mir das Stardust-Album (zu meiner eigenen Überraschung, wie ich ausdrücklich betone) wirklich ganz ausnehmend gut gefallen hat. Ein Album, das man sich gerne anhört, und das auch ganz unabhängig von der Person Lena. Genau dieses Album (dem hoffentlich noch viele weitere folgen werden) zeigt doch erst so richtig, dass Lena eben kein kurzfristiges Medienphänomen à la Küblböck ist. Und ich glaube sogar, dass es vor allem das ist, was Lena sich wünscht: nicht Anbetung als Star, sondern Respekt und Anerkennung als Künstlerin.

earplane
20.05.2014, 14:44
Vor 10 Tagen hieß es noch:
Beide Aussagen stehen nicht notwendiger Weise im Widerspruch. ;)

earplane
20.05.2014, 14:51
Das stimmt so auch nicht. Ich habe in den letzten Wochen 4 Leute getroffen (übrigens alles Frauen im Alter von ca. 25 - 50 Jahren ;)), die Lena zwar "gut" bzw. "nicht schlecht" fanden, aber vom Stardust-Album bis auf den Titelsong überhaupt nichts mitbekommen hatten.

Jetzt haben sie's alle und sind total begeistert. :kopfhoerer:
Das unterstützt ja in gewisser Weise sogar meine These. Selbst wenn die Leute zufällig etwas davon mitbekommen was Lena in letzter Zeit so tut genügt das meist nicht weitergehendes Interesse an ihrer Musik zu wecken. (es sei denn ein gut informierter Lena Fan hilft da ein wenig)

Gilt ähnlich auch für Rolwins Anmerkungen zum Thema. die Desinformation durch die Boulevardmedien kann nur dann Wirken wenn beim Publikum kein Interesse besteht sich über die wahren Hintergründe zu informieren. Dass zufällig jemand die Scheinheiligkeit entlarvt ist ja nicht unbedingt normal.

Rolwin
20.05.2014, 15:09
Das sehe ich dann doch etwas anders. Die Leistungen eines Formel-1-Weltmeisters werden ja nicht dadurch größer oder kleiner, ob der außerhalb des Rennwagens ein Großkotz oder ein netter Typ ist. Und bei Musikern würde ich es ganz einfach mal davon abhängig machen, ob ihm/ihr es eben gelingt, Musik zu schaffen, die die Jahrzehnte überdauert. Insofern sehe ich dieses Potenzial bei Helene Fischer (mit ihrem bisherigen Oeuvre) übrigens tatsächlich noch nicht. Mit ihrer Persönlichkeit hat das aber für mich nur bedingt zu tun. Sollte Helene es morgen schaffen, musikalisch einen absoluten Evergreen herauszubringen, dann wäre das was ganz anderes. Um mal dein Beispiel Elvis Presley rauszugreifen (oder setzen wir ihm noch die Beatles an die Seite, die ich als Nachgeborener in Sachen Starruhm, der auch bis heute nachwirkt, Elvis als mindestens ebenbürtig ansehe): Heute behauptet sicher niemand mehr, dass Elvis oder die Beatles Negermusik machen. Wer heute 20 oder 30 oder 40 Jahre alt ist, kennt doch diese Musik von klein auf; selbst die Eltern (und zumindest im Fall der 20-jährigen vielleicht sogar schon die Großeltern) haben sie schon gehört. Im Verhältnis zu vielen heutigen Bands wirken Musik und Auftreten der Beatles (zumindest in den Anfangsjahren) sogar ungeheuer brav. Aber trotzdem gibt es noch heute massig Menschen, die sich für die Beatles interessieren, obwohl sie zum Teil Jahrzehnte nach deren Auflösung geboren sind. Und ich vermute eben, das liegt nicht daran, ob man diese Künstler nun besonders polarisierend empfindet, sondern daran, dass einem schlicht und ergreifend die Musik gefällt.


Die erste Persönlichkeit, die mir immer wieder einfällt, wenn ich über die postume Vergänglichkeit von Ruhm nachdenke, ist Rudolph Moshammer. Zu Lebzeiten kannte den jedes Kind, und wohl fast jeder hätte sofort ein Bild mit allerlei Klischees vor sich gehabt; aber frag mal heute (neun Jahre nach seinem Tod) einen beliebigen Teenager, was er noch mit diesem Namen verbindet. Vermutlich nicht mehr allzuviel – und das obwohl er zu Lebzeiten eine schillernde und umstrittene und sicher auch von vielen angefeindete Person war. Und zwar aus dem Grund, weil er seinen Ruhm eben nicht der Fähigkeit verdankte, unfassbar tolle und unvergessliche Mode zu machen, sondern vor allem seiner Tätigkeit als Selbstdarsteller.
Und auch wenn wir uns auf Musiker beschränken wollen, so waren diejenigen Künstler, die in Deutschland im Jahrzehnt vor Lena für die meisten Schlagzeilen gesorgt haben, aber auch den meisten Anfeindungen ausgesetzt waren, Daniel Küblböck und Tokio Hotel. Da frag ich dich doch mal ganz direkt: Was wird von diesen beiden in zwanzig Jahren geblieben sein? Wer wird sich an sie noch schwärmerisch erinnern, wie man sich heute an Elvis oder an die Beatles erinnert?


Und genau das ist doch der Punkt, der für mich persönlich zu einem guten Teil die Faszination Lena ausmacht – jene Faszination, die ich damals im Jahr 2012 durch diesen Thread versucht hab in Worte zu kleiden: Dass es bei ihr eben auch noch eine Ebene gibt, die nichts mit möglichst großer Medienaufmerksamkeit und Schlagzeilenträchtigkeit und Polarisationsfähigkeit zu tun hat (mögen diese nun bewusst oder unbewusst herbeigeführt worden sein). Sondern schlicht und ergreifend mit ihrer Fähigkeit, gute, zeitlose Musik zu erzeugen. Erst diese Fähigkeit ermöglicht es ihr doch, auch von jenen respektiert zu werden, die sie als Person vielleicht nicht unbedingt mögen. Und genau das ist es doch, was die Grundkonstituente meines persönlichen Verhältnisses zu Lena darstellt: Ich respektiere sie, und zwar ganz gehörig, auch wenn ich sie nicht anhimmle. Und das ist eben nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass mir das Stardust-Album (zu meiner eigenen Überraschung, wie ich ausdrücklich betone) wirklich ganz ausnehmend gut gefallen hat. Ein Album, das man sich gerne anhört, und das auch ganz unabhängig von der Person Lena. Genau dieses Album (dem hoffentlich noch viele weitere folgen werden) zeigt doch erst so richtig, dass Lena eben kein kurzfristiges Medienphänomen à la Küblböck ist. Und ich glaube sogar, dass es vor allem das ist, was Lena sich wünscht: nicht Anbetung als Star, sondern Respekt und Anerkennung als Künstlerin.
Sorry, aber deine Vergleiche hinken doch sehr stark.
Es muß beides zusammen kommen, wie im Fall Lena, die Musik und die Persönlichkeit und das kontinuierlich.
Mooshammer hat nichts bleibendes hinterlassen außer der schillenden Figur. Ich würde behaupten, dass es nur wenige gibt, die seine Kleidung gekauft haben und sich heute noch daran erfreuen.
Auch Kübelböck hat nicht bleibendes musikalisches vorzuzeigen.
Tokio Hotel, eine reine Teeny-Band, die in der heutigen aufgeschlossenen Musikwelt, im Teeny-Status stecken geblieben sind und sich nur wenig weiterentwickelt haben, dass sie auch gerne zu einem späteren Zeitpunkt von Erwachsenen gehört wird.
Richtig ist, dass alle Drei mächtig polarisiert haben und hauptsächlich deshalb kurzzeitig in aller Munde waren. Da stimmt einfach die Balance nicht, wie bei einer Madonna oder einer Lady Gaga. Gut, auch dieser Vergleich hinkt, da beide Weltstars sind.
Auf Deutschland bezogen ist Lena ein Star und das schon seit vier Jahren. Da ist es völlig egal, wer sie liebt und wer nicht. Was noch hinzu kommt, dass Lena bei den Musiker bzw in ihrer Branche von vielen, als Star angesehen wird.
In wie weit es Helene Fischer langfristig schafft, muß man abwarten. Andrea Berg befand sich auch schon einmal auf einem hohen Level und stürzt momentan ins Uferlose.

Doktor Landshut
20.05.2014, 15:25
Nach meinem subjektiven Empfinden ist das, was Lena zum "Star" macht, weniger ihre Musik als das Zusammenwirken vieler Eigenschaften, die ihr ein ganz spezielles Charisma verleihen, und dieser Eindruck ist für mich nicht davon abhängig, ob oder in welchem Maße er auch von anderen geteilt wird. Die Musik sehe ich eher als - gewissermaßen - das Medium, das ihr als künstlerische Ausdrucksform den Weg in die "öffentliche" Wahrnehmung geebnet und ihr erlaubt hat, die Wirkung ihres "Starappeals" auszuleben und in größere soziale Räume auszudehnen.

esiststeffen
20.05.2014, 15:33
Es muß beides zusammen kommen, wie im Fall Lena, die Musik und die Persönlichkeit und das kontinuierlich.
Mooshammer hat nichts bleibendes hinterlassen außer der schillenden Figur. Ich würde behaupten, dass es nur wenige gibt, die seine Kleidung gekauft haben und sich heute noch daran erfreuen.
Auch Kübelböck hat nicht bleibendes musikalisches vorzuzeigen.
Tokio Hotel, eine reine Teeny-Band, die in der heutigen aufgeschlossenen Musikwelt, im Teeny-Status stecken geblieben sind und sich nur wenig weiterentwickelt haben, dass sie auch gerne zu einem späteren Zeitpunkt von Erwachsenen gehört wird.

Ja, das bestreit ich ja auch alles gar nicht. Bzw. in Sachen Moshammer, Küblböck, Tokio Hotel war ja eben gerade das der Punkt, den ich damit aufzeigen wollte – dass selbst der größte Hype nicht davor schützen kann, hinterher flugs vergessen zu werden, wenn nichts von bleibenderem Wert dahinter steht. Bei PPB las sich das so, als wäre die Grundlage des wirklichen Starruhms die Fähigkeit, sowohl möglichst viel Schlagzeilen als auch möglichst viel Widerspruch hervorzurufen, und diese These find ich dann doch sehr gewagt ;)


Ich betone es lieber noch einmal: So sehr ich auch 2010 von Lena fasziniert war (ja, genau von den angesprochenen "Starqualitäten") – 2011 war ich fest davon überzeugt, dass es das nun war mit ihrer Karriere. Umso mehr freu ich mich, dass sie mich und den Rest der Welt in dieser Hinsicht doch eines Besseren belehrt hat – und zwar (so empfinde ich es) eben nicht dadurch, ein "Star" zu sein, bzw. nach außen als solcher zu wirken; sondern indem sie gezeigt hat, dass auch noch mehr in ihr steckt.

bates
20.05.2014, 15:52
@esiststeffen: Du verwechselst die Begriffe "Star" und "Promi".

Doktor Landshut
20.05.2014, 15:55
@esiststeffen: Du verwechselst die Begriffe "Star" und "Promi".

Beispiel Moshammer: In der Schickeria war er ein Promi, für viele Münchener Obdachlose ein Star ;).

esiststeffen
20.05.2014, 16:08
@esiststeffen: Du verwechselst die Begriffe "Star" und "Promi".

Würde ich nicht sagen. Promi darf sich doch jeder schimpfen, der irgendwie irgendwo irgendwann mal irgendwas Öffentlichkeitswirksames gemacht hat (eine CD aufgenommen, in einer drittklassigen Fernsehserie mitgespielt, was auch immer), egal wie viel Außenwirkung das entfaltet hat. Siehe zum Beispiel die Kandidaten an, die beim "perfekten Promi-Dinner" kochen, oder die alljährlich in den Dschungel ziehen. Die meisten dieser Namen hat man doch vorher nie gehört und hört man bei vielen auch danach nie wieder. Ein Star ist für mich dann trotz allem doch noch ne Stufe drüber; ein Star ist jemand, der (unabhängig wie sympathisch man ihn oder sie findet) über längere Zeit alle Schlagzeilen dominiert, den jedes Kind und jede Oma kennt, mit dem jeder sofort irgendwelche Bilder im Kopf verbindet – und dem jederzeit, ganz egal wo er/sie hinkommt, ganz automatisch alle Aufmerksamkeit zufliegt. Um bei meinen Beispielen zu bleiben, trifft das zur Zeit ihrer jeweiligen größten Erfolge (nach meiner Auffassung) sogar auf Küblböck nur begrenzt zu, auf Tokio Hotel (und in der Gegenwart definitiv auch auf Helene Fischer!) jedoch sehr wohl. Ob man dieses "Star"tum aber als was Gutes und Verehrungswürdiges empfindet, bleibt dabei trotzdem jedem selber überlassen.

bates
20.05.2014, 16:48
Ein Star ist für mich dann trotz allem doch noch ne Stufe drüber; ein Star ist jemand, der (unabhängig wie sympathisch man ihn oder sie findet) über längere Zeit alle Schlagzeilen dominiert, den jedes Kind und jede Oma kennt, mit dem jeder sofort irgendwelche Bilder im Kopf verbindet – und dem jederzeit, ganz egal wo er/sie hinkommt, ganz automatisch alle Aufmerksamkeit zufliegt.

Nee, das ist ein A-Promi ;). "Star" ist nicht einfach eine quantitative Steigerung, sondern ein qualitativer Sprung:


Ob man dieses "Star"tum aber als was Gutes und Verehrungswürdiges empfindet, bleibt dabei trotzdem jedem selber überlassen.

Das "Verehrungswürdige" ist gerade das, was den Unterschied zwischen "Star" und "Promi" ausmacht. Das Wort bezeichnet eigentlich per definitionem etwas "Gutes". Es ist nur wegen inflationären Gebrauchs – weil es eben u.a. dank Dschungelcamp, DSDS usw. zunehmend als Synonym für "Promi" gebraucht wird – in Verruf geraten. Ein Star wird entweder verehrt und bewundert, oder er ist keiner. (Und, da hat PPB schon recht: dazu gehört in den meisten Fällen auch eine heftige Abneigung anderer Leute als Gegenstück.)

Man kann aber natürlich sagen, dass man mit dem Konzept des Startums als solchem nichts anfangen kann – und zum Beispiel lieber ganz normale Leute auf ernsthaften Musikwettbewerben angucken möchte ;).

Rolwin
20.05.2014, 17:03
Nee, das ist ein A-Promi ;). "Star" ist nicht einfach eine quantitative Steigerung, sondern ein qualitativer Sprung:



Das "Verehrungswürdige" ist gerade das, was den Unterschied zwischen "Star" und "Promi" ausmacht. Das Wort bezeichnet eigentlich per definitionem etwas "Gutes". Es ist nur wegen inflationären Gebrauchs – weil es eben u.a. dank Dschungelcamp, DSDS usw. zunehmend als Synonym für "Promi" gebraucht wird – in Verruf geraten. Ein Star wird entweder verehrt und bewundert, oder er ist keiner. (Und, da hat PPB schon recht: dazu gehört in den meisten Fällen auch eine heftige Abneigung anderer Leute als Gegenstück.)

Man kann aber natürlich sagen, dass man mit dem Konzept des Startums als solchem nichts anfangen kann – und zum Beispiel lieber ganz normale Leute auf ernsthaften Musikwettbewerben angucken möchte ;).
Konntest du das nicht schon vorher so treffend schreiben?

Ich habe mir den Kopf zerbrochen, wie ich das, was du geschrieben hast, esiststeffen vermitteln kann...Danke :D

earplane
20.05.2014, 17:40
Ein Star wird entweder verehrt und bewundert, oder er ist keiner.
Das trifft je nachdem wie man es interpretiert aber entweder schon auf weite Teile der Prominenz zu, selbst auf die RTL "Superstars". (zumindest ein paar Leute die einen speziellen Promi tatsächlich bewundern und verehren findet man fast immer) Oder wenn man die Messlatte deutlich höher legt dann trifft es auf Niemanden in Deutschland wirklich zu. Es ist als Kriterium so dehnbar dass es eigentlich schon wieder unbrauchbar ist. :(

Tiny Tim
20.05.2014, 17:41
"Konstitutiv für Stars ist [...], dass ihr Werk und ihr Image zusammen rezipiert werden. Ihr Image ist integraler Bestandteil des Werkes, wie umgekehrt das Werk nicht ohne das Image wahrgenommen werden kann. [...] Bei vielen aktuellen Filmschauspielern - die in der Alltagssprache als Stars gelten - gelingt die Herstellung der Einheit von Image und Werk nicht. So sind die von Stephen Lowry so genannten "'Schauspielerstars' Dustin Hoffmann, Meryl Streep [...] und Robert de Niro" eben Schauspieler und keine Stars. Wir assoziieren mit ihnen zwar bestimmte Rollen und Filme - bei Dustin Hoffman etwa The Graduate. Das Image von Hoffmans Medienperson verdichtet sich aber nicht in solch einer Weise, dass es mit seinem Werk eine Verbindung einginge. Das liegt vor allem daran, dass sein Image nicht zu einem kulturell bedeutsamen Zeichen wurde. The Graduate steht zwar für eine bestimmte Epoche amerikanischer Jugendkultur - nicht zuletzt wegen des Soundtracks von Simon & Garfunkel -, die Medienperson Hoffman hat den Erfolg und die kulturelle Bedeutung des Films aber nicht auf sich ziehen können."

(Hans-Otto Hügel: Lob des Mainstreams : zu Begriff und Geschichte von Unterhaltung und populärer Kultur, S. 149)

Dass Lena ein solch verdichtetes Image besitzt, das mit ihrem Werk eine untrennbare Einheit eingeht, ist m.E. evident. Und nicht nur das: auch Lenas persönliche Entwicklung seit 2010 spiegelt sich in der Weiterentwicklung ihrer musikalischen Veröffentlichungen im gleichen Zeitraum. Steht "My Cassette Player" für das unbefangene, selbstbewusste junge Mädchen, sozusagen das "New German Girl", das mit sympathischer Dreistigkeit den Eurovision Song Contest und unzählige Herzen für sich gewonnen hat (und zudem als personifizierter Ausdruck von "Authentizität" zu einem kulturell bedeutsamen Zeichen wurde), ist "Stardust" Ausdruck ihrer Reifung zu einer schönen, ausdrucksstarken Frau, die ihre künstlerischen Möglichkeiten eigenverantwortlich entfaltet. Die Wirkung dieser Entwicklung zeigt sich ja auch, wie richtigerweise bereits bemerkt wurde, in den anhaltenden Erfolgen Lenas als Medienperson (z.B. in der L'Oréal-Kampagne) und lässt sich weder durch eine zufällige Anzahl von Personen, die das aus beliebigen Gründen nicht mitbekommen, noch durch den einen oder anderen refraktären Forumsteilnehmer widerlegen.

Lars
20.05.2014, 17:47
Es gibt durchaus Beispiele für sehr erfolgreiche Leute, die von niemandem angefeindet werden; Sebastian Vettel z.B. oder Helene Fischer.

Ähm, niemand?

:yaya:

:kicher:

Tiny Tim
20.05.2014, 17:49
Ach ja, hätte ich beinahe vergessen: das hier gibt es übrigens auch: http://de.wikipedia.org/wiki/LML_Star ;)

earplane
20.05.2014, 18:01
Dass Lena ein solch verdichtetes Image besitzt, das mit ihrem Werk eine untrennbare Einheit eingeht, ist m.E. evident.... und lässt sich weder durch eine zufällige Anzahl von Personen, die das aus beliebigen Gründen nicht mitbekommen, noch durch den einen oder anderen refraktären Forumsteilnehmer widerlegen.
Genau das bezweifele ich ja. Deine These ist schön. Nur ist sie leider nicht so evident wie du behauptest. Einen Beweis bleibst du leider schuldig. Gut, ich habe auch keine Ahnung wie man so etwas beweisen könnte. Ich sehe auch die Chance dass es Lena irgendwann in Zukunft doch noch gelingt diese Einheit von Werk und Image herzustellen aber gegenwärtig ist sie noch auf dem Weg dorthin. Hoffen wir einfach dass es gelingt.

Brummell
20.05.2014, 18:01
"Konstitutiv für Stars ist [...], dass ihr Werk und ihr Image zusammen rezipiert werden. Ihr Image ist integraler Bestandteil des Werkes, wie umgekehrt das Werk nicht ohne das Image wahrgenommen werden kann. [...] Bei vielen aktuellen Filmschauspielern - die in der Alltagssprache als Stars gelten - gelingt die Herstellung der Einheit von Image und Werk nicht. So sind die von Stephen Lowry so genannten "'Schauspielerstars' Dustin Hoffmann, Meryl Streep [...] und Robert de Niro" eben Schauspieler und keine Stars. Wir assoziieren mit ihnen zwar bestimmte Rollen und Filme - bei Dustin Hoffman etwa The Graduate. Das Image von Hoffmans Medienperson verdichtet sich aber nicht in solch einer Weise, dass es mit seinem Werk eine Verbindung einginge. Das liegt vor allem daran, dass sein Image nicht zu einem kulturell bedeutsamen Zeichen wurde. The Graduate steht zwar für eine bestimmte Epoche amerikanischer Jugendkultur - nicht zuletzt wegen des Soundtracks von Simon & Garfunkel -, die Medienperson Hoffman hat den Erfolg und die kulturelle Bedeutung des Films aber nicht auf sich ziehen können."

(Hans-Otto Hügel: Lob des Mainstreams : zu Begriff und Geschichte von Unterhaltung und populärer Kultur, S. 149)

Dass Lena ein solch verdichtetes Image besitzt, das mit ihrem Werk eine untrennbare Einheit eingeht, ist m.E. evident. Und nicht nur das: auch Lenas persönliche Entwicklung seit 2010 spiegelt sich in der Weiterentwicklung ihrer musikalischen Veröffentlichungen im gleichen Zeitraum. Steht "My Cassette Player" für das unbefangene, selbstbewusste junge Mädchen, sozusagen das "New German Girl", das mit sympathischer Dreistigkeit den Eurovision Song Contest und unzählige Herzen für sich gewonnen hat (und zudem als personifizierter Ausdruck von "Authentizität" zu einem kulturell bedeutsamen Zeichen wurde), ist "Stardust" Ausdruck ihrer Reifung zu einer schönen, ausdrucksstarken Frau, die ihre künstlerischen Möglichkeiten eigenverantwortlich entfaltet. Die Wirkung dieser Entwicklung zeigt sich ja auch, wie richtigerweise bereits bemerkt wurde, in den anhaltenden Erfolgen Lenas als Medienperson (z.B. in der L'Oréal-Kampagne) und lässt sich weder durch eine zufällige Anzahl von Personen, die das aus beliebigen Gründen nicht mitbekommen, noch durch den einen oder anderen refraktären Forumsteilnehmer widerlegen.

Vielleicht wird deutlicher was HPB meint, wenn man Dustin Hoffman zum Beispiel mit James Dean oder Marlon Brando vergleicht. James Dean hat eigentlich nur zwei wirklich gute Filme gemacht, wobei entscheidend " Denn sie wissen nicht was sie tun" war . Dieser Film ist James Dean.
Bei Marlon Brando sind es natürlich bedeutend mehr Rollen, häufig unterbrochen von größeren Pausen die seinem Status als Star aber nicht den geringsten Abbruch taten, und dann immer wieder großartigen Comebacks wie z.B. "Der Pate". Interessant ist dass James Dean und Marlon Brando faktisch auch männliche Rolemodels wurden, ähnlich z.B. wie Alain Delon in Europa.

support4lena
20.05.2014, 18:05
Ach ja, hätte ich beinahe vergessen: das hier gibt es übrigens auch: http://de.wikipedia.org/wiki/LML_Star ;)

:thumbsup:

An deinem letzten Beitrag habe ich auszusetzen, dass du den Eindruck erweckst, es gebe eine allgemeingültige Definition des Begriffes "Star". Der von dir zitierte Autor räumt selbst ein, dass seine Definition vom allgemeinen Sprachgebrauch abweicht. Auch wenn ich keine Beispiele aus dem Hut zaubern kann, vermute ich sehr stark, das jeder Wissenschaftler, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt, seine eigene Definition zugrundelegt.

Statt "Dustin Hoffman ist kein Star" kann man also höchstens sagen: "Dustin Hoffman ist kein Star im Sinne der Definition von Hans-Otto Hügel." Für mich ist eine Definition des Starbegriffs, nach der Dustin Hoffman kein Star ist, schwer zu akzeptieren.

Dass Lena ein Star ist, gilt natürlich absolut und unabhängig von Raum und Zeit. ;)

esiststeffen
20.05.2014, 18:19
Nee, das ist ein A-Promi ;). "Star" ist nicht einfach eine quantitative Steigerung, sondern ein qualitativer Sprung:



Das "Verehrungswürdige" ist gerade das, was den Unterschied zwischen "Star" und "Promi" ausmacht. Das Wort bezeichnet eigentlich per definitionem etwas "Gutes". Es ist nur wegen inflationären Gebrauchs – weil es eben u.a. dank Dschungelcamp, DSDS usw. zunehmend als Synonym für "Promi" gebraucht wird – in Verruf geraten. Ein Star wird entweder verehrt und bewundert, oder er ist keiner. (Und, da hat PPB schon recht: dazu gehört in den meisten Fällen auch eine heftige Abneigung anderer Leute als Gegenstück.)

Man kann aber natürlich sagen, dass man mit dem Konzept des Startums als solchem nichts anfangen kann – und zum Beispiel lieber ganz normale Leute auf ernsthaften Musikwettbewerben angucken möchte ;).


Siehst du, und für mich sind "Stars" und "A-Promis" eben weitestgehend deckungsgleich. Vor allem sind es keine Begriffe, die für mich irgendwas mit der künstlerischen Qualität von dem zu tun haben, was die fragliche Person erschafft – ein Beispiel: Über Til Schweigers schauspielerisches Können oder über die grundsätzliche Qualität seiner Filme kann man geteilter Meinung sein. Man kann sogar darüber streiten, ob man den Typ als Person sympathisch findet. Trotzdem würde ich ihm nie absprechen, unzweifelhaft ein "Star" zu sein ;)


Im Übrigen hab ich nie behauptet, dass ich Lena nicht als "Star" empfinde, im Gegenteil. Es ist für mich aber nun mal nicht der alles entscheidende Punkt, den ich an ihr schätze ;)

Doktor Landshut
20.05.2014, 18:31
Im Übrigen hab ich nie behauptet, dass ich Lena nicht als "Star" empfinde, im Gegenteil. Es ist für mich aber nun mal nicht der alles entscheidende Punkt, den ich an ihr schätze ;)

Das hat aus meiner Sicht mehr Aussagekraft als der Streit um eine "allgemeingültige" Begriffsbestimmung.

Bronto
20.05.2014, 18:46
Danke @Bronto für das Verlinken, kannte den Beitrag nicht.

Ich habe zu danken, fürs Lostreten dieser Diskussion :thankyou:

bates
20.05.2014, 19:13
Bei Marlon Brando sind es natürlich bedeutend mehr Rollen, häufig unterbrochen von größeren Pausen die seinem Status als Star aber nicht den geringsten Abbruch taten.

Nicht nur keinen Abbruch, sie haben den Status sogar noch erhöht. Brando wurde ja, seit er nur noch sporadisch Filme machte, mehr und mehr zu einer enigmatischen, sagenumwobenen Gestalt, für die das Wort "larger than life" ein sanfter Euphemismus wäre. Und wenn dann jemand mit einer derartigen Star-Persona einen Auftritt hat wie als Colonel Kurtz in Apocalypse Now – dann entsteht aus der von Hügel beschriebenen Verschmelzung von Image und Werk etwas von fast überirdischer Kraft, ein Moment von einer Intensität, wie sie das Universum nicht allzu oft aushält.


Mit 'nem nur A-Promi wär das nichts geworden ;).

gauloises
20.05.2014, 19:23
Und wenn dann jemand mit einer derartigen Star-Persona einen Auftritt hat wie als Colonel Kurtz in Apocalypse Now – dann entsteht aus der von Hügel beschriebenen Verschmelzung von Image und Werk etwas von fast überirdischer Kraft, ein Moment von einer Intensität, wie sie das Universum nicht allzu oft aushält.

On point.

Tiny Tim
20.05.2014, 19:28
Mit 'nem nur A-Promi wär das nichts geworden ;).

Richtig, und zwar deshalb, weil der A-Promi die permanente mediale Aufmerksamkeit, die er erhält, auch tatsächlich braucht, um in der öffentlichen Wahrnehmung präsent zu bleiben. Eine längere mediale Abstinenz würde sowohl die öffentliche Wahrnehmung als auch das Interesse an dieser Person verringern. Ein frappantes Beispiel dafür ist Harald Schmidt; war er noch vor wenigen Jahren der unbestrittene King of Late Night im deutschen Fernsehen, ist er jetzt bereits nahezu spurlos verschwunden. Selbst wenn er in ein paar Jahren in irgendeiner größeren Produktion noch einmal auftauchen sollte, wird die dominierende Reaktion darauf ein gleichgültiges Schulterzucken sein. Seine Zeit ist endgültig vorbei.

Georg
20.05.2014, 19:34
... Verschmelzung von Image und Werk etwas von fast überirdischer Kraft, ein Moment von einer Intensität, wie sie das Universum nicht allzu oft aushält.Wenn das Universum noch einen Blick hinter die Kulissen seines Privatlebens geworfen hätte, wäre es kollabiert. ;)

gauloises
20.05.2014, 20:52
Der Unterschied zwischen Brando und Lena (beide für mich Stars, nicht dass jetzt jemand meint, den ollen Marlon zöge ich irgendwie aus der Bewertung heraus) ist möglicherweise:


Wenn das Universum noch einen Blick hinter die Kulissen seines Privatlebens geworfen hätte, wäre es kollabiert. ;)
vs

Lena ist also sowas wie der schwarze Monolith in Odysee 2001. Und die Forumsmenschen sind die Affen, die sich dem Stein nähern und ihn bewundern und anbeten. Daraus hat sich dann eine Kultur und Zivilisation entwickelt.

Verbleibe vorsichtig - weiß, es ist strittig ...

;)

Brummell
20.05.2014, 20:58
Nicht nur keinen Abbruch, sie haben den Status sogar noch erhöht. Brando wurde ja, seit er nur noch sporadisch Filme machte, mehr und mehr zu einer enigmatischen, sagenumwobenen Gestalt, für die das Wort "larger than life" ein sanfter Euphemismus wäre. Und wenn dann jemand mit einer derartigen Star-Persona einen Auftritt hat wie als Colonel Kurtz in Apocalypse Now – dann entsteht aus der von Hügel beschriebenen Verschmelzung von Image und Werk etwas von fast überirdischer Kraft, ein Moment von einer Intensität, wie sie das Universum nicht allzu oft aushält.


Mit 'nem nur A-Promi wär das nichts geworden ;).



Ein weibliches Pendant zu Brando aus dem Musikbusiness wäre für mich beispielsweise Kate Bush :wub: - der lange Phasen der Abstinenz von der Öffentlichkeit ebenfalls nicht geschadet haben. :)

Frank 67
20.05.2014, 22:23
Ich habe zu danken, fürs Lostreten dieser Diskussion :thankyou:

Ich möchte mich auch bei allen beteiligten Diskutanten bedanken. Diese Diskussion hier ist tiefsinniger und unterhaltsamer als das Fernsehprogramm... Und ich brauch nicht mal Gebühren dafür zu bezahlen. :D

In der Sache stimme ich Peter Paul Benz, bates u.a. zu. Es gibt nur wenige Stars mit einem entsprechendem Charisma und Aura. Promis gibt es dagegen sehr viele und sind beliebig austauschbar.
Jeder Star hat einzigartige Eigenschaften, die ihn von der "Masse" der Promis -egal ob A oder C-Z Kategorie unterscheidet.
Neben Marlon Brando und James Dean möchte ich aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit auch noch Marlene Dietrich und Audrey Hepburn als Star nennen.

Queeny
20.05.2014, 22:25
Ich möchte mich auch bei allen beteiligten Diskutanten bedanken. Diese Diskussion hier ist tiefsinniger und unterhaltsamer als das Fernsehprogramm... Und ich brauch nicht mal Gebühren dafür zu bezahlen. :D

In der Sache stimme ich Peter Paul Benz, bates u.a. zu. Es gibt nur wenige Stars mit einem entsprechendem Charisma und Aura. Promis gibt es dagegen sehr viele und sind beliebig austauschbar.
Jeder Star hat einzigartige Eigenschaften, die ihn von der "Masse" der Promis -egal ob A oder C-Z Kategorie unterscheidet.
Neben Marlon Brando und James Dean möchte ich aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit auch noch Marlene Dietrich und Audrey Hepburn als Star nennen.

Doch, mußt du. :D

Frank 67
20.05.2014, 22:33
Doch, mußt du. :D

Du meinst wahrscheinlich die Kosten für das Internet. :aua:
Stimmt das hatte ich vergessen.

Queeny
20.05.2014, 22:47
Du meinst wahrscheinlich die Kosten für das Internet. :aua:
Stimmt das hatte ich vergessen.

Nein, ich meine den Rundfunkbeitrag. Seit 2013 muß den jeder zahlen, egal ob er ein Rundfunkgerät, TV o.ä besitzt oder nicht.

edi
20.05.2014, 22:47
Ein Star ist für mich jemand der für alle anderen in dem was er tut und was ihn ausmacht unerreichbar ist. Und genau das ist Lena. Sie ist in dem was sie tut und vor allem wie sie es tut einzigartig und unerreichbar.

Die Meinung dieses mittelalten Mannes passt vielleicht auch noch irgendwie hier rein. :)

http://youtu.be/pH3dL7rnE2g?t=1m43s

maybear
21.05.2014, 01:44
Aber gerade dieses "Unerreichbare" – ich bezweifle, daß Lena ein Star sein will ...

esiststeffen
21.05.2014, 02:55
Aber gerade dieses "Unerreichbare" – ich bezweifle, daß Lena ein Star sein will ...

:) Danke für diesen Einwurf. Ich muss gestehen: So faszinierend ich Lena als Persönlichkeit ja auch finde, aber diese Vergöttlichung, wie sie hier und heute in diesem Thread wieder durchdringt, macht mir dann ehrlich gesagt doch etwas Angst. Um mich noch mal selber zu zitieren:


Und ich glaube sogar, dass es vor allem das ist, was Lena sich wünscht: nicht Anbetung als Star, sondern Respekt und Anerkennung als Künstlerin.


Ansonsten: Einen nicht geringen Teil der Faszination Lena macht für mich ja auch gerade aus, dass sie zwar auf ihre Art besonders wirkt, dabei aber dennoch an keiner Stelle je auch nur entfernt wie ein "Außerirdischer" gewirkt hat, wie das etwa früher bei einem Michael Jackson oder heute bei einer Lady Gaga der Fall ist. Sie war und ist trotz allem doch irgendwie immer auch "eine von uns"; ein Mädchen, wie es jeder von uns auch genauso gut von der Schule/Uni her kennen könnte. Und ich vermute, dass Lena sich in dieser Rolle als "eine von uns" selber auch wesentlich wohler fühlt als in der eines unnahbaren Stars auf einem Sockel.

gauloises
21.05.2014, 06:53
:) Danke für diesen Einwurf. Ich muss gestehen: So faszinierend ich Lena als Persönlichkeit ja auch finde, aber diese Vergöttlichung, wie sie hier und heute in diesem Thread wieder durchdringt, macht mir dann ehrlich gesagt doch etwas Angst.

Sofern Du auch auf mein Post anspielst (da ich da u.a. den Begriff "anbeten" zitiere): Das darfst Du nicht wortwörtlich nehmen. Ich wollte einen Unterschied zu Brando aufzeigen, gleichwohl anerkennend, dass in meinen Augen auch Brando ein Star ist. Nur können Stars ganz verschiedenartig schillern, darum ging es mir ;).

Brando ist abgründiger, Lena ist ätherischer. So oder so ähnlich. Meine Wahrnehmung.

Zum unerreichbar sein: Es ist ein Unterschied ums Ganze, ob man die einnehmende Ausstrahlung und das künstlerische Können einer Persönlichkeit als unerreichbar beschreibt, oder ob diese Persönlichkeit sich selbst für den Mittelpunkt der Welt hält. Letzteres trifft für Lena natürlich nicht zu. Ob sie im Umkehrschluss "der bodenständige, sparsame Kumpel von nebenan" ist, ist wieder eine andere Frage, hatten wir im Forum schon ein paar Mal, werde das an dieser Stelle nicht weiter vertiefen.

Zum Schluss: @Brummells Hinweis auf Kate Bush hat viel, hat sogar sehr viel. Jemand, der sich nie auf einen Sockel gestellt hat und ungeachtet dessen selbst von vielen Nicht-Fans unwidersprochen als Star (und eben nicht als A-Promi) angesehen wird.

Rolwin
21.05.2014, 09:23
Aber gerade dieses "Unerreichbare" – ich bezweifle, daß Lena ein Star sein will ...
Das ist etwas völlig anderes.
Ich denke, wenn heute an Lena die Frage gestellt wird, ob sie ein Star ist, wird sie das genauso bezweifeln, wie in der Vergangenheit.
Das wäre ihre eigene Sicht und vielleicht auch ihr eigener Wunsch. Das würde aber nichts an der Tatsache ändern, wie viele Menschen sie sehen. Sie kann das auch nur wenig, wenn überhaupt, beeinflussen. Selbst wenn sie aus der Öffentlichkeit verschwinden würde, könnte der Nimbus "Star" weiterhin Bestand haben.
Ein gutes Beispiel hierfür ist James Dean, der in jungen Jahren verunglückt ist und noch heute als großer Star angesehen wird, auch wenn er das selber eventuell nie wollte.

Es gibt sicherlich Stars, die selber aktiv an ihrem Star-Ruhm arbeiten und jene, die allein Aufgrund ihrer Persönlichkeit, ein Star sind und dazu zähle ich Lena.

Manchmal habe ich den Eindruck hier im Forum, dass "Star sein" etwas ganz fürchterliches und unanständiges ist.
Für mich ist es die größte Auszeichnung, die ich einer Künstlerin wie Lena, als Gesamtpaket geben kann und im Allgemeinen gehe ich damit sehr sparsam um. Ich glaube nicht, dass ich vier Jahre in einem Forum wäre, wenn Lena für mich "nur" ein A-B oder C Promi wäre. Da ist eindeutig, wie MMW sagte, Starappeal, der komischerweise von keinem hier im Forum bestritten wird. Was also nun? Star oder kein Star? :)

bates
21.05.2014, 09:26
Zum unerreichbar sein: Es ist ein Unterschied ums Ganze, ob man die einnehmende Ausstrahlung und das künstlerische Können einer Persönlichkeit als unerreichbar beschreibt, oder ob diese Persönlichkeit sich selbst für den Mittelpunkt der Welt hält. Letzteres trifft für Lena natürlich nicht zu. Ob sie im Umkehrschluss "der bodenständige, sparsame Kumpel von nebenan" ist, ist wieder eine andere Frage, hatten wir im Forum schon ein paar Mal, werde das an dieser Stelle nicht weiter vertiefen.

In zustimmender Ergänzung hierzu: Es macht auch einen Unterschied, ob man von der faszinierenden Wirkung einer Persönlichkeit spricht oder ob man ihr irgendeine persönliche Unfehlbarkeit andichtet. In meiner Aussage über Brando z.B. habe ich gewiss die Wirkung, die Aura, die Kraft eines Auftritts von ihm "vergöttlicht", das heißt aber natürlich keineswegs, dass ich ihn irgendwie als Mensch auf eine höhere Stufe stelle als zum Beispiel meinen Nachbarn. Und dass natürlich auch der größte Superstar seine Fehler und Ecken und Kanten und Macken hat, das fällt für mich unter die Kategorie "needless to say".

Man wird in der Forumsgeschichte sicher zahlreiche Posts von mir finden, in denen ich LMLs Aura bei bestimmten Auftritten "vergöttliche" (und zu diesem Schwärmerischen stehe ich auch), überhöhende Aussagen über ihre Persönlichkeit wird man, glaube ich, lange suchen, in Äußerungen über ihren Charakter, und wie sie "tickt", bin ich sogar eher zurückhaltender geworden mit der Zeit. (Dass ich sie natürlich nach wie vor für eine ungemein sympathische Frau halte, ist allerdings auch "needless to say".)

Aber klar hat man halt auch Präferenzen, was einen fasziniert und was nicht. Manche finden es eben auch faszinierend, wenn ihr Lieblingsstar total "sparsam" ist. Für mich gilt noch immer die alte Hollywood-Weisheit, die ich mal in der Signatur hatte: "If you want the girl next door – go next door." (Klar gibt es auch den Star-Typus "Mädchen von nebenan", der Witz ist aber, dass auch der eben nicht mit jedem beliebigen Mädchen von nebenan funktionieren würde. Ich finde allerdings nichtmal, dass Lena diesem Typus entspricht.)

earplane
21.05.2014, 10:07
Ich denke die Diskussion krankt momentan auch etwas daran dass jeder seine eigenen persönlichen Vorstellungen davon hat was einen "Star" ausmacht. Außerdem gibt es ja auch unterschiedliche Arten von Stars. Vielleicht ist es ja nützlich mal zu schauen was die Wikipedia dazu sagt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Star_%28Person%29
Da stehen dann so schicke Sätze wie:

Aus ökonomischer Sicht sind Stars ein Produkt der Industrie, das die Funktion insbesondere als Werbeträger erfüllt und damit dem Bedarf dient.

Nicht jeder Prominente oder jemand, der auf einem Gebiet etwas Herausragendes geleistet hat, ist automatisch ein Star. Nicht alle Prominenten sind Stars, aber alle Stars sind prominent. Hinzu kommen müssen die permanente Hervorhebung in den Medien und die dadurch in der Öffentlichkeit herausragende Bekanntheit.

Drei Komponenten machen einen Star aus, nämlich Erfolg, Image und Kontinuität.

Die jugendliche Schwärmerei für Stars weicht bei Erwachsenen meist einer etwas abgeklärteren Bewunderung oder Wertschätzung.

Als äußere Indizien für herausragende Leistungen gelten bei einem Star, wenn er in der Literatur einen Bestseller geschrieben oder einen der zahlreichen Literaturpreise erhalten hat, in der Musik Nummer-eins-Hits oder gar Millionenseller vorweisen kann oder beim Film an einem Box Office-Hit mitgewirkt hat. Auszeichnungen mit Symbolcharakter für den Starruhm sind Goldene oder Platinschallplatten, Emmy Awards, Grammy Awards, Oscars oder Echo.

Wenn man den Artikel als Grundlage nimmt dann ist Lena durchaus ein Star. Auf jeden Fall ein Medienstar. Den äußeren Anzeichen nach auch ein Musikstar. Nur treffen einige der Indizien dafür auch auf die RTL "Superstars" zu. Denen fehlt allerdings die Kontinuität.

Rolwin
21.05.2014, 10:14
Man wird in der Forumsgeschichte sicher zahlreiche Posts von mir finden, in denen ich LMLs Aura bei bestimmten Auftritten "vergöttliche" (und zu diesem Schwärmerischen stehe ich auch), überhöhende Aussagen über ihre Persönlichkeit wird man, glaube ich, lange suchen, in Äußerungen über ihren Charakter, und wie sie "tickt", bin ich sogar eher zurückhaltender geworden mit der Zeit. (Dass ich sie natürlich nach wie vor für eine ungemein sympathische Frau halte, ist allerdings auch "needless to say".)


Wenn ich das richtig interpretiere, dann ist Lena für dich kein Star. Von deiner Warte aus gesehen, gehört da doch etwas mehr zu. Du schwankst zwischen göttlichen Auftritten und einer sympatischen Frau. Würdest du sie eher für dich als A-Promi einordnen?

j_easy
21.05.2014, 10:22
Ich möchte mich auch bei allen beteiligten Diskutanten bedanken. Diese Diskussion hier ist tiefsinniger und unterhaltsamer als das Fernsehprogramm... Und ich brauch nicht mal Gebühren dafür zu bezahlen. :D

In der Sache stimme ich Peter Paul Benz, bates u.a. zu. Es gibt nur wenige Stars mit einem entsprechendem Charisma und Aura. Promis gibt es dagegen sehr viele und sind beliebig austauschbar.
Jeder Star hat einzigartige Eigenschaften, die ihn von der "Masse" der Promis -egal ob A oder C-Z Kategorie unterscheidet.
Neben Marlon Brando und James Dean möchte ich aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit auch noch Marlene Dietrich und Audrey Hepburn als Star nennen.

:wub:

bates
21.05.2014, 11:07
Wenn ich das richtig interpretiere, dann ist Lena für dich kein Star. Von deiner Warte aus gesehen, gehört da doch etwas mehr zu. Du schwankst zwischen göttlichen Auftritten und einer sympatischen Frau. Würdest du sie eher für dich als A-Promi einordnen?

Nee, das hast Du falsch interpretiert - und ich staune darüber, habe ich mich so unklar ausgedrückt? Vielleicht liegt das Missverständnis im Wort "Persönlichkeit", ich hätte schon da eher "Charakter" sagen sollen, denn natürlich finde ich Lenas "Persönlichkeit" faszinierend und nicht einfach nur sympathisch. Es ging mir darum, dass eine faszinierende Wirkung/Aura einer Persönlichkeit nicht bedeutet, dass ich diejenige deshalb für "menschlich makellos" halten muss (und ich glaube, in diesem Verdacht liegt @esiststeffens Bedenken vor einer "Vergöttlichung" begründet). Es gibt ja auch viele Beispiele für Stars, die außerordentlich schwierige Menschen sind.

Für außerordentlich schwierig halte ich Lena nicht. Höchstens für ein bisschen anstrengend bisweilen (was sie mir aber eher noch sympathischer macht). Und selbstverständlich halte ich sie für einen Star :).

support4lena
21.05.2014, 11:15
Es gibt ja auch viele Beispiele für Stars, die außerordentlich schwierige Menschen sind.

Richtig, z.B. der hier mehrfach als Paradebeispiel genannte Marlon Brando. Falls es stimmt, was über ihn geschrieben wurde (was nicht selbstverständlich ist), muss er unerträglich arrogant gewesen sein.

Economist
21.05.2014, 11:23
In zustimmender Ergänzung hierzu: Es macht auch einen Unterschied, ob man von der faszinierenden Wirkung einer Persönlichkeit spricht oder ob man ihr irgendeine persönliche Unfehlbarkeit andichtet. In meiner Aussage über Brando z.B. habe ich gewiss die Wirkung, die Aura, die Kraft eines Auftritts von ihm "vergöttlicht", das heißt aber natürlich keineswegs, dass ich ihn irgendwie als Mensch auf eine höhere Stufe stelle als zum Beispiel meinen Nachbarn. Und dass natürlich auch der größte Superstar seine Fehler und Ecken und Kanten und Macken hat, das fällt für mich unter die Kategorie "needless to say".

Man wird in der Forumsgeschichte sicher zahlreiche Posts von mir finden, in denen ich LMLs Aura bei bestimmten Auftritten "vergöttliche" (und zu diesem Schwärmerischen stehe ich auch), überhöhende Aussagen über ihre Persönlichkeit wird man, glaube ich, lange suchen, in Äußerungen über ihren Charakter, und wie sie "tickt", bin ich sogar eher zurückhaltender geworden mit der Zeit. (Dass ich sie natürlich nach wie vor für eine ungemein sympathische Frau halte, ist allerdings auch "needless to say".)

Aber klar hat man halt auch Präferenzen, was einen fasziniert und was nicht. Manche finden es eben auch faszinierend, wenn ihr Lieblingsstar total "sparsam" ist. Für mich gilt noch immer die alte Hollywood-Weisheit, die ich mal in der Signatur hatte: "If you want the girl next door – go next door." (Klar gibt es auch den Star-Typus "Mädchen von nebenan", der Witz ist aber, dass auch der eben nicht mit jedem beliebigen Mädchen von nebenan funktionieren würde. Ich finde allerdings nichtmal, dass Lena diesem Typus entspricht.)

Objektiv gesprochen entsteht ein Star in der Wahrnehmung des Publikums durch die Möglichkeit, seine eigenen Ideale und das, was einen im Leben so fasziniert, in einer solchen Person wiederzufinden - oder zumindest das zu glauben. Nicht umsonst sind ungewöhnlich viele Stars unter den früh Verstorbenen zu finden, denn da gibt es nun mal rein zeitlich weniger Möglichkeit zu erkennen, dass Vorstellung des Publikums und die Wirklichkeit nicht deckungsgleich sind.

Natürlich hat Lena wegen ihres plötzlichen Erscheinens in der Öffentlichkeit mittels Castingshow anfangs schlicht vom Aschenputtelphänomen profitiert, also dass viele Menschen in sehr kurzer Zeit auf sie aufmerksam wurden und eben fasziniert waren von ihrer Erscheinung und natürlich auch vom damit einhergehenden Erfolg. Die Rolle der Medien ist dabei nicht zu unterschätzen, aber Lena wäre wie so viele Sternchen, die z.B. aus Bohlens "Deutschland sucht den Superstar"-Format entstammen, bald wieder verschwunden, wenn da nicht eine Substanz an Talent und Persönlichkeit da wäre, die auch langfristig trägt.

Ein wichtiger Aspekt, wenn nicht gar DER wichtigste, der für diese Langlebigkeit sorgt, ist Lenas eigene Haltung zum "Star-Sein". Sie hat ihren herausgehobenen Status in der Öffentlichkeit NIE als Selbstzweck begriffen, ganz im Gegenteil mußte sie erst lernen, die unangenehmen Begleiterscheinungen, die damit auch einhergehen, innerlich zu akzeptieren. Vor allem aber ist entscheidend, dass Lena zwar mit zunehmender Erfahrung immer geschickter die Medien (und Werbung) einsetzt, um sich im Gespräch zu halten und die eigene Karriere zu befördern, aber ihr nach meiner Einschätzung sehr wohl bewußt ist, dass das nie zum Selbstzweck werden darf, sondern eine künstlerische Basis benötigt (ob nun als Musikerin, als Schauspielerin, oder in noch anderen Rollen). Und zwar nicht lediglich, um ein Publikum auch langfristig an sich zu binden, sondern auch schlicht für sich selbst, um ein Leben zu führen, das sie ausfüllt und glücklich macht. In DIESEM Sinne ist sie wie jeder von uns, der versucht, seinem Leben möglichst viel Sinn zu geben. Dass Lena dabei nach allem, was man von außen erkennen kann, recht erfolgreich ist, das macht sie eben auch zu einem Star, der fortwährend fasziniert.

Letztendlich ist Lena auch deswegen ein Star, weil sie eben nie NUR ein Medienphänomen war, auch ganz am Anfang nicht. Die Substanz, die durch ihre Persönlichkeit und ihre Talente gegeben war, die macht im Grunde ihren Starappeal aus. Dazu gehört eben auch, dass Lena gut einschätzen kann, welche Fertigkeiten - auch und gerade als Musikerin - sie sich zusätzlich aneignen muß, um dauerhaft beruflichen Erfolg zu haben und GLEICHZEITIG sich zu verwirklichen. Im Gegensatz dazu sehe ich beispielsweise ein IT-Girl wie Kim Kardashian, das sich zwar medial ungemein erfolgreich vermarktet und in gewissem Sinn als "Star" sehen darf, wo man aber den Eindruck nicht los wird, dass sich hinter der Fassade ein ziemlich inhaltsleeres und jedenfalls nicht wirklich befriedigendes Leben verbirgt - was mit zunehmendem Alter und abnehmender äußerlicher Attraktivität sich bestimmt nicht verbessern dürfte.

Schließlich hat Lena zwar von Anfang an eine klare Trennlinie zwischen ihrem Status als öffentliche Person und ihrem Privatleben gezogen, aber gleichzeitig hat sie immer recht offen zu ihren persönlichen Charaktereigenschaften gestanden, inklusive verschiedener Schwächen (z.B. ziemlich verpeilt zu sein, was die Organisation des Alltagslebens angeht). Das zeigt aber auch sehr schön, dass zum Star-Status eben NICHT gehört, unter allen Umständen ein makelloses Bild von sich selbst zu präsentieren. Denn die Menschen wollen zwar einerseits ihre Idealvorstellungen in sogenannte Stars hineinprojizieren, aber andererseits eine Rückversicherung haben, dass diese Stars auch ihre Fehler und Macken haben, um sich mit ihnen identifizieren zu können - es muß aus Sicht des Publikums, dass sich der eigenen Unzulänglichkeiten sehr wohl bewusst ist, zumindest die theoretische Möglichkeit geben, auch mal so ein Star zu werden. Lena bietet eine solche Projektionsfläche, und zwar genau deshalb, weil sie erkennbar stets darum bemüht ist, "bei sich" zu bleiben - was in ihrem Fall der Ausbau ihrer künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten bedeutet - und nicht zum reinen Spielball der Erwartungen der Öffentlichkeit zu werden. So gesehen bietet Lena die ideal Kombination von Starappeal und "Mädchen von nebenan", denn sie ist herausgehoben aber nicht unnahbar, und sie hat außergewöhnliche Fähigkeiten, ohne sich "für etwas Besseres zu halten" (oder überhaupt dieses Gefühl bei Anderen aufkommen zu lassen).

Doktor Landshut
21.05.2014, 12:07
Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter einem Star doch ganz einfach eine Person oder ein "Etwas", die/das aus einer bestimmten Gruppe aufgrund besonderer Eigenschaften bzw. Qualitäten herausragt. So kann auch ein Promi zB. nur deshalb ein Star sein, weil er aus der Gruppe der Promis herausragt ;). Oder ein Apfel, wenn er unter den Äpfeln eine besonders beliebte Sorte darstellt etc. etc.

Lena ist ja auch schon deshalb ein Star, weil sie unter den Menschen mit einer positiven Vollmeise besonders hervorsticht ;).

In meinem früheren Beruf hatte ich übrigens häufig mit "Stars" aus dem Musik- und Showbereich und auch auf anderen Gebieten, die der öffentlichen Wahrnehmung zugänglich sind, zu tun und war mit einigen auch privat befreundet. Wenn man die Menschen hinter den "Stars" etwas näher kennt, stellt man dann fest, dass die meisten gar nicht so verschieden sind von dem, was man gemeinhin unter "wie du und ich" oder "Menschen von nebenan" versteht. Nur sind solche Zuordnungen im Unterschied zur allgemeinen Wahrnehmung Lenas i.d.R. nicht Teil ihres "Starseins".

Würde man mir also die Frage stellen, ob Lena ein Star ist oder nicht, könnte ich sie daher auch nur auf zweierlei Weise beantworten, zum einen in dem Sinne, inwieweit sie nach meiner Kenntnis innerhalb der mir zugänglichen medialen Welt als ein solcher bezeichnet und wahrgenommen wird, oder ob ich sie nach persönlichen Kriterien als "Star" empfinde, ohne sie privat näher kennen zu müssen.

esiststeffen
21.05.2014, 12:54
Sofern Du auch auf mein Post anspielst (da ich da u.a. den Begriff "anbeten" zitiere): Das darfst Du nicht wortwörtlich nehmen. Ich wollte einen Unterschied zu Brando aufzeigen, gleichwohl anerkennend, dass in meinen Augen auch Brando ein Star ist. Nur können Stars ganz verschiedenartig schillern, darum ging es mir ;).

Brando ist abgründiger, Lena ist ätherischer. So oder so ähnlich. Meine Wahrnehmung.

Zum unerreichbar sein: Es ist ein Unterschied ums Ganze, ob man die einnehmende Ausstrahlung und das künstlerische Können einer Persönlichkeit als unerreichbar beschreibt, oder ob diese Persönlichkeit sich selbst für den Mittelpunkt der Welt hält. Letzteres trifft für Lena natürlich nicht zu. Ob sie im Umkehrschluss "der bodenständige, sparsame Kumpel von nebenan" ist, ist wieder eine andere Frage, hatten wir im Forum schon ein paar Mal, werde das an dieser Stelle nicht weiter vertiefen.


In zustimmender Ergänzung hierzu: Es macht auch einen Unterschied, ob man von der faszinierenden Wirkung einer Persönlichkeit spricht oder ob man ihr irgendeine persönliche Unfehlbarkeit andichtet. In meiner Aussage über Brando z.B. habe ich gewiss die Wirkung, die Aura, die Kraft eines Auftritts von ihm "vergöttlicht", das heißt aber natürlich keineswegs, dass ich ihn irgendwie als Mensch auf eine höhere Stufe stelle als zum Beispiel meinen Nachbarn. Und dass natürlich auch der größte Superstar seine Fehler und Ecken und Kanten und Macken hat, das fällt für mich unter die Kategorie "needless to say".

Man wird in der Forumsgeschichte sicher zahlreiche Posts von mir finden, in denen ich LMLs Aura bei bestimmten Auftritten "vergöttliche" (und zu diesem Schwärmerischen stehe ich auch), überhöhende Aussagen über ihre Persönlichkeit wird man, glaube ich, lange suchen, in Äußerungen über ihren Charakter, und wie sie "tickt", bin ich sogar eher zurückhaltender geworden mit der Zeit. (Dass ich sie natürlich nach wie vor für eine ungemein sympathische Frau halte, ist allerdings auch "needless to say".)

Aber klar hat man halt auch Präferenzen, was einen fasziniert und was nicht. Manche finden es eben auch faszinierend, wenn ihr Lieblingsstar total "sparsam" ist. Für mich gilt noch immer die alte Hollywood-Weisheit, die ich mal in der Signatur hatte: "If you want the girl next door – go next door." (Klar gibt es auch den Star-Typus "Mädchen von nebenan", der Witz ist aber, dass auch der eben nicht mit jedem beliebigen Mädchen von nebenan funktionieren würde. Ich finde allerdings nichtmal, dass Lena diesem Typus entspricht.)

Oh, da hab ich mich wohl doch weniger klar ausgedrückt als gedacht. Es ging mir ja an keiner Stelle darum, dass hier Lena als Person "vergöttlicht" wird, dass sie also aufgrund bestimmter Charaktereigenschaften per se auf einen Sockel gestellt wird (bei manchen (!) Foristen hab ich aber dennoch den Eindruck, dass sie das tun, aber das nur am Rande ;)). Ob Lena sparsam oder verschwenderisch, bescheiden oder egomanisch, perfekt durchorganisiert oder total verplant ist (bzw. welche dieser Eigenschaften ihr von anderen zugesprochen werden), hat für mich nur mittelbar mit dem zu tun, was ich sagen wollte. Was mich vielmehr etwas besorgt, ist diese künstlerische Unfehlbarkeit, die ihr hier von manchen attestiert zu werden scheint (@gauloises: Ich hab mich dabei übrigens auf keinen spezifischen Beitrag hier im Thread bezogen, es war mehr so ein diffuses Bauchgrummeln, das ich bei der Lektüre hatte). Immer wieder schimmert hier durch, dass Lenas Auftritte in TV und Film, ihre CDs und ihre Konzerte für sich genommen eine höhere Qualität hätten, die allein einer Lena irgendwie innewohnenden Aura geschuldet sei. Und diese Ansicht, wie gesagt, macht mir Angst – weil genau das eine distanzlose Vergöttlichung ihres Schaffens darstellt, wie man sie bei keinem Künstler betreiben sollte. Lena mag eine begnadete Entertainerin und mittlerweile auch eine gute Musikerin sein, das bestreit ich ja gar nicht (um das auszudrücken, hab ich diesen Thread ja überhaupt erst eröffnet) – aber auch das würde sie nicht automatisch davon abhalten, auch mal ein mieses Album, eine miese Fernsehsendung oder gegebenenfalls einen miesen Kinofilm abzuliefern. Genau wie Marlon Brando, der ein grandioser Schauspieler gewesen sein mag (ich weiß nicht, ob ich überhaupt je einen Film mit ihm gesehen habe :gruebel: .... ist halt nicht mehr meine Generation ;)), sicher auch nicht nur grandiose Filme gedreht hat.


Um das Beispiel von PPB aufzugreifen (war es PPB?): Niemand weiß, was passieren würde, wenn Lena sich jetzt plötzlich für fünf Jahre komplett zurückzöge und sich erst dann plötzlich mit einem neuen Album zurückmelden würde. Kann schon sein, dass dieses Album total durch die Decke gehen würde, kann aber auch sein, dass es keinen mehr interessiert (und auch keiner mehr ihm irgendeine künstlerische Relevanz zuspricht) bis auf die Gemeinde der Hardcore-Fans. Immerhin hat Lena ja eine sehr treue und aktive Fangemeinde (ich weiß nicht, ob das z.B. bei dem als Gegenbeispiel genannten Harald Schmidt auch so wäre). Diese Fans, die sich prinzipiell erst mal alles kaufen würden, wo der Name ihres Idols draufsteht, sind aber nun mal nicht der Maßstab, an dem man das wirkliche "Star"tum eines Künstlers messen sollte. Würde man Fans von einem beliebigen DSDS-Teilnehmer oder Soapdarsteller fragen, was sie an ihrem Idol schätzen und wie sie die Starqualitäten desselben beurteilen, würden mit Sicherheit sehr ähnliche Antworten rauskommen wie hier in diesem Thread über Lena. Auch manch ein DSDS-ler macht ja heute immer noch Musik und zu seinen Konzerten gehen immer noch ein paar Leute. Entscheidend ist für mich vielmehr, wie ein Künstler außerhalb seiner Fanbase wahrgenommen wird. Genau das meinte ich mit meinem nun schon mehrfach gebrauchten Begriffspaar "Respekt" und "Anerkennung". Von Leuten aufgrund des eigenen Schaffens respektiert und ernstgenommen und vielleicht auch als Künstler geschätzt zu werden, die eben nicht jede künstlerische Äußerung des Betreffenden pauschal in den Himmel loben würden – das unterscheidet für mich einen echten Star von einem "Star" nach der Definition des Privatfernsehens. Und das ist auch der Weg, auf dem ich zumindest seit dem letzten Album Lena sehe .... ;)

Grombold
21.05.2014, 23:36
ich fass mich kurz:

Stars müssen keine Bedingungen oder Maßstäbe erfüllen - sie sind das Maß!

Georg
22.05.2014, 22:28
Lena ist also sowas wie der schwarze Monolith in Odysee 2001. Und die Forumsmenschen sind die Affen, die sich dem Stein nähern und ihn bewundern und anbeten. Daraus hat sich dann eine Kultur und Zivilisation entwickelt.2001 (Dawn of (Wo)man) wird offenbar öfter mal als Vergleich herangezogen ... ;)

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