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synapse
23.07.2013, 16:40
Matthias Kalle über Anke Engelke http://www.zeit.de/2013/30/tv-komikerin-anke-engelke

rix
23.07.2013, 17:04
Matthias Kalle über Anke Engelke http://www.zeit.de/2013/30/tv-komikerin-anke-engelke

Das verblüffende an dem Artikel bzw. den Interview-Teilen darin: Ich habe immer mal wieder bei Anke Engelkes Antworten gedacht "Könnte von Lena stammen." - nur Lena ist erst Anfang 20 und nicht wie Anke Engelke so alt wie ein mittelalter Mann. Interessant auch, dass sie sich erst mit 35 emanzipiert hat. Das ist bei Lena, so scheint es mir, bereits während ihrer Erziehung passiert. Hatte sie nicht die "Emma" abonniert?

synapse
23.07.2013, 17:17
Interessant auch, dass sie sich erst mit 35 emanzipiert hat.

sie stapelt gerne tief. (Lena ist nicht ganz so schlimm im Tiefstapeln, Ausnahmen bestätigen die Regel.)

Eulenspiegel
23.07.2013, 17:38
Anke Engelke "Mama und Papa" 1980

http://www.youtube.com/watch?v=gBseaK-0xdE



Ferienprogramm 1983

http://www.youtube.com/watch?v=EbzHo-BzJ6s

Damit bin ich aufgewachsen-)

synapse
23.07.2013, 18:33
Damit bin ich aufgewachsen-)

bei mir war es SWF3 Lollipop

Tiny Tim
23.07.2013, 19:03
sie stapelt gerne tief. (Lena ist nicht ganz so schlimm im Tiefstapeln, Ausnahmen bestätigen die Regel.)

Ich finde allerdings, das, was im Artikel zur Sprache kommt, ist dann doch eine andere Qualität als Tiefstapeln:


Und Stockinger sagt, dass Engelke dazu neige, ihr Können kleinzureden. Das sei schon immer so gewesen. Mit Lob habe sie nie umgehen können.

Insbesondere der letzte Satz trifft auf Lena überhaupt nicht zu. Und darin unterscheidet sie sich nicht nur von Anke Engelke, sondern z.B. auch von mir; ein weiterer Punkt, für den ich sie heftig bewundere, der aber eben auch nicht voraussetzungslos ist. Die geradezu ehrfurchtgebietende, mit großer Freundlichkeit gepaarte Würde, mit der Lena auch das größte Lob entgegennimmt, setzt eben doch ein Maß an Selbstbewusstsein voraus, das nicht jeder hat. Ich z.B. nicht, und wie ich vermute, Anke Engelke auch nicht. Ob das direkt mit Emanzipation zu tun hat, weiß ich nicht, aber es könnte sein. Es verstärkt sich aber der Eindruck, dass das etwas mit Lenas Erziehung zu tun hat. Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich noch nie jemanden habe sagen hören, dass er für seine Erziehung dankbar sei - bis auf Lena. Im Dankwort im MCP-Booklet gibt es ein, zwei Stichworte, die mich glauben lassen, dass da in ihrem Fall mehr war als nur Mutti und Omma. Und das hat eben auch nicht jeder.

synapse
23.07.2013, 20:54
@Pete: ja, aber das scheinbare "nicht umgehen können" kann auch ein wirksamer Schutzmechanismus sein.

Mein Lieblingszitat von Peter Stockinger ist das hier:


Sie war so unmittelbar.

(Ist sie natürlich immer noch.) Lenas Wirkung würde ich ähnlich beschreiben.

Tiny Tim
23.07.2013, 21:19
@Pete: ja, aber das scheinbare "nicht umgehen können" kann auch ein wirksamer Schutzmechanismus sein.

Darunter kann ich mir im Moment nichts vorstellen. Ich kann selbstverständlich in Anke Engelke nicht hineinsehen, aber mir geht es so, dass ein großes Kompliment von Personen, die mir nicht unmittelbar nahe stehen, bei mir Verlegenheit an der Grenze zum Unwohlsein auslöst. Nun wäre ja gerade das etwas, wogegen ein Schutzmechanismus recht brauchbar wäre; der besteht bei mir in Ermangelung von besserem leider darin, dass ich mich linkisch herumwinde*, was auch unhöflich wirken kann, zumindest aber unsouverän, denn schließlich sollte man ja zunächst davon ausgehen, dass ein Lob ehrlich und ernst gemeint ist und entsprechend entgegengenommen und gewürdigt werden sollte. Im Vergleich zu meiner diesbezüglichen Unsicherheit erscheint mir Lenas Selbstbewusstsein, ihre bewundernswerte Fähigkeit, Komplimente jeglicher Größe ohne jedes Anzeichen von Überheblichkeit annehmen zu können, als der bedeutend wirksamere Selbstschutz, und man sieht ja auch an den herrlichen Bildern vom Hohentwielfestival, wie begeistert das Publikum diese perfekte Interaktion aufnimmt. Denn welches Kompliment wäre größer als zweitausend Herzen, die einem entgegengereckt werden?


* Bei näherem Hinsehen fällt mir auf, dass ich hier von der weiter zurückliegenden Vergangenheit gesprochen habe; tatsächlich habe ich in der jüngeren Vergangenheit bewusst von Lena gelernt, einem Lob sozusagen standzuhalten und es in angemessener Weise entgegen zu nehmen. Das freut mich natürlich. ;) :)

ranzig
23.07.2013, 22:03
Die Frage ist ja nur (und die stelle ich aus ureigenstem Interesse): Wie genau funktioniert diese Art von Erziehung? Ich glaube, es gehören zwei Komponenten dazu:

1.) Viel Loben (auch (aber nicht nur) vor Dritten). Wenn man Leistungen von Kindern wertschätzt und das auch ausdrückt, ist die Situation nicht so unerwartet und unbekannt. Das heißt jetzt nicht, dass jedes Tun schon überschwänglich hochgejazzt (:D) werden muss - aber die Gefahr, dass Lobenswertes untergeht ist (bei mir) leider ziemlich groß. Und ich ärgere mich hinterher.
2.) Zur Wertschätzung anderer anleiten (=Wettkampf vermeiden). Jeder Mensch ist anders, und jeder individuelle Eigenschaftenmix ist wertvoll und unvergleichlich.

Aber ohne Gewähr. Erziehung ist eines der größten Abenteuer überhaupt. Lerne täglich dazu.

Tiny Tim
23.07.2013, 22:07
Sicherlich. Die Grundvoraussetzung für beides ist aber wiederum ein eigenes, stabiles Urteilsvermögen, ein intaktes Gewissen. Das ist bei Lena allem Anschein nach in einem außergewöhnlich hohen Maße vorhanden, und ich denke, das erlaubt auch Rückschlüsse auf diejenigen, die für ihre Erziehung verantwortlich waren.


Viel Loben (auch (aber nicht nur) vor Dritten). Wenn man Leistungen von Kindern wertschätzt und das auch ausdrückt, ist die Situation nicht so unerwartet und unbekannt.

Auch wenn das alte Hüte sind; wir wissen ja, dass "die Situation" für Lena schon immer vertraut gewesen ist. ;)


Lena Meyer-Landrut hat Auftritte früh geliebt, ob als Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin oder auf der Bühne des Alltags. »Ich war vielleicht drei oder vier Jahre alt«, erinnert sie sich, »da haben wir im Urlaub in Italien immer das Lied Volare gehört. Ich habe so oft mitgesungen, dass ich es am Ende des Urlaubs auswendig konnte.« Sie wurde von Italienern auf Italienisch angesprochen, darüber freut sie sich bis heute.

http://www.zeit.de/2010/44/Lena-Meyer-Landrut/seite-2


Lena sagt, dass sie als Kind "oft in verschiedenen Familien zu Besuch" war und es dort immer geheißen hätte: "Wenn Lena da ist, dann ist immer alles viel schöner." Sie spricht leise. Kein einziges "geil" oder "supi" kommt diesmal über ihre Lippen. "Ich glaube, ich bin irgendwie ausgeglichen und mit mir völlig im Reinen. Das macht mir eine gewisse Unbeschwertheit möglich."

http://www.sueddeutsche.de/kultur/lena-meyer-landrut-du-hast-die-wahl-fisch-1.978018