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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mögliche und bestätigte Teilnehmer für den ESC 2012



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Mikado
15.04.2012, 19:18
Für mich als mittlerweile 61jährigem vermittelte sich bisher beim Betrachten der meisten ESC (vormals Grand Prix...)-Sendungen, die ich bisher gesehen habe, nicht der Eindruck, als fröne man dort einem "Jugendwahn". Zwar sind die Interpreten in der Regel relativ jung, musikalisch und stilistisch jedoch fühlte ich mich da meist eher in graue Vorzeiten versetzt, ebenso wie das abendliche Fernsehprogramm zur sogenannten Primetime offenbar auch eher auf den vermuteten Geschmack einer "reiferen Jugend" zugeschnitten zu sein scheint. Bei den meisten Sendungen könnte man ja fast schon von "Seniorenwahn" sprechen ;).

Bitte berücksichtige die anderen ESC-Länder mit z. T. sehr unterschiedlichen Mentalitäten. Manches finde ich auch ziemlich antiquiert bzw. gruselich.
Zum ÖR-Programm (Musikantenstadl etc.) RTFM - da gibt's n' Knopf zum Umschalten. :ugly:

Doktor Landshut
15.04.2012, 19:35
Bitte berücksichtige die anderen ESC-Länder mit z. T. sehr unterschiedlichen Mentalitäten. Manches finde ich auch ziemlich antiquiert bzw. gruselich.

Ich denke eher, dass die künstlerisch ambitionierteren Kräfte in den einzelnen nationalen Musikszenen an diesem "Contest" nicht besonders interessiert sind (siehe zB. Großbritannien, Wiege der modernen Popmusik ;))
Um beim ESC Chancen auf einen guten Platz zu haben, muss man was schicken, das den größtmöglichen gemeinsamen Nenner hat. Und das ist nun mal (bis auf so seltene Ausnahmen wie Lena) in der Regel Mittelmaß oder auch ein Abklatsch dessen, was man unzählige Male schon besser gehört hat.

Rolwin
15.04.2012, 20:11
Also so dramatisch finde ich es nicht, wenn zwei ältere Interpreten am Song Contest teilnehmen. Sich nur deshalb die Show nicht anzusehen, ist etwas übertrieben. Bestenfalls sieht man nur UK in der Final Show, da gesetzt.

Beim ESC sind die Ausschläge mitunter extrem, aber auch das macht den Reiz dieses Spektakel aus. Ist schließlich keine MTV-Veranstaltung.

Wenn UK und Russland sich so musikalisch vorstellen wollen/müssen, dann ist das so. Die Diskussion darüber kann nur in dem jeweiligen Land geführt werden. In Schweden wird sich kaum jemand deshalb nicht den ESC anschauen.

Ist wie auf einem Sommerfest. Wer die leckerste Torte mitbringt wird gelobt. Der verbrannte Kuchen bleibt liegen.

Ich finde, mit Roman Lob haben wir einen sehr guten Kuchen gebacken, der auf alle Fälle uns Deutschen schmeckt.

Übrigens, Lordi war damals für mich ein verbrannter Keks und habe ihn deshalb auch nicht gekauft. Der Gewinnersong von 2010 war ein Sahnetörtchen und selbst der 10. Platz von 2011 steht in meiner CD-Sammlung :wub:

Der ESC ist weltweit die größte Casting-Show. Findet einmal im Jahr statt, 3 Stunden am Finaltag. Habe schon schlechtere Casting-Shows im TV erlebt.

bates
15.04.2012, 20:21
Ich denke eher, dass die künstlerisch ambitionierteren Kräfte in den einzelnen nationalen Musikszenen an diesem "Contest" nicht besonders interessiert sind (siehe zB. Großbritannien, Wiege der modernen Popmusik ;))

Das ist doch der entscheidende Punkt. Wenn es wahr ist, dass Großbritannien dieses Jahr einen alten Schnulzensänger dahinschickt, dann liegt die Betonung eben nicht auf "alt", sondern auf "Schnulzensänger" - auch wenn sie den jungen Engelbert auf dem Höhepunkt seines Erfolgs dahin geschickt hätten, wäre das Statement das Gleiche gewesen: "Wir begreifen den ESC als alles mögliche - nur nicht als etwas, was mit der zeitgenössischen [oder gar: ambitionierten] Popmusik in unserem Land irgendetwas zu tun hat."

Und ich glaube nicht, dass in irgendeinem der teilnehmenden Länder ausgerechnet der ESC als Plattform für das Beste der nationalen Musikszenen betrachtet wird noch jemals betrachtet wurde. Was nicht heißt, dass sich die Linien der internationalen Popmusik-Entwicklung und die Linien der schillernden ESC-Parallelwelt nicht manchmal, in seltenen, glücklichen Momenten, überschneiden können. (Einmal sind sogar Weltstars dabei herausgesprungen, und ab und zu ist eben auch mal was wirklich Neues, Außergewöhnliches dabei.) Der Versuch vornehmlich von Raab, den ESC zu modernisieren, ist zweifellos keine schlechte Sache. Allerdings: Selbst wenn sich der ESC in seinem Selbstverständnis modernisiert, heißt das noch nicht, dass er deshalb schon von der restlichen Popwelt als relevante Plattform empfunden wird - es wäre nur die erste Voraussetzung dafür, von der er m.E. allerdings nach wie vor sehr weit entfernt ist.

Rolwin
15.04.2012, 20:42
Das ist doch der entscheidende Punkt. Wenn es wahr ist, dass Großbritannien dieses Jahr einen alten Schnulzensänger dahinschickt, dann liegt die Betonung eben nicht auf "alt", sondern auf "Schnulzensänger" - auch wenn sie den jungen Engelbert auf dem Höhepunkt seines Erfolgs dahin geschickt hätten, wäre das Statement das Gleiche gewesen: "Wir begreifen den ESC als alles mögliche - nur nicht als etwas, was mit der zeitgenössischen [oder gar: ambitionierten] Popmusik in unserem Land irgendetwas zu tun hat."

Und ich glaube nicht, dass in irgendeinem der teilnehmenden Länder ausgerechnet der ESC als Plattform für das Beste der nationalen Musikszenen betrachtet wird noch jemals betrachtet wurde. Was nicht heißt, dass sich die Linien der internationalen Popmusik-Entwicklung und die Linien der schillernden ESC-Parallelwelt nicht manchmal, in seltenen, glücklichen Momenten, überschneiden können. (Einmal sind sogar Weltstars dabei herausgesprungen, und ab und zu ist eben auch mal was wirklich Neues, Außergewöhnliches dabei.) Der Versuch vornehmlich von Raab, den ESC zu modernisieren, ist zweifellos keine schlechte Sache. Allerdings: Selbst wenn sich der ESC in seinem Selbstverständnis modernisiert, heißt das noch nicht, dass er deshalb schon von der restlichen Popwelt als relevante Plattform empfunden wird - es wäre nur die erste Voraussetzung dafür, von der er m.E. allerdings nach wie vor sehr weit entfernt ist.
So sehe ich das auch.
Stefan Raab hat versucht den Deutschen Beitrag zu modernisieren. Ob das auch auf andere Länder abfärbt, wird die Zukunft bringen. Sollte Lena es schaffen ein internationaler Star zu werden, sind die Aussichten nicht schlecht.

Doktor Landshut
15.04.2012, 21:08
So sehe ich das auch.
Stefan Raab hat versucht den Deutschen Beitrag zu modernisieren.

Zu dieser "Flucht nach vorn" gab es wohl auch kaum eine denkbare Alternative, wenn man der Veranstaltung noch eine gewisse Bedeutung beimessen wollte. Wichtige und bedeutende Vertreter der deutschen Musikszene (Grönemeyer, Rosenstolz, Wir sind Helden und und und...) hatten ja offenbar keine Lust (und sicher auch Angst um ihr Image), zum ehemals Siegel-verseuchten und später verklamaukten "Grand Prix..." mal einen neuen, guten Song beizusteuern. Aber das war ja auch ganz gut so, sonst hätte es ja USfO und Lena nie gegeben. So ist nun ein von Pro7 und der ARD finanziertes Popseminar für die nationale Nachwuchsförderung dabei rausgekommen, das ist ja auch ganz schön.

Brummell
15.04.2012, 21:23
Das ist doch der entscheidende Punkt. Wenn es wahr ist, dass Großbritannien dieses Jahr einen alten Schnulzensänger dahinschickt, dann liegt die Betonung eben nicht auf "alt", sondern auf "Schnulzensänger" - auch wenn sie den jungen Engelbert auf dem Höhepunkt seines Erfolgs dahin geschickt hätten, wäre das Statement das Gleiche gewesen: "Wir begreifen den ESC als alles mögliche - nur nicht als etwas, was mit der zeitgenössischen [oder gar: ambitionierten] Popmusik in unserem Land irgendetwas zu tun hat."

Und ich glaube nicht, dass in irgendeinem der teilnehmenden Länder ausgerechnet der ESC als Plattform für das Beste der nationalen Musikszenen betrachtet wird noch jemals betrachtet wurde. Was nicht heißt, dass sich die Linien der internationalen Popmusik-Entwicklung und die Linien der schillernden ESC-Parallelwelt nicht manchmal, in seltenen, glücklichen Momenten, überschneiden können. (Einmal sind sogar Weltstars dabei herausgesprungen, und ab und zu ist eben auch mal was wirklich Neues, Außergewöhnliches dabei.) Der Versuch vornehmlich von Raab, den ESC zu modernisieren, ist zweifellos keine schlechte Sache. Allerdings: Selbst wenn sich der ESC in seinem Selbstverständnis modernisiert, heißt das noch nicht, dass er deshalb schon von der restlichen Popwelt als relevante Plattform empfunden wird - es wäre nur die erste Voraussetzung dafür, von der er m.E. allerdings nach wie vor sehr weit entfernt ist.

Wenn du das im wesentlichen auf die Länder mit größeren Musikmärkten beziehst ist dem nichts hinzuzufügen. Kein wirklich etablierter und erst recht kein momentan erfolgreicher Künstler würde es hier gegenwärtig riskieren sich dem unkalkulierbaren Risiko einer ESC Wahl (und erst recht nicht dem eines Nationalen Finales) auszusetzen. In diesen Ländern bleibt es also ein Forum für Leute die etwas werden wollen oder es wieder werden wollen.
In kleineren Ländern (mit begrenzten Märkten) und wohl auch in den meisten Ländern Osteuropas (in denen es einen organisierten Tonträgermarkt nur bedingt gibt, es dominieren schwarze downloads, Einkommen werden überwiegend bis ausschließlich über Konzerte erziehlt) ist das etwas anderes, da hier eine Teilnahme am ESC die Chance bietet neue Einkünfte zu erzielen. Hier bewerben sich auch etablierte Künstler der nationalen Musikszenen.

esiststeffen
15.04.2012, 21:38
Ich hatte es ja schon mal im Zusammenhang mit der Engelbert-Nominierung geschrieben: Falls man bei der BBC tatsächlich davon ausgeht, dass er beim ESC konkurrenzfähig ist, dann haben sie meinen Segen. Wenn seine Teilnahme nur als Joke gemeint war (und vor allem, wenn er dies vielleicht selbst gar nicht so wahrnimmt), dann fände ich dies, ganz unabhängig was man persönlich von seiner Lebensleistung halten mag, ziemlich schade.
Ein Problem, dass ich bei betagteren Künstlern mitunter wahrnehme (oder wahrzunehmen glaube!? würde mich über weitere Meinungen freuen), ist ohnehin der Umstand, dass sie von der/den nachfolgenden Generation/en, die nun den Ton in den Medien angeben, eher als Kuriositäten und Fossilien bestaunt denn als ernsthafte Künstler anerkannt und gewürdigt werden; während die betreffenden Künstler sich ihrer "Fossilienrolle" mitunter gar nicht bewusst sind.
Ich finde die Sachlage bei Engelbert deutlich verschieden von jener bei den Babuschkis. Letztere sind schon von der Songauswahl her klar auf Trash getrimmt; ich gehe auch vielmehr davon aus, dass sie eher ein jüngeres Publikum ansprechen sollen, das eben auf diesen Kuriositätenfaktor anspringt. Und ich rechne damit, dass diese Strategie aufgeht und wir sie gerade wegen ihrer Trashigkeit sehr weit vorne sehen werden - die ebenfalls bereits angesprochenen Lordi haben ja auch auf genau dieser Schiene funktioniert (für mich wirken sie heute noch weniger wie eine echte Metalband als vielmehr wie die Parodie einer solchen). Aber gut, letzten Endes ist der ESC ein Wettbewerb, und wenn die Russen davon ausgehen, dass sie mit diesem Beitrag die größten Chancen auf möglichst viele Punkte aus möglichst vielen Ländern haben, dann ist selbstverständlich auch das legitim. Auch in der deutschen ESC-Geschichte waren ja Trashbeiträge, die auch als Trash gemeint waren (namentlich Guildo Horn und Stefan Raab) platzierungsmäßig nicht unerfolgreich.

Im Übrigen find ich aber auch die Frage interessant, welches Publikum der ESC eigentlich heute anspricht oder ansprechen soll. Ich gehe durchaus davon aus, dass sich hier in den letzten 10-20 Jahren ein deutlicher Generationswechsel weg von der klassischen Schlagerschnulze vollzogen hat. In Deutschland hat das mit Guildo angefangen, international kam die Wende ein Jahr später mit dem Wegfall der Sprachregelung. Meine Oma (74 Jahre und damit immerhin noch 1 1/2 Jahre jünger als Engelbert) würde sich zum Beispiel eine Sendung wie den heutigen ESC niemals anschauen, weil dort englisch gesungen wird; die bleibt schön bei ihrem Andy Borg und ihrem Florian Silbereisen :)


Interessant finde ich zu guter Letzt, dass ausgerechnet Udo Lindenberg als Negativbeispiel herangezogen worden ist. Für mich ist gerade dieser Mann in den letzten Jahren zu einem absolut faszinierenden Phänomen geworden, vor dessen Leistungen ich großen Respekt habe. "Stark wie zwei" und das letztjährige MTV Unplugged waren die mit Abstand meistverkauften Alben seiner gesamten Karriere, und er schafft es tatsächlich auch viele Jüngere, die zuvor vielleicht nie seine Musik gehört hätten, für sich zu begeistern. Ich hatte ja die Möglichkeit ihn Ende letzten Jahres bei dem Konzert gegen Rechts in Jena (einen Thread mit meinem Bericht dazu sollte es irgendwo hier im Forum noch geben) live erleben zu dürfen; und klar hat dieser Mann gehörig einen an der Klatsche, aber er begeistert die Leute und macht Lust auf mehr, und das ist letzendlich das, was in der Musik zählen sollte. Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern ist Lindenberg für mich jemand, der nicht nur seinen populären Namen durch die Weltgeschichte trägt und nur von den Erinnerungen an eine glorreiche Vergangenheit zehrt - das ist ein Gefühl, das mir die im gleichen Beitrag genannten Rolling Stones zB viel mehr vermitteln; ich erinnere mich nicht, wann ich zuletzt eine aktuelle Single der Stones im Radio gehört hätte.

Rolwin
15.04.2012, 22:02
Zu dieser "Flucht nach vorn" gab es wohl auch kaum eine denkbare Alternative, wenn man der Veranstaltung noch eine gewisse Bedeutung beimessen wollte. Wichtige und bedeutende Vertreter der deutschen Musikszene (Grönemeyer, Rosenstolz, Wir sind Helden und und und...) hatten ja offenbar keine Lust (und sicher auch Angst um ihr Image), zum ehemals Siegel-verseuchten und später verklamaukten "Grand Prix..." mal einen neuen, guten Song beizusteuern. Aber das war ja auch ganz gut so, sonst hätte es ja USfO und Lena nie gegeben. So ist nun ein von Pro7 und der ARD finanziertes Popseminar für die nationale Nachwuchsförderung dabei rausgekommen, das ist ja auch ganz schön.
:nick:

earplane
16.04.2012, 17:35
Die Moderatoren stehen fest.

http://www.eurovision.tv/page/news?id=51763&_t=eldar_nargiz_leyla_to_host_eurovision _2012
http://blog.prinz.de/grand-prix/das-baku-moderationstrio-eldar-nargiz-und-leyla/