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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Allgemeine Diskussion zum Album 'Crystal Sky'



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mr.spock1968
21.06.2015, 22:04
:idee: Bestimmt eine geheime Geheimstrategie.

Grombold
25.06.2015, 23:41
So, jetzt habe ich mich auch durchgerungen was zum Album zu schreiben. Wobei ich nicht unerwähnt lassen will, dass es mich unfassbar viel Überwindung kostet dies hier zu schreiben.
Nun erstmal ganz allgemein zum Album:

Das, was hier wohl jedem als erstes aufgefallen ist, ist die unglaubliche Soundgewaltigkeit des Albums. Geradezu brachial werden einem die Songs um die Ohren gewedelt. Wobei die Lautstärke der CD gekonnt bis zum maximum ausgereizt wurde, ohne das ich an irgendeiner Stelle Clipping feststellen konnte. Überhaupt wurde alles vom großen Bombast bis ins aller letzte klitzeklitzekleinste Detail sehr professionell, sehr sauber produziert und gemixt, was keines Falls selbstverständlich ist, wie wir wissen. Fehlerhafte Sample, Übersteuerung und dergleichen. kommen leider viel zu oft vor.

Der Tieftonbereich ist schon bemerkenswert. Natürlich gibt es reichlich Bass-lastige Musik, aber im Unterschied zu diesem Sound werden dort die Bässe in der Regel von reichlich Obertönen begleitet und in der Regel sind es diese Obertöne, die die Information übermitteln/den Eindruck gewaltiger Tieftöne ans Hirn vermitteln, nicht die Tieftöne selbst (diesen Effekt macht man sich, nebenher bemerkt, in eindrücklicher Weise bei dem Song Crystal Sky zu Nutze). Dagegen sind auf dem Album Crystal Sky kaum Obertöne vorhanden und selbst diese befinden sich ja quasi noch im Tieftonbereich. Um in den vollen Genuß der Tieftonwelten zu kommen, muß ich schon richtig Abstand zu den Lautsprechern nehmen, acht, neun und sogar zehn Meter, flugs die Schallgeschwindigkeit in Luft zur Hand genommen, stellt man fest, wir befinden uns bereits im Bereich von 20 Hz. Da spielt sich unterhalb von 30 Hz (wo viele gute Anlagen bereits endgültig kapitulieren) noch richtig viel ab, da spielt die Musik
Ohne diesen Tieftonbereich, was schnell passieren kann, kommt mir das verhältnismäßig ja fast schon wie Acapella vor.

Was mir hier wieder mal bzw. in besonderer Weise aufgefallen ist: Soundeffekte, extreme Bässe und Lenas Gesang bilden geradezu eine natürliche Einheit, ergänzen sich perfekt. Dazu braucht es dann nicht mehr viel, selbst für ein voluminöses Klangbild.
Abraten möchte ich in dem Zusammenhang vom Hören über Kopfhörer, ausser in besonderen Fällen, wo es gar nicht anders geht oder aber zu analytischen Zwecken. Teilweise zerfallen dadurch Soundgefüge unkontrolliert in Einzelteile, die so nicht beabsichtigt waren. (Das gilt überhaupt für die meiste Musik, mit wenigen Ausnahmen).

Nun unterscheide ich allerdings zweierlei Arten von Sound: zum einen klar durchstrukuierte, wo man jedes Instrument, jeden Sample, jeden Pieps klar verorten kann und das muss gar nicht mal minimalistisch sein - und es gibt zusammengewubbelten Klangbrei, der beim besten Willen nicht näher differenzierbar ist und im Hintergrund einen wabernden Klangnebel bildet.
Ich bin in jedem Fall ein Freund des Ersteren, wobei ich aber finde, dass sich hier der Klangbrei erfreulich zurück hält und man das in angenehmer und ausgewogener Weise hinbekommen hat.

Eine Rangfolge zu den Songs kann ich eigentlich gar nicht abgeben. Durch die zugleich einheitliche, aber auch vielschichtige und tiefgründige, und auch stilistisch vielfältige Klangwelt, in der Lenas Stimme immer das Zentralgestirn bildet, hinzukommend eine stimmige Dramaturgie, wachsen die einzelnen Songs für mich quasi zu einer Einheit zusammen. Deshalb macht ein Klassifizieren für mich keinen Sinn (was im Grunde auch schon für Stardust ansatzweise gilt).
Einzig Traffic Lights skip ich meistens, ist für mich nicht nur der schlechteste Song vom Album, der wirkt für mich vor allem wie ein Fremdkörper.
Hier geht es mir jetzt so, wie anderen damals mit dem Song Stardust.

Was mich ja ein bischen verwundert ist, dass Lena zu Stardustzeiten sehr bestimmt feststellte, dass sie ein kurzes, knappes Album einer langgezogenen Mittelmäßigkeit jeder Zeit vorziehen würde und das auch als Maßstab für ihre Arbeit sieht. Und nun mit Crystal Sky legt sie ihr bisher längstes Album vor, von dem sie sagt, dass sie sehr, sehr zufrieden damit ist, aber eben nicht ganz 100%. Ist die längere Spielzeit Kompromissen geschuldet oder sind das unzulässige Verknüpfungen und hat weiter nichts zu bedeuten.
Wäre vieleicht mal ne Frage wert, aber wahrscheinlich werden wir es nie erfahren.
Ersatzweise kann sich ja jeder zwei, drei Songs nach Belieben heraus skippen oder es auch so belassen.



Fortsetzung folgt ...

Claudio
26.06.2015, 00:14
Was mich ja ein bischen verwundert ist, dass Lena zu Stardustzeiten sehr bestimmt feststellte, dass sie ein kurzes, knappes Album einer langgezogenen Mittelmäßigkeit jeder Zeit vorziehen würde und das auch als Maßstab für ihre Arbeit sieht. Und nun mit Crystal Sky legt sie ihr bisher längstes Album vor, von dem sie sagt, dass sie sehr, sehr zufrieden damit ist, aber eben nicht ganz 100%. Ist die längere Spielzeit Kompromissen geschuldet oder sind das unzulässige Verknüpfungen und hat weiter nichts zu bedeuten.
Wäre vieleicht mal ne Frage wert, aber wahrscheinlich werden wir es nie erfahren.
Ersatzweise kann sich ja jeder zwei, drei Songs nach Belieben heraus skippen oder es auch so belassen.

Hat Lena nicht auch letzten Sommer auf der Veranstaltung eines Fanclubs davon gesprochen, elf Songs oder so seien ihr lieber als ...? (Oder bringe ich etwas durcheinander?) Wenn man hinzunimmt, daß sie heute sagt, zwei oder drei Songs gehörten eher in die Stardustära, möchte ich einen Kompromiß vermuten.

(Aber Kompromiß mit wem zu welchem Zweck? Man denkt natürlich an Verkaufsgesichtspunkte. Wenn man dann sieht, daß die Rezensenten von Stern (Print), faz.net (online) und laut.de den Eindruck erwecken, höchstens die erste Hälfte des Albums gehört und Wesentliches so nicht bekommen zu haben, kann man sich aber fragen, ob Besprechungen für den Verkauf so unwichtig sind oder ob man dies nicht antizipiert hat. Weiß das Marketing einer großen Plattenfirma nicht, wie Musikredakteure arbeiten?)

maybear
26.06.2015, 00:28
Was mich ja ein bischen verwundert ist, dass Lena zu Stardustzeiten sehr bestimmt feststellte, dass sie ein kurzes, knappes Album einer langgezogenen Mittelmäßigkeit jeder Zeit vorziehen würde und das auch als Maßstab für ihre Arbeit sieht. Und nun mit Crystal Sky legt sie ihr bisher längstes Album vor ...Es sind ja (wenn man den Bonustrack auf SD berücksichtigt - nicht mehr Songs, nur die Songs sind meist länger. Naheliegend wäre evtl. gewesen, einen oder zwei Titel wegzulassen und dann statt der Doppel-Vinyl nur eine Einzel-Vinyl pressen zu müssen. Es scheinen ja aber auch so schon viele mehr oder weniger fertige Songs nicht berücksichtigt worden zu sein.


Wenn man dann sieht, daß die Rezensenten von Stern (Print), faz.net (online) und laut.de den Eindruck erwecken, höchstens die erste Hälfte des Albums gehört und Wesentliches so nicht bekommen zu haben, kann man sich aber fragen, ob Besprechungen für den Verkauf so unwichtig sind oder ob man dies nicht antizipiert hat. Weiß das Marketing einer großen Plattenfirma nicht, wie Musikredakteure arbeiten?)Daß die Reihenfolge der Songs mit Blick auf die Rezensenten zusammengestellt wird, halte ich für eher unwahrscheinlich. Andererseits, es sind ja eher die kommerzielleren (oder dafür gehaltenen) Titel in der ersten Hälfte und die komplexeren in der zweiten Hälfte, man konnte da nicht unbedingt vorhersehen, daß die zweite Hälfte bei vielen Fans besser und schneller ankommt und vielleicht auch bei "anspruchsvolleren" Rezensenten besser angekommen wäre, sofern sie diese Songs überhaupt gehört hätten.

Claudio
26.06.2015, 00:34
@maybear Ich meinte einfach, bei weniger Songs hätten die Rezensenten mehr von hinten mitbekommen (und wären vielleicht drangeblieben).

Ovi
26.06.2015, 00:46
Ohne diesen Tieftonbereich, was schnell passieren kann, kommt mir das verhältnismäßig ja fast schon wie Acapella vor.

:wub:

Wie schön formuliert.

Tatsächlich ist die gesamte CS-Musik die mit Abstand rekordmäßig seltenst gehörte Musik seit dem Urknall, weil ich so selten die hörtechnischen Möglichkeiten nutzen kann.
Gefühlt scheint nun aber langsam eine Verbesserung einzutreten. Schaffte es gerade letztens das komplette Album 2x ohne Pause hintereinander IM AUTO zu hören.
Bzw. das, was davon übrig bleibt.
Die Fähigkeit das Fehlende hinzuzudenken wird trainiert.
"Lenas Musik aus dem Id“ - oder so.

Das mit „besonderem Fall“ und Kopfhörer ist allerdings mein Standardfall.
Grundsätzlich übereinstimmend, gebe ich nämlich zu bedenken:
Es ist auch eine Frage der Gewohnheit, der Qualität der kopfigen Hörer und dem besonderen Standardfall weder die Hardware noch die Räumlichkeiten zu haben um das Klangbild, das mir die Kopfhörer in denselben hauchen auch nur annähernd frei hörend zu haben.

Meine letzte Tipperei im Youtube-Thread bedenkend, wäre als Minilautsprecherergänzung das logische Geschenkt zum Fünfundzwanzigsten:
B&W P7 samt Meridian Explorer².

Str8 Ballin
26.06.2015, 02:27
hier Wer oder was widert denn an?

Rolwin
26.06.2015, 09:16
Wer oder was widert denn an?
Erklärt sich eventuell erst in der Fortsetzung.:)

@Grombold
Sehr gut mit verständlichen Worten analysiert, warum mich dieser Sound/diese Produktion so begeistert. :thumbsup:

(Ich hatte Catapult bei uns im HiFi-Studio aufgelegt.
Kommentar eines Kunden:
"Wow - ich wußte gar nicht, dass diese Anlage einen so fetten Sound hat. Die Musik, ist nicht die, die ich sonst höre, hört sich aber toll an".) :)

Mich wundert sehr, dass nur wenige Fach-Journalisten in ihrer Beurteilung, diesen Punkt heraus hören und besonders würdigen. Dann frage ich mich, was haben die für Ohren? Wenn dann das Resümee heißt "Das Album klingt nach Hannover", dann kann ich Lenas Antwort "Das ist eine Frechheit", voll nachempfinden.

Ich bin gespannt auf deine Fortsetzung :).

PS.: Noch eine kurze Nachfrage. Hattest du bei der Albumlänge als Vergleich das letzte Pink Floyd Album im Kopf?

Surfer
26.06.2015, 09:50
Wieso geht ihr eigentlich immer davon aus das Hannover was Schlechtes wäre? In Hannover leben laut Statistik die zufriedensten Deutschen und Nichtdeutschen. :)

Musikalisch betrachtet ist Hannover das Nashville Deutschlands. :D

earplane
26.06.2015, 10:03
Mich wundert sehr, dass nur wenige Fach-Journalisten in ihrer Beurteilung, diesen Punkt heraus hören und besonders würdigen. Dann frage ich mich, was haben die für Ohren?
Meine These ist ja die haben das alle höchstens über die Laptop Lautsprecher gehört.