Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Daniel Küblböck
Doktor Landshut
25.08.2025, 21:57
Ab heute in der Mediathek.
Lana Kaiser: Das waren die letzten Worte vor dem Verschwinden
https://www.brisant.de/daniel-kueblboeck-letzte-sprachnachricht-130.html
https://www.ardmediathek.de/serie/die-kueblboeck-story-eure-lana-kaiser/staffel-1/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdFNlcmllcy9T MjAyNVdPMDEyNjk0QTA/1
"Die Küblböck-Story": Ein Leben zwischen Ruhm und Verzweiflung
https://www.ndr.de/kultur/film/tipps/die-kueblboeck-story-ein-leben-zwischen-ruhm-und-verzweiflung,kueblboeckstory-100.html
Die Küblbock-Story ist schon länger in der Mediathek. Den ersten Teil kenne ich bereits. Die dokumentarische Qualität hat mich echt überrascht und geht über das einfühlsame Portrait einer außergewöhnlichen, aber doch auch tragischen Figur im Musik- und Mediengeschäft weit hinaus.
Kürzlich erfuhr ich, dass ein mir früher persönlich gut bekannter Filmemacher auf nahezu identische Weise aus dem Leben verschwand.
Die Doku könnte auch Anlass sein, mal darüber zu sinnieren, warum z.B. auch Lena nach Jahren intensiver medialer Präsenz sich mehr oder weniger aus der Öffentlichkeit zurückgezogen haben könnte. Da gibt es doch so einige Parallelen.
Die Küblbock-Story ist schon länger in der Mediathek. Den ersten Teil kenne ich bereits. Die dokumentarische Qualität hat mich echt überrascht und geht über das einfühlsame Portrait einer außergewöhnlichen, aber doch auch tragischen Figur im Musik- und Mediengeschäft weit hinaus.
Wirklich eine sehr beeindruckende Doku; habe bislang 2 Folgen gesehen. Auch wenn mich manches daran mürrisch stimmt, eine klare Sehempfehlung.
Ich kann mich noch an den Trubel um die erste DSDS-Staffel erinnern und wie abstoßend ich das alles fand. Die Sendung, in der Küblböck wegen Gracia Baurs Ausscheiden "zusammengebrochen" ist, hatte ich sogar gesehen – vielleicht als einzige ganze Folge, aber das weiß ich nicht mehr genau. Dass ich das Wort in Anführungszeichen schreibe, gibt meinen damaligen Eindruck wieder, nach dem das alles einfach ein hysterischer inszenierter Zirkus war (wer würde wegen des Ausscheidens einer anderen Kandidatin denn ernsthaft "zusammenbrechen", das ist doch lächerlich, dachte ich). Wie real dieser Zusammenbruch war, wurde mir erst durch diese Doku bewusst.
Die Doku könnte auch Anlass sein, mal darüber zu sinnieren, warum z.B. auch Lena nach Jahren intensiver medialer Präsenz sich mehr oder weniger aus der Öffentlichkeit zurückgezogen haben könnte. Da gibt es doch so einige Parallelen.
Aber auch einige Unterschiede. Gerade beim Schauen der ersten Folge musste ich daran denken, wie gut abgeschirmt Lena zur Zeit der Massenhysterie um ihre Person trotz allem war (dank ihrem Management, ihrer Familie, ihren eigenen Entscheidungen). Bei Küblböck, hat man nach der Doku den Eindruck, gab es eine solche Abschirmung überhaupt nicht.
Über die Frage nach den Gründen für Lenas Rückzug aus der Öffentlichkeit habe ich, ganz unabhängig davon, auch schon so manches Mal sinniert. Und mich gewundert, wie wenig das hier Thema ist. Um es dann aber doch ganz gut zu finden, dass hier nicht darüber spekuliert wird.
esiststeffen
29.08.2025, 17:24
Sooooo. Ich habe heute Nacht tatsächlich alle drei Teile der Doku gesehen. Und ja, war wirklich beeindruckend und regt zum Nachdenken an.
Ich hatte es schon damals in diesem Thread geschrieben: Zu Zeiten der ersten DSDS-Staffel war ich 15 Jahre alt und der popkulturfernste Teenager der Welt. Aber an diesem schrägen Vogel mit den schrillen Klamotten, dem schrillen Verhalten und der schrillen Stimme kam natürlich nicht mal ich vorbei. Ich gebe zu: Ich bin ja jemand, der es gerne „normal“ mag, und der sich mit sehr auffälligen, sehr aus-der-Reihe-tanzenden Menschen wenig anfreunden kann. Da war dieser Daniel natürlich auch ein absolutes rotes Tuch für mich. Auf der anderen Seite kann ich heute aber auch zugeben, dass ich (wenn auch auf ganz andere, in vieler Hinsicht sogar genau entgegengesetzte Weise) auch schon mein Leben lang, und in gewissem Umfang auch heute noch, das Gefühl hatte, nicht so richtig dazuzugehören und überall ganz anders als andere zu sein. Als würde ein Leuchtpfeil auf mich zeigen, auf dem „FREAK“ steht. Von daher gibt es vielleicht doch manch einen Punkt, bei dem ich mich in gewissem Maße mit ihm identifizieren kann.
(Was mir dazu auch noch einfällt: Ich meine, es war Simonetti, der sagte, dass die plötzliche Berühmtheit für Daniel vielleicht gar kein sooo großer Einschnitt war wie für andere, schließlich sei er ja auch schon vorher immer aufgefallen und aus der Masse herausgestochen und es gewohnt gewesen, von anderen bewertet zu werden, und das oft auch negativ. Fand ich einen interessanten Gedankengang ;))
Was mich ein wenig verblüfft hat: In der Doku wird mehr oder weniger selbstverständlich der Eindruck vermittelt, dass der Daniel, den die Nation damals, 2003, bei DSDS gesehen hat, im Wesentlichen (hinsichtlich Aussehen, Gebaren, Kleidung, …) der Mensch war, der er damals mit 17 Jahren tatsächlich war oder als der er zumindest gesehen werden wollte. Aber ich frage mich dabei: War das Image des schrägen Vogels demnach keine Rolle, in die er zumindest teilweise auch von RTL hineingedrängt wurde und unter der er gelitten hat? Und ist es demnach nicht so (wie ich vermutet hätte), dass das zur Tragik um seine Person auch seinen Teil beigetragen hat? Ja, im zweiten und dritten Teil wird sein späterer Imagewandel hin zum „seriöseren“ Künstler thematisiert, was mir aber eher nach einer nicht unbedingt außergewöhnlichen Wandlung eines Teenagers zum Erwachsenen klang.
Die Doku könnte auch Anlass sein, mal darüber zu sinnieren, warum z.B. auch Lena nach Jahren intensiver medialer Präsenz sich mehr oder weniger aus der Öffentlichkeit zurückgezogen haben könnte. Da gibt es doch so einige Parallelen.
Aber auch einige Unterschiede. Gerade beim Schauen der ersten Folge musste ich daran denken, wie gut abgeschirmt Lena zur Zeit der Massenhysterie um ihre Person trotz allem war (dank ihrem Management, ihrer Familie, ihren eigenen Entscheidungen). Bei Küblböck, hat man nach der Doku den Eindruck, gab es eine solche Abschirmung überhaupt nicht.
Ja, gewisse Parallelen zwischen den Phänomenen Küblböck und Lena sind mir ja auch schon immer aufgefallen :nick: .... und auch, dass Küblböck damals deutlich mehr verheizt wurde und der Öffentlichkeit deutlich stärker zum Fraß vorgeworfen wurde als Lena, ist sicher richtig.
Mir kommt noch ein weiterer Unterschied in den Sinn: Lena schwärmt ja trotz ihrer offenbar auch nicht immer einfachen Kindheit immer sehr von ihrer Mutter, wie diese immer für sie da war und was sie ihr alles verdankt. Daran musste ich denken, als es darum ging, wie der jugendliche Daniel aufs Jugendamt ging (!), um nicht mehr bei seiner Mutter leben zu müssen. Diesen Teil seiner Lebensgeschichte kannte ich bislang nicht und ich finde ihn ganz schön krass. Und ich halte für gut denkbar, dass dieser Aspekt (das Bewusstsein, auch jenseits des Ruhms geliebt zu werden) durchaus auch einen Anteil daran hatte, dass Lena die Zeit der größten öffentlichen Achterbahnfahrt vergleichsweise besser überstanden hat als Küblböck.
(Wo ich mich in der Doku hingegen seeehr an das Phänomen Lena erinnert gefühlt habe: Als es um das Phänomen der Daniel-Fanforen ging, und wie sich dort viele bis dahin wenig internetaffine Frauen mittleren Alters tummelten, die Muttergefühle für Daniel hegten. Sozusagen umgekehrter Lenaismus… :ugly: :knuddel:)
Eulenspiegel
30.08.2025, 00:28
Hat mich nie interessiert..wird mich auch nie interessieren..bekam das ja nur damals aufgrund meiner Nachtschicht immer nur in Bild, Bravo etc. Schlagzeilen mit..
Das war der Vorteil der Nachtschicht..man konnte all dem Trash im Fernsehen aus dem Weg gehen..und die 5 Minuten, die ich mal etwas von Kübelböck gehört, gesehen habe..war eben talentloses Gequäke.
esiststeffen
30.08.2025, 21:29
Natürlich war die (um es so neutral wie möglich zu formulieren) doch sehr außergewöhnliche Art zu singen ein sehr wesentlicher Aspekt des Phänomens Küblböck. Und ich finde, dass man diesen Punkt von dem anderen großen Aspekt (seinem Auftreten und Aussehen) auch getrennt betrachten sollte.
Ich habe mich immer unterschwellig gefragt: War Daniel eigentlich bewusst, dass er in den Ohren weiter Teile der Bevölkerung als talentfreier Quakfrosch galt? Oder war es tatsächlich so, dass da ein gutgläubiger Teenager vorgeführt wurde, von dessen echtem Starpotenzial wohl nur er selbst und vielleicht noch sein engstes Umfeld in Eggenfelden überzeugt war? Eine Art Florence Foster Jenkins der Popmusik? Andererseits hatte er ja durchaus sehr treue Fans, die ihn und seine Kunst offensichtlich ganz ironiefrei geliebt haben. Hmhmhm! :gruebel:;)
(Natürlich konnte so jemand wie Küblböck nur in einem Kosmos wie DSDS gedeihen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er auf dem "freien Markt" des Showbiz eine Chance gehabt hätte, auch nur annähernd so prominent zu werden. Aber man muss wohl anerkennen: Aus Sicht der Verantwortlichen des Senders, der Produktionsfirma und der Plattenbosse war es ein ziemlicher Geniestreich, so jemanden ins Rampenlicht gestellt und ihm nicht sofort die Tür gewiesen zu haben. Und ich habe auch den Eindruck: Die Songs, die man ihn damals hat singen lassen, waren für seine Persönlichkeit und seine Fähigkeiten durchaus gut ausgewählt.)
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