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Grombold
24.07.2011, 12:45
Was ich nicht geregelt bekomme ist das der Hang zur Selbstzerstörung unter Ausnahmebegabten so extrem verbreitet ist, man braucht sich da nur mal durch die Geschichte hangeln, das ist kein Problem der heutigen Zeit, Aushängeschild vergangener Zeit zb V.v. Gogh. oder W.A.Mozart.Das liegt vieleicht daran, daß sie auf irgendeine Weise 'anders' sind und besonders sensibel (wobei jeder auf eine andere Weise 'anders' ist).

L-ML
24.07.2011, 13:10
Es ist doch schade das sich Menschen selber ruinieren ...

Sie hatte eine sehr schöne Stimme ...
Was treibt Menschen, die alles haben dazu drogen zu nehmen ?!

R.I.P Amy

Doktor Landshut
24.07.2011, 13:11
Was ich nicht geregelt bekomme ist das der Hang zur Selbstzerstörung unter Ausnahmebegabten so extrem verbreitet ist, man braucht sich da nur mal durch die Geschichte hangeln, das ist kein Problem der heutigen Zeit, Aushängeschild vergangener Zeit zb V.v. Gogh. oder W.A.Mozart.

Meiner Ansicht nach ist das dem Phänomen der selektiven Wahrnehmung geschuldet, denn es gibt ja auch jede Menge Gegenbeispiele.
Und ein extrovertierter, exzessiver Lebensstil mit frühem Ableben trägt ja auch eher zur Mythenbildung eines Künstlers bei als ein Leben und Arbeiten im "stillen Kämmerlein" ohne spektakuläre Auftritte oder publikumsträchtige Skandale.
In der Vergangenheit war ein früher Tod z.B. infolge Krankheit keine Seltenheit, über Mozarts Tod gibt es nur Theorien.
Amy Winehouse war suchtkrank. Und sie hatte das Pech in einer Branche zu arbeiten, in der die Akzeptanz von Suchtkrankheiten nicht nur weit verbreitet ist, sondern deren Ausstellen - bis hin zu den tödlichen Folgen - als imageprägendes Element sogar Teil eines Geschäftsmodells sein kann.

ziggy
24.07.2011, 13:16
Mein Mitgefühl und meine Trauer sehe ich genährt durch die Tatsache, dass es keinen in Amy`s Umfeld gab, dieser Künstlerin zu helfen.


Wir haben überhaupt keine Ahnung und sollten darüber nicht urteilen.
Mein Mitgefühl ist bei ihren Angehörigen.

wolf11
24.07.2011, 13:21
Schön geschrieben. Lena wird auch erwähnt.
http://www.faz.net/artikel/C31301/zum-tod-von-amy-winehouse-du-weisst-ich-bin-nicht-gut-30471847.html

Etwas "nicht ganz fertig gedacht" fand ich, dass auch in dieser Situation die Fantasie dafür, was die Welt verloren hat, nur bis zu Platten reichte, auf denen nach vierzig Jahren hätte erzählt werden können vom Fallen und Aufrappeln sowie von Fehlern, aus denen man nichts gelernt hat außer guten Pointen.

Vielleicht sollte jeder sich selbst und wir alle auch unseren Idolen von der Dunklen Seite des Pop ein wenig Lernen zugestehen?

Holger Schnabl
24.07.2011, 14:18
Guten Tag!

Ich gestehe unumwunden, beim Vernehmen dieser - zumindest für mich - unerwarteten Meldung schockiert gewesen zu sein, dies obwohl - Sie gestatten mir, das anzufügen - ich den musikalischen Darbietungen der Frau Winehouse nie etwas abzugewinnen imstande war. Die Tragik der Umstände - der entwürdigenden Umstände - macht mich gleichwohl betroffen.

Betroffen macht mich auch die offensichtliche Machtlosigkeit aller ihr nahestehenden Personen, welche diese Tragödie nicht verhindern konnten. Oh meine Damen und Herren, mir fehlen die Worte... Was lernen wir daraus? Dass der Erfolg sich zum Fluche wenden kann, wenn man aus diesen und jenen Gründen unfähig ist, damit umzugehen. Die Gefahr, dass auch Fräulein Meyer-Landrut in eine ähnliche Tragödie schlittern könnte, halte ich persönlich zwar für gering, zu gefestigt erscheint sie mir persönlich, aber dennoch... hoffen wir, dem Fräulein möge ein ähnlich schreckliches Schicksal erspart bleiben.

Den Druck des Erfolges, der Öffentlichkeit mit Alkohol und Drogen zu kompensieren, führt unweigerlich in eine Einbahnstraße, früher oder später meine Damen und Herren, steht man vor einer Ziegelwand, der Boden entgleitet zunehmend unter den Füßen, da ist kein Netz und kein doppelter Boden, welcher die Erfüllung eines grausamen Geschickes verhindert. Meine Damen, meine Herren - ich bin fassungslos.

pelikan
24.07.2011, 14:31
Auch wenn's jetzt verdammt herzlos klingt, aber wirklich Mitleid empfind ich bei jemandem, der jahrelang Drogenabhängig war und vermutlich schon des öfteren kurz davor war, sein Leben zu lassen, nicht. Natürlich hatte sie vermutlich viel Druck, aber wenn man nicht damit umgehen kann, lass ich's bleiben und such mir was anderes. Jeden Tag sterben Menschen an schweren Krankheiten oder werden von irgendwelchen Psychos gemeuchelt, diese Leute verdienen mehr Mitgefühl als jemand, der es fast schon selbst darauf angelegt hat.

Bezogen auf das (fast) vergangene Wochenende: Klar, die Menschen, die in Norwegen ihr Leben gelassen haben, hatten keine Wahl. Insofern ist mein Beileid da klar größer. Aber wenn es stimmt, dass Amy die Droge Crack konsumiert hat, dann hat sie einmal im Leben den falschen Abzweig erwischt und hatte danach wahrscheinlich schon keine große Wahl mehr. (s. wikipedia über die Wirkung). Druck von außen, Medienausschlachtung und Beziehungsprobleme geben den Rest.
"wenn man nicht damit umgehen kann, lass ichs bleiben" ist daher sehr, sehr leicht gesagt.
Aber wie ziggy sagte: Wir wissen nichts (genaues), daher besser Klappe halten.

Im Ernst: Ich vote gerne für Lena's Songs, z.B. bei N-Joy. Aber ich bin nicht sicher, ob es gut ist. Vielleicht will Sie derzeit gar nicht massiv in Sachen Musik weitermachen und ich helfe nur der Plattenindustrie, sie unter Druck zu setzen?
Wie auch immer, Lena ist klug, sehr wahrscheinlich klüger als Amy im selben Alter und ich hoffe inständig, dass sie immer den richtigen Abzweig erwischt.

Alva Felize
24.07.2011, 15:16
jeder mensch trägt gleich viel würde, jeder mensch hat den gleichen wert, unabhängig seiner erscheinung, seiner nationalität, ob er gesund ist, behindert oder krank. egal ob die krankheit physisch ist, oder psychisch. es ist unendlich traurig, dass amy gestorben ist. wenn ein mensch stirbt, ist dies ein großer verlust und sehr tragisch, unabhängig ob es ein krebs war, eine depression oder etwas anderes, was den menschen von der welt genommen hat. wie kann man da unterscheiden?

Muenzi
24.07.2011, 15:24
Lena hat eine wunderbare Fangemeinde. Ihr Fanclub hat es einmal so formuliert;

Wir werden Dein künstlerisches Wirken auf deiner Lebensallee von Baum zu Baum begleiten, wohin auch immer Dein Weg Dich führt, solange Du willst - und immer nur, so weit Du es willst. You set the pace, we'll take it fast or slow.
Dieser Zuverlässigkeit der Beziehung ohne Forderungen zu stellen, ist das, was Menschen glücklich macht. Das gilt im "real life" noch mehr als in der Künstler-Fan (bzw. Künstlerin-Unterstützer) Beziehung. Das ist das, was wir alle Lena - und nicht nur ihr - gegenüber einbringen können. Sie hat nach ihrem Sieg bei USFO im anschließenden Interview gesagt :"Am wichtigsten ist das meine Liebsten mich nicht verlieren und ich nicht sie." Wenn ihr das weiterhin gelingt und wenn wir ihr weiterhin mit dem nötigen Respekt begegnen wird sie auch als Künstlerin das Glück erfahren, das Amy versagt blieb.

Gerade wenn ich an Lenas Glück als Künstlerin denke, empfinde ich die Ausweglosigkeit der Situation, in der Amy sich befunden hat um so mehr. Das macht mich sehr sehr betroffen.

Lisa Mitchell
24.07.2011, 15:50
jeder mensch trägt gleich viel würde, jeder mensch hat den gleichen wert, unabhängig seiner erscheinung, seiner nationalität, ob er gesund ist, behindert oder krank. egal ob die krankheit physisch ist, oder psychisch. es ist unendlich traurig, dass amy gestorben ist. wenn ein mensch stirbt, ist dies ein großer verlust und sehr tragisch, unabhängig ob es ein krebs war, eine depression oder etwas anderes, was den menschen von der welt genommen hat. wie kann man da unterscheiden?

Das hab ich mir auch gedacht...