Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie gewinnen wir den ESC?
Doktor Landshut
18.05.2023, 14:11
Welchen Ruf, welche Bedeutung San Remo heute hat, weiß ich nicht. Früher war das Festival regelmäßiger Bestandteil der Terminkalender öffentlich-rechtlicher TV- und Rundfunkredakteure zum Zwecke der Fahndung nach "frischen" Unterhaltungs- und Musik-acts. Vor allem aus Italien. Der Grand Prix bzw. ESC spielte diesbzgl. eine untergeordnete Rolle.
earplane
18.05.2023, 14:18
Natürlich ist San Remo eine Casting Show. Auch wenn das manch einem nicht ins Weltbild passt.
Eine Castingshow, auch Auswahlschau, Talentschau oder Talentshow, ist eine öffentliche Veranstaltung oder Fernsehsendung, die sich mit dem Casting potenzieller Sänger, Tänzer, Models, Akrobaten und Ähnlichem befasst.
https://de.wikipedia.org/wiki/Castingshow
Auch beim Sanremo ist die gleiche Entwicklung wie beim ESC zu beobachten. Auch dort kommen inzwischen die Sieger aus anderen Casting Shows. Maneskin ist nur ein Beispiel.
Dass die alten Shows wie ESC und San Remo qualitativ hochwertiger wirken hat natürlich Gründe. Da werden nur die besten Kandidaten gezeigt die eine aufwendige Vorauswahl bestanden haben. Andere TV Casting Shows wie DSDS zeigen mehr vom Auswahlprozess. Irgendwo dazwischen liegt The Voice oder USFO. Da gibt es eine mehrstufige Vorauswahl die eine gewisse Mindestqualität der Kandidaten bei der Fernsehshow sicherstellt. Welches Verfahren einem nun am meisten gefällt ist Geschmackssache.
Es ändert aber nichts an der einfachen Wahrheit dass Erfahrung bei solchen TV Musikwettbewerben für Künstler von Vorteil ist. Die kennen die Situation eben schon.
Außerdem hat Melanie absolut Recht wenn sie darauf hinweist wie wichtig der richtige Song bei einem Songwettbewerb ist.
Außerdem hat Melanie absolut Recht wenn sie darauf hinweist wie wichtig der richtige Song bei einem Songwettbewerb ist.
Der Musikstil von Blood & Glitter ist eindeutig ein Nischenprodukt. Innerhalb dieses Musikstils mag es ein gutes Lied sein, und es gibt in allen Ländern Leute die dafür anrufen, aber es ist in allen Ländern eine kleine Minderheit (ok, z.B. in Finnland oder Island eine größere Minderheit). Wenn dann nicht andere Gründe dazukommen dass man anruft, wie z.B. eine besondere Künstlerpersönlichkeit oder ein guter oder witziger Act, dann bleibt man in den meisten Ländern unterhalb der Punkteschwelle. Eigentlich recht einfach.
Wenn nicht jedes Jahr neu diskutiert und geregelt würde, wie der Vorentscheid abläuft, das würde doch bestimmt schon mal gut ankommen. Andererseits könnten wir die Lords of the Lost fragen, ob sie nicht nochmal hingehen wollen und nächstes Jahr in den Song für sie investieren, statt in die Kandidatenauswahl.
Der Musikstil von Blood & Glitter ist eindeutig ein Nischenprodukt. Innerhalb dieses Musikstils mag es ein gutes Lied sein, und es gibt in allen Ländern Leute die dafür anrufen, aber es ist in allen Ländern eine kleine Minderheit (ok, z.B. in Finnland oder Island eine größere Minderheit). Wenn dann nicht andere Gründe dazukommen dass man anruft, wie z.B. eine besondere Künstlerpersönlichkeit oder ein guter oder witziger Act, dann bleibt man in den meisten Ländern unterhalb der Punkteschwelle. Eigentlich recht einfach.
Gegen Deine These spricht, dass Metalbands schon öfter erfolgreich beim ESC waren. Ich würde also andersherum sagen: Wenn der Song gut ist, ist das Genre zweitrangig. Und Blood & Glitter ist m.E. kein besonders guter Song – eher als Metal getarnter Schlager.
Übrigens, hier mal ein Link zum Lord-of-the-Lost-Thread in einem dt. Metal-Forum. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie in der Szene nicht sehr beliebt sind ;). Muss man natürlich nicht so viel drauf geben, aber ganz aufschlussreich ist der eine oder andere Kommentar denn doch:
https://forum.deaf-forever.de/index.php?threads/lord-of-the-lost-dark-rock.19668/
Eulenspiegel
18.05.2023, 16:31
@eaplane ich fordere seit Jahren das man die Wichtigkeit des Songs sieht… über Jahre wurde ich dafür hier kritisiert, Lena hätte auch so gewonnen…ist ja schön, dass diese Einsicht immerhin mittlerweile da ist…
ich brauche aber keine schwedische Industrieproduktion…da verlier ich lieber und werde die nächsten 100 Jahre Letzter…wenn ich an den Song von Mans Zelmerlöw denke, kommt es mir hoch.
und ja Maneskin war damals bei der italienischen Ausgabe von x-Faktor… aber schon damals hatten die mehr Talent als alle Juroren zusammen und alles, was in Deutschen Casting Shows jedes Jahr Auftritt… der so erfolgreiche Michael Schulte trifft bis heute keinen Ton…
https://www.youtube.com/watch?v=Z-YTVvUNkNE
https://www.youtube.com/watch?v=Z-YTVvUNkNE
Die traditionelle Casting Show ist die Verkörperung von Mittelmäßigkeit… von Talentlosigkeit.. wirkliches Talent stört nur. Es geht eigentlich immer nur um Promo für die Juroren, Coaches, um williges, billiges Frischfleich für Plattenfirmen.
Der deutsche Beitrag war nicht der schlechteste, nicht der beste, sondern der durchschnittlichste – in zuvielen Ländern. Das wird beim ESC bestraft, denn so bekommt man keine Punkte.
1658031068300075010
https://twitter.com/anneschuessler/status/1658031068300075010
Um die Frage zu beantworten: z.B. so https://www.youtube.com/watch?v=QcZ1IYlxTsQ
Silent Watcher
21.05.2023, 17:58
Abba-Star Björn rät Deutschland zum Schlager (https://www.spiegel.de/kultur/musik/abba-star-bjoern-ulvaeus-raet-deutschland-beim-eurovision-song-contest-zum-schlager-a-9ed24676-4b83-4b6e-bb56-371d08a48159)
Der muss es ja wissen. :D
Wir sollten unser Hauptaugenmerk wieder auf die Komponisten liegen. Ralph Siegel war eine Songschreiber-Legende. Lena (2011) und Roman Lob (2012) haben deshalb so gut abgeschnitten, weil ihre Lieder von herausragenden Schreibern aus USA und England (letzterer von Jamie Callum) waren. Warum schneidet Schweden immer so gut ab, weil sie mit Thomas G:Son einen Schreiber haben, der genau weiß, welche Songs Hits werden.
Ich vermute eher, Lena hat gewonnen, weil LENA einem (für mich) eher durchschnittlichen Song mit ihrer damals unverwechselbaren Art Leben eingehaucht hat.
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