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Deine Postings sollte man in Rhetorikkursen verwenden, um die klassischen Fallen einer Denkweise zu illustrieren, die bereit ist, einfach jedes Opfer zu bringen, jedes, nur um an einem zentralen Glaubensdogma unter allen Umständen festhalten zu können, egal was passiert. Das Dogma ist einfach: Raab ist ein Arsch, denn er will seinen eigenen Song unter allen Umständen beim ESC sehen und geht dafür über Leichen. An diesem Satz muss unter allen Umständen festgehalten werden, egal was alles dagegen spricht. Und das Tolle ist: Es geht! Man muss nur bereit sein, alles andere drumherum in der lustigsten Weise umzuinterpretieren. Und dann hat man einfach immer recht - egal was passiert! Es ist super! Zum Beispiel:
Option 1: Raab pusht einen seiner eigenen Songs auf Teufel komm raus.
Ergo: DIESER FANATISCHE EGOMANE! DA SEHEN WIR'S JA! WAS FÜR EIN ARSCH!
Option 2: Raab pusht nicht einen seiner eigenen Songs, sondern einen ganz anderen Song.
Ergo: DIESER CHARAKTERLOSE WENDEHALS! DA SEHEN WIR'S JA! WAS FÜR EIN ARSCH!!!!
Es ist egal, was Raab macht, das Ausgangsdogma stimmt immer. Genial!
Ich könnte das weiterspinnen.
Option 3: Raab äußert sich konsequent überhaupt nicht zu irgendeinem Song.
Ergo: DER WILL SICH DOCH NUR ALS GROSSER HERR GENERIEREN (wie der Kollege bluescreen so unnachahmlich formulierte)! EINEN AUF ELDER STATESMAN MACHEN, DAMIT SYMPATHIEPUNKTE SAMMELN, DIE DANN SEINEM SONG ZUGUTE KOMMEN! DA SEHEN WIR'S JA! WAS FÜR EIN ARSCH!!!!!!
Und so weiter und so weiter.
Der völlig absurde Fehler, der hier gemacht wird (komischerweise ausgerechnet von denen, die das selbst heftigst zurückweisen), ist, die Frage der Unterstützung von Songs in diesem Verfahren als eine Charakterfrage zu betrachten, statt als eine Erkenntnisfrage. Charakterfrage im Sinne von: Man hat sein Herz an einen dieser Songs zu hängen wie beispielsweise an einen Fußballverein - den man auch nicht im Stich lässt, wenn andere Mannschaften besser spielen. Deshalb erscheint Raabs Pferdewechsel von MTM oder WHTM zu TBAS hier wie eine verwerfliche Handlung, eine Charakterschwäche ("kämpft nicht"). Was für ein Unfug! Hier geht es in Wirklichkeit, wie bates mit einer gewissen berechtigten Verzweiflung schon viermal erläutert hat, um eine Erkenntnisfrage: Raab hat begriffen - erkannt - dass er mit seiner Meinung, seine eigenen Songs seien diejenigen mit dem meisten Potential für den ESC, falsch lag. Er hat TBAS zunächst sträflich unterschätzt. Aber dann hat er seinen Irrtum eingesehen und seine Meinung geändert - nicht aber jemanden oder etwas im Stich gelassen, dem er die Treue geschworen hat. (Was für ein Quatsch!) Er ist jetzt überzeugt, dass TBAS der beste Song für den ESC ist. Und das hat er sicherlich unter anderem anhand der Votingzahlen getan und diese Zahlen zum Anlass genommen, seine Meinung zu ändern - genau wie bluescreen sagt. Es ist aber zum Totlachen, dass bluescreen diese Haltung - seine Meinung aufgrund neuer, besserer Informationen korrigieren - als eine Charakterschwäche auslegt, statt einfach für Klugheit und die Fähigkeit, einen Irrtum einzusehen. Es passt insofern ganz gut ins Bild, dass genau diese Fähigkeit bei den Raabkritikern - s.o. - insgesamt nicht so hoch im Kurs zu stehen scheint.




, und wird es vielleicht auch nie geben. Dafür liebe ich sie!
