Time For Metal / Dirk Seeböck
Wenn jetzt so ein junger Nachwuchskünstler auf dich zukäme, der dich fragt „Was soll ich machen, um voranzukommen?“ Was würdest du ihm für einen Tipp geben? Du hast es ja selber mitgemacht.
Deine Cousine / Ina Bredehorn
Die Zeiten haben sich verändert. Als ich vor 15 Jahren nach Hamburg gezogen bin und angefangen habe, war vieles anders. Heute würde ich sagen: Nutze das Internet so gut es geht. Befreie dich von dem Gedanken, dass es unangenehm sein könnte. Leider ist es derzeit der liberalste und effektivste Weg, Dinge zu tun – auch wenn es manchmal ein echter „Pain in the Ass“ sein kann.
Wenn du jung bist und dir das einigermaßen leichtfällt, dann probiere alles aus, was sich gut anfühlt. Lass die Dinge, die dir nicht gefallen, wieder los, und lerne aus dem, was funktioniert, um deinen eigenen Weg zu finden.
Ich glaube, dass jede Musik heutzutage über TikTok funktioniert. Man erreicht nicht jede Alters- oder Zielgruppe, das ist klar. Zum Beispiel wird man mit solchen Ansätzen wahrscheinlich nicht den mitteldeutschen Mann ab 50 erreichen. Aber wenn du ein junger Künstler bist, ist das wahrscheinlich auch gar nicht die Gruppe, die du erreichen willst.
TikTok und Snapchat sind die Hypes, würde ich sagen. Instagram ist jetzt schon wieder 15 Jahre her, dass das der Hype war. Aber klar, am Ende des Tages musst du alle Plattformen in irgendeiner Form bespielen. Ja, ich glaube, wachse einfach mit der Öffentlichkeit. Hab keine Angst davor. Sondern leb deinen Traum in dem Sinne. Zieh dein Ding durch.
Es gibt ja keinen anderen Weg, als authentisch zu sein. Wenn du mit etwas erfolgreich wirst, das du nicht wirklich selbst empfindest, wirst du unglücklich. Und wenn es dann auch noch scheitert, ist es doppelt schlimm. Dann hast du etwas gemacht, was du eigentlich gar nicht machen wolltest, und es hat trotzdem nicht funktioniert. Der Frust ist dann um ein Vielfaches größer.
Ich habe mir immer gesagt: Wenn ich mit etwas auf die Nase falle, dann soll es zumindest etwas sein, das ich selbst bin und das ich vertreten kann. Dann tut es nicht so sehr weh. Es gibt doch nichts Schlimmeres, als jemand sein zu wollen, während man eigentlich etwas ganz anderes machen wollte, und diesem Ideal ewig hinterherzurennen.