
Zitat von
hussa
Das Interview ist gewiß unangenehm gewesen, aber es ist zwangsläufig.
Der Zauber Lenas lag letztes Jahr in ihrer Unbefangenheit, den Schritt auf die große Bühne zu tun.
Sie kam aus dem Nichts, und konnte nur gewinnen, denn sie hatte nichts zu verlieren. Das macht frei.
Sie hat den ESC gewonnen, und deswegen ist der Zauber weg.
Wenn man auf dem Thron sitzt, dann kann man nur noch stürzen, es gibt viel zu verlieren und das macht unfrei.
Ich glaube, dass es für sie gut ist, denn sie ist in die Starrolle reingestolpert. Ja, es ist schwierig für sie und die Fans zu akzeptieren, dass sie das Glück hatte, für einen Moment das Licht des Stars zu sehen, und dass dies
nur ein vorübergehendes Blitzlicht war.
Nach dem ESC 2011 wird es für sie als Mensch besser werden. Ich glaube, es ist für sie sehr wichtig, jetzt zu erfahren, dass sie nicht ewig Star bleiben kann. Nur so kann sie wieder frei werden, unbefangen werden, und wieder so sein, wie sie ist. Ich meine bemerkt zu haben, dass sie in den Konzerten sich wieder normal gekleidet hat, und nicht versucht hat, "eine andere, eine nunmehr erwachsene Lena zu sein".
Wir wollen zwar immer, dass sie gewinnt, aber das kann kein Mensch.
Lena wird nach dem ESC wieder zu sich selber finden. Ihre Gestik und ihre Mimik im WDR Interview habe Bände
gesprochen: Sie ist froh, wenn der ganze "Scheiß endlich vorbei ist". Achtet mal auf die Arme, den Gesichtsausdruck, das Zucken im Gesicht, und vergleicht das mal mit den "Hallo ich bin Lena"-Intros.
Dort sieht man eine Menschen, der zur Zeit das Gegenteil dessen durchmacht, was im vergangenen Jahr übertrieben wurde.
Wenn sie erst mal durch dieses Tal geschritten ist, erst dann hat sie die Chance, wieder ihren eigenen Weg zu gehen. Bis dahin ist sie nicht mehr die Lena, die Deutschland zu schätzen gelernt hat. Wer weiss, vielleicht hatten die Geldgeber auch zu viel Angst, dass Lena wieder gewinnt, und haben im Hintergrund gebremst.
Nichtsdestotrotz: Die Konzerte sind eine Zusammenfassung des letzten Jahres, und bilden eine gelungenen Abschluss. Diejenigen, die den Weg noch dorthin gefunden haben, werden es nicht bereut haben. Ansonsten gilt:
Willkommen zurück auf dem Boden der Tatsachen.
(PS: gut, dass Lena letztes Jahr ihr Abi gemacht hat!)