Raab ist ein Macher mit dem Riecher für den breiten Publikumsgeschmack. Dass ihm Lena vor die Castingkamera gestolpert ist, war aber schlichtweg Glück. Das weiß er selbst, deshalb wurde das neue Castingformat sofort fallengelassen, als er sie an der Angel hatte. Es ist sehr bedauerlich, dass er sie nun zur Germania mit Schwert und Schild machen will, um den Grand Prix zu verteidigen. Es kann nicht funktionieren und Lena wird Schaden nehmen. Mit Musik muss man die Herzen erreichen und hat mit Dominanzgehabe in Form von Herausfordern nichts zu tun. Mit der Message "schlagt die Lena in Deutschland" löst er jetzt schon unter den ausländischen Lena-Fans Unmut, Zorn und Unverständnis aus (einfach mal die Mühe machen und in den entsprechenden Foren die Kommentare der ausländischen Lena-Fans lesen). Alle schütteln den Kopf.
Das Schlimmste mit, mit diesem Schnellschuß der Titelverteidigung läuft Lena Gefahr, ihren Zauber in den Augen vieler ihrer Fans zu verlieren. Mit Spaß hat das alles nichts zu tun. Raab ist nicht nur der gute Onkel, der spielen will. Lena ist Millionen wert und mit dem Coup der Titleverteidigung - er will mit ihr das Triple machen (!!!) - will er sie für dauerhaft hohe Quoten seiner Sendungen langfristig an sich binden. Das ist erst einmal grundsätzlich in Ordnung, aber nicht, wie in diesem Fall, wenn die riesige Gefahr besteht, dass dies mittelfristig auf Lenas Kosten geschieht.
Die Idee der Titelverteidigung ist nicht neu. In den ersten beiden Jahren des Grand-Prix wurde dies schon probiert (1957 und 1958). Beide Male wurden die Vorjahressiegerinnen für die Hybris ihres Landes bestraft und wurden als Vorletzte und Letzte gedemütigt und damit verheizt. Deshalb hat man in den nachfolgenden 50 Jahren genau diese Dummheit der Titelverteidigung vermieden, bis ein gewisser Raab wieder auf diese dämliche Idee kam.
Viva Germania!


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