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Thema: 07.01.2012 - Arte - 'Durch die Nacht mit... Casper und Lena'

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    so very cautious
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    Standard AW: 07.01.2012 - Arte - 'Durch die Nacht mit... Casper und Lena'

    @Lars: Danke für diese sehr gute Analyse; die Realitäts-Verwechslung scheint mir eines der Hauptmissverständnisse der gesamten Diskussion hier zu sein. Wenn es jemals eine "echte" Verabredung zwischen C. und L. gegeben hat, dann weiß niemand von uns, wie sie war, denn es waren unter Garantie keine Kameras dabei.

    Dennoch scheint mir der Hinweis auf die Künstlichkeit der Situation zwar eine unhintergehbare Voraussetzung zu sein, um das "Scheitern" dieser Kommunikation zu erklären - also die Basis, auf der man überhaupt erst anfangen kann zu argumentieren - , aber allein noch keine hinreichende Erklärung dafür. Denn, @World deutete es schon an, bei aller Konstruiertheit der Situation treffen hier am Ende doch zwei reale Menschen mit realen Sinnen, realen Gedanken und realen Gefühlen aufeinander; bei aller Vermitteltheit findet trotzdem auf einer bestimmten Ebene auch eine reale Kommunikation statt, und es entsteht vor allem eine reale Stimmung zwischen den Kommunizierenden. (Das gilt ja eben auch für jede Arbeitssituation.)

    Lenas Verweigerungshaltung ist mir grundsätzlich ohne Abstriche sympathisch. Was hier aber erstaunt ist, wie lange und wie völlig bruchlos sie diese Haltung aufrechterhält, nicht in "kurzen Abwehrattacken" wie bei Gottschalk oder Elstner, sondern über etliche Stunden hinweg. Es kann ihr in dieser langen Zeit (es wird ja auch mal Drehpausen gegeben haben) schlicht nicht entgangen sein, dass Casper die Situation offenbar komplett anders behandelt als sie und dass sich da etwas gegenseitig hochschaukelt. Aber sie rückt trotzdem nicht von ihre Position ab, keinen Millimeter. Natürlich muss sie das nicht, aber eine interessante Frage wäre es doch, warum sie es nicht tut, obwohl ihr sichtbar "keine Gefahr droht". Das müsste man in Deiner Aufzählung noch als "3." hinzuzählen - es ist schon so, dass beide Protagonisten über diesen langen Dreh gar nicht aus ihrer jew. "Nummer rauskommen", dass beide das Verhalten des Gegenübers nicht richtig einschätzen und ihre Rolle nicht verlassen. Ich setze gleich hinzu, dass diese Frage letzlich unbeantwortbar ist, weil man am Ende doch zu wenig über die Situation (auch über Lenas reale Situation an jenem Tag im September) weiß, um nicht unvermeidlich in anmaßende Fernpsychologisierung zu geraten. (Zumal für die Erklärung einer Situation, in der ja nichts Schlimmes oder gar Verwerfliches passiert ist, die nur eben auf hochinteressante und z.T. auch sehr unterhaltsame Weise "scheitert"). Aber ich glaube doch, dass, auf einer bestimmten Ebene, auch eine Menge "Realität" in diese Situation hineinschwappt und sie beeinflusst.

    EDIT: Sehe gerade, dass Brummell in seinem parallel entstandenen Beitrag ein paar Gedanken ähnlich formuliert hat.
    Geändert von bates (03.04.2012 um 08:44 Uhr)

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