Dieser Text über Hagen auf der MDR-Kultur-Seite passt ganz gut zur Diskussion und weist vielleicht auch auf die begrifflichen Schwierigkeiten hin:
https://www.mdr.de/kultur/themen/nin...tstag-100.html
Gleich im ersten Satz heißt es: "Nina Hagen ist einer der wenigen deutschen Weltstars." Später im Text liest man dann, zur Zeit nach der Auflösung der Nina-Hagen-Band Anfang der 80er: "Nina Hagen selbst etabliert sich als einer der schrillsten Pop-Stars Deutschlands." Den ersten Satz würde ich als völlig richtig bezeichnen, den zweiten als völlig falsch bzw. an der Sache vorbeigehend ("schrill" ist das einzige Wort, das stimmt): Musikalisch erlangte sie, wenn mich nicht alles täuscht, hierzulande für ihre Solo-Sachen nie so viel Aufmerksamkeit (bei weitem nicht) wie für die frühe Band-Phase. "Etabliert" hat sie sich in Deutschland, da liegt @esiststeffen schon nicht falsch, vor allem als die verhaltensauffällige Figur, die von Ufos und vom lieben Gott schwafelt und hin und wieder mal eine Talkshow aufmischt. Zur selben Zeit erfolgte jedoch ihr "international breakthrough" (so die Überschrift
des betreffenden Abschnitts im englischen Wiki-Artikel). Ihre internationale Bekanntheit ist etwas, wovon, glaube ich, hierzulande viele Leute schon irgendwie wissen, ohne damit viel anfangen zu können. (Damit steht sie auch in Tradition von Diven wie Dietrich und Knef, denen das deutsche Publikum teils auch immer etwas distanziert, befremdet, ratlos gegenüberstand.)*
* In früheren Postings habe ich Lena gelegentlich auch in eine solche Traditionslinie stellen wollen, was mich jetzt schon etwas ins Grübeln bringt. Das war allerdings auch immer eher als Beschreibung eines Potenzials als eines bereits erreichten Zustands gedacht.