Zitat Zitat von Holgerhoto Beitrag anzeigen
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Der Mensch ist ja ein mitfühlendes Wesen, und reagiert auch gern aggressiv, wenn er sich denn daran gehindert sieht, von Nörglern, Besserwissern und sonstigen Bedenkenträgern.
Und wenn nötig, wird "Trauer" auch rationalisiert, wie du es gerade versuchst, es dient aber nur deinen Emotionen, niemandem sonst, nicht der Verstorbenen, und auch nicht der "Trauerarbeit".
Emotionen, die du garnicht hättest, wenn nicht dir aufgedrängt, so gern du sie dir auch aufdrängen lässt.

Trauerarbeit?
Nicht anders möglich, als durch Mitnahme von Millionen, die doch bitteschön CD und Fan-Edition und Konzertkarte kaufen, andernfalls die "Trauerarbeit" unvollständig bleibt?
Und zu diesem Zwecke heult man dann auch gleich noch, wohlfrisiert und -geschminkt, in die laufenden Kameras?

Ich weiß überhaupt rein garnichts, außer daß man Naivität ziemlich weit treiben kann, wenn man sich denn dann besser fühlt.

Ich danke @ eternity für ihre klaren Worte, und auch für den Mut, diese hier auszusprechen.
Es werden sich sicher etliche hier finden, die das mindestens "pietätlos" finden, um die Absurdität des Ganzen noch auf die Spitze zu treiben.

Es muß für den "Fan" schon eine große Versuchung sein, nun doch endlich mal mit Lena echte Gefühle teilen zu dürfen -
da dürfen es dann auch gleich die ganz großen sein.
"Jeder soll wissen, was für ein toller Mensch Kaja war".
Das allerdings sollten in erster Linie die Menschen wissen, die überhaupt wissen, wer Kaja ist oder war.
Alles andere schwirrt irgendwo zwischen Berechnung und persönlicher Unreife.


Weder mir, noch vermutlich eternity und schon garnicht einem bates wird dieses Thema den Schlaf rauben.
Das schaffen eher diejenigen, die sich hier und sonstwo zur Gefühlspolizei erheben:
"Ein Unhold und gefühlskalt, wer angesichts der Vorgeschichte diesen song kritisiert!"
Eine kurze Klarstellung: Ich teile die von @bates und @karoshi hier inzwischen vorgetragenen Ansichten, und natürlich empfinde ich selbst keine Trauer (danke, mein Schlaf ist auch ganz ok), sondern eben einfach Mitgefühl. Das ist schlicht menschlich und hat unmittelbar mit dem Fan-Sein gar nichts zu tun. Ich fühle mich durch niemand daran gehindert, ergo kommen da auch keine Aggressionen hoch, wenn Einige mit Lenas Äußerungen anders umgehen als ich.

Wogegen ich nur etwas habe, das ist dieses als selbstverständlich annehmen, dass Lena hier kalt berechnend (oder "aus persönlicher Unreife") persönliche Umstände verwendet um des schnöden Mammons willen. Anlass für meinen Post war das Wort "widerlich" in @eternitys Post, und Deine Worte "Trauerarbeit? Nicht anders möglich, als durch Mitnahme von Millionen, die doch bitteschön CD und Fan-Edition und Konzertkarte kaufen, andernfalls die "Trauerarbeit" unvollständig bleibt? Und zu diesem Zwecke heult man dann auch gleich noch, wohlfrisiert und -geschminkt, in die laufenden Kameras?" suggerieren für mich genau die gleiche Unterstellung.

Ich wollte meinen Post keineswegs als Aufforderung verstanden wissen, jeder müsse mein Gefühle teilen, und die Beurteilung des Songs sollte auch (soweit dies objektiv möglich ist) ganz unabhängig von der Vorgeschichte erfolgen. Gefühlspolizei? So weit kommt's noch! Ich frage mich nur umgekehrt: Warum werden meine eigenen Emotionen hier quasi als unstatthaft, im besten Falle naiv dargestellt? Es ist eine Sache, zu sagen, dass man für sich solche Emotionen absolut nicht nachempfinden kann, aber eine ganz andere, von oben herab zu urteilen, so ein Mensch wie ich muß ja ein armes Opfer raffinierter Marketingstrategen sein und deshalb dumm.

Und was Lenas Motivation angeht, diesen Song zu schreiben und zu veröffentlichen, so können wir alle nur Vermutungen anstellen, allerdings schon auf Basis der von ihr gemachten Äußerungen und insofern nicht völlig ins Blaue hinein. Da halte ich es nach wie vor für wesentlich wahrscheinlicher, wie in meinem Post ausgeführt, dass es ihr emotional guttut und nicht, dass sie es aus kommerziellen Gründen gemacht hat. Wer fünf Jahre lang fast jedes Lena-Interview verfolgt hat, der weiß genug von ihr als Person, um eine solche, durch nichts gestützte These für aberwitzig zu halten.